"Im Notfall geht's um Menschenleben": Wenn die Feuerwehr sich fest fährt
WDR. 04:02 Min.. Verfügbar bis 11.03.2028.
Feuerwehr Velbert testet Straßen : Parkende Autos gefährden Menschenleben
Stand:
In Velbert fährt die Feuerwehr immer wieder durch enge Wohnviertel, auch ohne Alarm. Sie testet, wie sie im Notfall durch die Straßen kommt - und das zeigt Wirkung.
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Jetzt mitdiskutierenAuf der Ecke des Bürgersteigs steht ein blauer Pkw, auf der anderen Seite ist die enge Straße durch einen Gartenzaun begrenzt. Marcel Borowski schaut angespannt zu, wie der große rote Lkw der Velberter Feuerwehr versucht, sich um die 90-Grad-Kurve hier im Stadtteil Langenberg zu drücken, ohne etwas zu beschädigen.
Das dauert jetzt schon mehrere Minuten. "Das ist ein sehr geübter Fahrer, und der braucht schon so lang dafür", kommentiert Borowski, Sprecher der Velberter Feuerwehr. "Man sieht, er muss jetzt hier auch auf den Gehweg ausweichen, was nicht Sinn der Sache ist. Und wenn da jetzt noch Mülltonnen stehen würden, wäre im Ernstfall gar kein Durchkommen."
Marcel Borowski beobachtet, wie der Lkw knapp an einem Auto vorbeifährt.
Probebefahrung mit Knöllchen in Velbert - aber schöner wäre ohne
Nur mit wenigen Zentimetern Platz auf jeder Seite schafft es das schwere Auto um die Kurve. Zum Glück ist das hier kein Notfall, sondern bloß eine Probebefahrung. Die macht die Feuerwehr in Velbert gemeinsam mit dem Ordnungsamt aktuell regelmäßig.
Neun Knöllchen, dreimal den Abschlepper gerufen. So lautete die Bilanz der letzten "Befahrung", berichtet Nicole Fabig vom kommunalen Ordnungsdienst. Aber eigentlich ist das gar nicht das Ziel dieser Fahrten.
"Wir wollen eigentlich nur sensibilisieren, und mit den Menschen ins Gespräch kommen", erklärt Fabig. Denn Wohnviertel sind eng, die Autos und auch die Feuerwehrfahrzeuge werden immer breiter - und im Ernstfall müssen die Retter trotzdem durchkommen können.
Ein Lkw der Feuerwehr ist drei Meter breit. Laut Vorschrift müssen 3,05 Meter frei bleiben.
Aufklärung durch Ansprache: Feuerwehr will sichtbar sein
"Hier zum Beispiel", sagt Fabig, während sie unter einem Nadelbaum durchläuft, der auf die Straße ragt. "Wegen dieser Äste kommt der Lkw der Feuerwehr da nicht mehr unbeschadet durch, deshalb muss man das zurückschneiden. Das wissen aber viele Menschen gar nicht."
"Wir sprechen die Leute gezielt an. Und die meisten sind eigentlich sehr dankbar, weil die ja auch wollen, dass wir durchkommen, wenn bei ihnen mal was ist." Marcel Borowski, Sprecher Feuerwehr Velbert
Währenddessen kämpft der Lkw erneut mit parkenden Autos und einem Mauervorsprung. Diesmal ist gar kein Durchkommen mehr.
Dabei geht es um Zentimeter: 3,05 Meter müssen freibleiben, damit die Helfer durch die Straßen kommen. Hier sind es aber nur 2,95 Meter. Der Unterschied fällt beim Parken kaum auf. "Aber auch drei, vier Minuten Verzögerung können im Notfall über Menschenleben entscheiden", sagt Borowski.
Mit diesem Fahrschulauto macht die Feuerwehr ihre Probebefahrungen.
Probefahrten der Feuerwehr zeigen Wirkung
Der Besitzer des Autos hat den Aufruhr in seiner Straße mitbekommen, ist aus seinem Haus gekommen und fährt sein Auto jetzt schnell weg. Borowski lacht: "Das ist zwar schön, dass er jetzt direkt weiß, dass er was falsch gemacht hat, wenn wir kommen. Aber noch besser wäre es natürlich, wenn er gar nicht erst da parken würde."
Und genau darum geht es: Sichtbarkeit, Aufklärung und Präsenz, damit die Menschen die Erfordernisse der Rettungsfahrzeuge auch beim Parken im Kopf haben. Und das mit Erfolg, freut sich Borowski am Ende des Abends, der mit deutlich weniger Verwarnungen zu Ende geht als noch die Befahrung davor: "Wir sehen, dass Strecken, die wir öfter befahren, jetzt schon deutlich freier geworden sind." Deshalb sollen die Probebefahrungen in Velbert auch regelmäßig weitergehen.
Unsere Quellen:
- Stadt Velbert
- Feuerwehr Velbert
- Ordnungsamt Velbert
- Beobachtungen und Gespräche des Reporters vor Ort bei einer der Befahrungen
Sendung: WDR.de, "Im Notfall geht's um Menschenleben": Wenn die Feuerwehr sich fest fährt, 11.06.2026, 4:59 Uhr
Erstveröffentlichung am 11.06.2026

18 Kommentare
Kommentar 18: M. Maus schreibt am 13.06.2026, 10:35 Uhr :
Viele Menschen sind einfach unbelehrbar. Sie finden immer Ausreden und reden sich ein, unschuldig zu sein und die anderen sollen sich gefälligst nicht so anstellen. Ich habe mal einen Polizisten darauf aufmerksam gemacht, dass an einer Stelle viele verbotenerweise abbiegen. Seine Antwort - ungelogen! - war, wenn die Leute das abends machen würden, könne er es ja noch verstehen... Da bleibt einem nur die Spucke weg. Oder haben Sie mal gesehen, wie oft Polizeiwagen selbst mehr als die erlaubte Höchstgeschwindigkeit fahren? Selbst wenn es nicht viel ist, gutes Beispiel geht anders. Zum Thema Feuerwehr und allgemein: Kontrolle, Kontrolle, Kontrolle, Knöllchen, Knöllchen, Knöllchen. Nur das wirkt. Das sehen wir doch an den stationären Blitzern, wo viele (bei 50) auf 45 abbremsen und danach wieder Gas geben...
Kommentar 17: Rosi schreibt am 13.06.2026, 08:28 Uhr :
Sollte viel öfter durchgeführt werden. Und das ordnungsamt mehr kontrollieren!!! Kommt mal zur hardenbergerstr./Kurve-hardenberger hof.da kommt nur EIN PKW!! Durch. Geschweige denn, posenerstraße und Nebenstraße. Extreme Situation!!!!
Kommentar 16: Czupalla schreibt am 12.06.2026, 12:46 Uhr :
Welches Auto ist drei Meter breit?
Antwort von Smo , geschrieben am 13.06.2026, 19:52 Uhr :
Ein Feuerwehrauto.
Kommentar 15: Der NRW ler schreibt am 12.06.2026, 09:13 Uhr :
Ich verstehe die Aufregung hier nicht. Parkt richtig und denkt die Feuerwehr muss durch dann passt es schon. Das wichtigste ist doch die Feuerwehr kommt durch und bei einen Brand oder sonst ein Notfall und rettet mein oder euer Leben. Seid froh daß wir solche Leute von der Feuerwehr haben. Mein letztes Wort parkt vernünftig und nur dort wo es erlaubt ist.
Kommentar 14: Klaus schreibt am 11.06.2026, 23:49 Uhr :
Gute Aktion! Mehr davon auch in anderen Städten bitte. Kann das Ordnungsamt stellenweise vielleicht auch ohne die Feuerwehr Falschparken ahnden?
Kommentar 13: Sascha schreibt am 11.06.2026, 17:45 Uhr :
Viele Grüße von der Müllabfuhr
Antwort von Micha , geschrieben am 12.06.2026, 08:06 Uhr :
Nicht befahrbare Straßen einfach mal nicht leeren, Leerfahrt abrechnen, vielleicht achten die Leute dann zukünftig darauf ;-)
Kommentar 12: Winfried Alfer schreibt am 11.06.2026, 17:38 Uhr :
Bei uns ganz unten im Papenbruch geht es links in einen Privatweg hinein zu den Häusern 81, 81A und 83. Ansich ist dort die Zufahrt zu den genannten Häusern schon eng. Leider wird immer wieder mal an dem Törchen geparkt, wodurch es mit Pkw schon Recht eng wird. Ist aber im Notfall für ein Feuerwehr oder Notarzt Fahrzeug kein Durchkommen mehr. Und das kann dann für Menschenleben gefährlich werden Armin
Kommentar 11: Xx schreibt am 11.06.2026, 16:06 Uhr :
Hallo, so etwas ist in der Grandhöhe täglich zu sehen. Eine ca. 90 Grad Kurve wird vom Ordnungsamt als Grad betitelt. Unübersichtliche, scharfen, enger Kurve? Erst heute Morgen standen wieder Autos in der Kurve gegenüber so das nicht einmal ein Kastenwagen durchkam. 7 Uhr ein Hupkonzert, alle wach. Passieren vom Amt gleich 0. Die StVO existiert hier nicht.
Kommentar 10: Reiner schreibt am 11.06.2026, 15:32 Uhr :
Reine Show und Wichtigtuerei. In einem Land, wo sich Baustelle an Baustelle reiht und man den Schwerlastverkehr mittlerweile durch die Städte zwingt weil kaum noch eine Brücke befahrbar ist, liegen die Probleme in der Fläche und man sollte sich solches Cherrypicking wirklich schenken. Zumal mir kaum eine Wohngegend bekannt ist, in der mit der 16 Tonnen Drehleiter ein leichtes Durchkommen möglich wäre. Und das ist nicht erst seit heute so, sondern war schon vor über 20 Jahren problematisch.
Antwort von mynona , geschrieben am 11.06.2026, 19:51 Uhr :
Total unqualifizierter Kommentar. Ich möchte Dich einmal sehen, wenn Du in einem brennenden Haus gefangen bist und die Feuerwehr zu Dir nicht durchkommt, weil irgendwelche Spacken wie blöd geparkt haben. Aber keine Panik, der Leichenwagen, der Dich dann später abholt, kommt bestimmt bersser durch.
Antwort von Basidedi , geschrieben am 11.06.2026, 22:26 Uhr :
Der Leichenwagen kann sich Zeit lassen. Der Besserwisser ist dann noch nicht kalt.
Antwort von Harald Bramstedt , geschrieben am 12.06.2026, 11:45 Uhr :
Na vielleicht brennt es bei diesem Menschen ja mal oder er braucht einen Rettungswagen. Dann wünsche ich viel Vergnügen beim Warten auf die Rettungskräfte, die durch falsch geparkte Fahrzeuge nicht durchkommen.
Kommentar 9: Bittner schreibt am 11.06.2026, 15:31 Uhr :
Warum macht man nicht ein absolutes Halteverbot!?
Kommentar 8: Hohaus schreibt am 11.06.2026, 15:28 Uhr :
Die Feuerwehr sollt mal bei uns in die Straße kommen ich komme kaum mit dem PKW durch manche Leute parken wie sie wollen so das niemand durchkommt! Haben auch schon mit dem Ordnung Amt gesprochen sie kamen auch kontrollieren! Montags um 10uhr wie sinnvoll da sind die meisten arbeiten die sollten mal Samstag abend kommen !!! Ich wohne Im Sonnenschein 42553 Velbert