Neue Anlaufstelle für kassenärztlichen Notdienst

02:35 Min. Verfügbar bis 28.11.2027

Neue Anlaufstelle für kassenärztlichen Notdienst

Stand:

Durch die geplanten Schließungen der Notdienstpraxen im Kreis Mettmann befürchten umliegende Krankenhäuser eine Überlastung.

In Mettmann können Patienten außerhalb der normalen Praxisöffnungszeiten den ambulanten Bereitschaftsdienst der Kassenärzte in Anspruch nehmen. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Portalpraxis. Die Ärzte dort behandeln kleinere Beschwerden oder stellen Rezepte aus.

Bei schweren Notfällen schicken sie die Patienten aber weiter in die Notaufnahme des Krankenhaus. Dabei sei Eile geboten gewesen, sagt Klinik-Geschäftsführerin Jessica Lerandi Pulido. Denn das neu geschaffene Angebot musste noch vor Weihnachten an den Start gehen, um die Versorgung über die Feiertage und Neujahr sicherzustellen.

Verlegung war notwendig

Die Verlegung des Bereitschaftsdienstes nach Mettmann wurde sowohl von der Stadt Langenfeld als auch vom früheren Landrat Thomas Hendele kritisiert. Doch die Kassenärztliche Vereinigung hatte nach ihren Angaben keine andere Wahl. Denn das St.-Marien-Krankenhaus in Ratingen ist schon seit längerem geschlossen und das Sankt-Martinus-Krankenhaus in Langenfeld will seine Ambulanz nicht mehr weiter betreiben.

Damit stehen auch wichtige Diagnosemöglichkeiten wie Labor oder Röntgenabteilung nicht mehr zur Verfügung. Außerdem sei die Zahl der Patienten in den Bereitschaftspraxen in den letzten Jahren rückläufig gewesen, weil immer mehr Patienten direkt die Notaufnahme der Krankenhäuser angesteuert hätten.

Versorgung gewährleistet

In Ratingen und Langenfeld sei die medizinische Versorgung auch außerhalb der Öffnungszeiten der Praxen weiter gegeben, meint die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein. In beiden Städten würden die Ärzte weiter Hausbesuche machen. Für bettlägerige Patienten gäbe es auch einen Fahrdienst.

Über die Service-Rufnummer 116117 können akut erkrankte Patienten eine Videosprechstunde erhalten, das gilt auch für Kinder und Jugendliche. Und wem die Fahrt in die Klinik nach Mettmann zu weit sei, der könne alternativ die Krankenhäuser in Leverkusen, Solingen und Düsseldorf ansteuern.

Notdienstpraxen in Langenfeld und Ratingen schließen

02:35 Min. Verfügbar bis 25.10.2027

"Am Ende stehen alle Schlange"

Langenfelds Sozialdezernent Christian Benzrath kritisiert die Entscheidung, die Notfallpraxis zu schließen: "Künftig muss man zur Notdienstpraxis bis nach Mettmann fahren. Das sind mindestens 35 Minuten Fahrzeit. Das ist keine gute Versorgungslage für unsere Bürger hier in Langenfeld, aber auch in Hilden und Monheim."

Gerät in der Notdienstpraxis

Moderne Techniken in den Behandlungsraum

Weil Mettmann für viele Ratinger schlechter zu erreichen ist, werden die Patienten womöglich auf Notaufnahmen in den Düsseldorfer Krankenhäusern ausweichen, so die Befürchtung: "Am Ende stehen alle Schlange", so eine Mitarbeiterin des Augusta-Krankenhauses.

Portalpraxen als Lösung?

Die beiden Düsseldorfer Krankenhäuser haben deshalb sogenannte Portalpraxen als Lösung vorgeschlagen. Diese sind an Krankenhäusern angesiedelt, sodass Patienten im Notfall sofort stationär aufgenommen werden können.

Leere Praxisräume

Hier ist der gemeinsame Wartebereich

Beide Standorte in Düsseldorf hätten nach eigenen Angaben den nötigen Platz und fänden Portalpraxen eine gute Ergänzung. Denn so müssten nicht alle Patienten in die Notaufnahme der Klinik kommen - vor allem, wenn es um weniger akute Beschwerden geht, wie beispielsweise Grippesymptome.

Notdienstpraxen sollen Randzeiten abdecken

Leere Arztpraxis mit Liege und medizinischen Geräten

Soll geschlossen werden: Die Notdienst-Praxis in Langenfeld

Notdienstpraxen decken Behandlungszeiten ab, in denen Arztpraxen üblicherweise geschlossen sind, etwa an Abenden, Feiertagen oder Wochenenden. Die Ärzte entscheiden dann bei der Aufnahme, ob eine Behandlung der Patienten durch die Notdienstpraxis der Kassenärzte erfolgt oder ob ein Patient in die Notaufnahme des Krankenhauses muss.

Ärztekammer befürchtet keinen Versorgungsengpass

Die Ärztekammer des Kreises Mettmann befürchtet keine Versorgungsengpässe. Die Notdienstpraxis in Langenfeld sei nur noch schlecht ausgelastet, erklärt ihr Vorsitzender Hans Peter Meuser. Von früher 70 Patienten sei die Zahl auf 40 bis 45 Patienten in einer Notdienstschicht gesunken. Die dauere 14 Stunden. Ein Weiterbetrieb lohne sich damit einfach nicht mehr.

Schild Ärztlicher Notdienst

Ärztlicher Notdienst

Denn ein Drittel der Patienten habe in der Regel keinen wirklichen Behandlungsbedarf, ein weiteres Drittel benötigte für die Diagnose eine Röntgenabteilung oder ein Labor. Das könne wiederum nur die Notaufnahme eine Krankenhauses leisten. Und die übrigen Patienten, die tatsächlich für eine normale hausärztliche Versorgung in Frage kämen, könnten nachts und an Wochenenden auch die Notaufnahme des Krankenhauses in Hilden ansteuern.

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00:42 Min. Verfügbar bis 28.11.2027

Unsere Quellen:

  • Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
  • Ärztekammer Mettmann
  • Stadt Langenfeld
  • Stadt Ratingen
  • WDR-Reporter vor Ort
  • Augusta-Krankenhaus Düsseldorf-Oberrath
  • Florence-Nightingale Krankenhaus Düsseldorf Kaiserswerth

Sendung: WDR 2 Rheinland, Lokalzeit, 28.11.2025, 16.31 Uhr

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