Ein angekündigter Wetterumschwung sorgt bei Erdbeerbauer Robert Bossmann aus Monheim immer für Unruhe. Der Landwirt verfolgt die Prognosen in der Wetter-App sehr aufmerksam: „Vor allem, wenn Regen angesagt ist, macht einen das nervös und man kann schlecht schlafen“, berichtet er.
Denn bei anhaltendem Regen könnten bis zu 50 Prozent der Erdbeerernte verloren gehen, schätzt der Landwirt. Noch schlimmer wäre Hagel. Dann drohe laut Bossmann sogar ein Totalausfall. Deshalb versuchen die Mitarbeitenden heute, so viele Erdbeeren wie möglich zu pflücken, bevor ein mögliches Unwetter über die Erdbeerfelder hereinbricht.
Nachfrage nach Erdbeeren ist wetterabhängig
Schlechtes Wetter bringt für die Betriebe ein weiteres Problem mit sich: Die Nachfrage sinkt. Gerade dann, wenn die Früchte schnell verkauft werden müssen, bevor sie verderben, kaufen weniger Menschen Erdbeeren, beobachtet Bossmann. Deshalb bietet der Landwirt aktuell Sonderaktionen an: drei Schalen zum Preis von zwei.
Wettlauf gegen die Zeit
Schneller pflücken als sonst können die Mitarbeitenden allerdings nicht. Geerntet wird so viel wie möglich. Sobald die Pflanzen nach einem Regenschauer wieder trocken sind, geht die Arbeit auf den Feldern weiter.
„Wenn ich mir das Wetter wünschen könnte, würde ich einfach nur 20 bis 25 Grad und wolkenfreien Himmel bestellen - und den Regen nur nachts.“ Robert Bossmann, Landwirt aus Monheim am Rhein
Früher Start in die Erdbeersaison
Die Erdbeersaison auf seinem Hof werde voraussichtlich noch bis Ende Juni dauern. Bereits am 16. April wurden in diesem Jahr die ersten Erdbeeren aus den Folientunneln geerntet, so früh wie noch nie. Für Bossmann ist das auch ein Zeichen dafür, wie sich die Bedingungen durch den Klimawandel verändern.
Unsere Quellen:
- Eindrücke der WDR-Reporterin vor Ort
- Interview mit Landwirt Robert Bossmann
Sendung: WDR 2 Rhein Ruhr, Lokalzeit, 02.06.2026, 10.31 Uhr