Wichtiger Autozulieferer: Kiekert aus Heiligenhaus beantragt Insolvenz

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Die Kiekert AG gilt als einer der wichtigsten deutschen Autozulieferer. Heute fand dort eine Betriebsversammlung statt.

Die Stimmung sei sehr gedrückt gewesen, erzählt der Betriebsratsvorsitzende Uwe Höhndorf im Anschluss an die Betriebsversammlung. Von den 700 Beschäftigten am Hauptstandort in Heiligenhaus, seien etwa 600 anwesend gewesen. Die Belegschaft sei noch immer geschockt, es habe keine Nachfragen gegeben. Unterstützung erhoffe er sich in der Situation auch von der Politik.

"Wenn Kiekert hier nicht mehr am Standort wäre in Heiligenhaus – wir sind der größte Arbeitgeber, das hätte natürlich Auswirkungen auf die gesamte Stadt hier." Uwe Höhndorf, Betriebsratsvorsitzender

Kiekert hat gestern beim Amtsgericht Wuppertal einen Insolvenzantrag gestellt. Nach eigenen Angaben beschäftigt das Unternehmen weltweit etwa 4.500 Mitarbeiter.

Bisher nur Standort in Heiligenhaus betroffen

Der Insolvenzantrag betreffe bisher nur den Standort in Heiligenhaus. Der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Jérome Debreu sagte, der Antrag auf Insolvenz sei "unabwendbar", um die Zukunftsfähigkeit der Kiekert-Gruppe zu sichern. In den Büchern stünden Aufträge im Umfang von zehn Milliarden Euro.

Zu sehen ist das Werksgelände der "Kiekert AG".

Das Geschäftsmodell ist also durchaus zukunftsfähig, sagt auch Sebastian Moritz aus der WDR-Wirtschaftsredaktion. "Im Gegensatz zu anderen angeschlagenen Autozulieferern, ist Kiekert nicht so sehr vom Umbruch in der Autoindustrie betroffen, das kann ein großer Vorteil sein." Schließsysteme, wie sie das Unternehmen aus Heiligenhaus entwickelt, brauche man schließlich sowohl bei Elektroautos als auch bei Verbrennern.

Seit Jahren in chinesischer Hand

Im Jahr 2012 hatte das chinesische Unternehmen North Lingyun Industrial den Heiligenhauser Konzern übernommen. Grund für die finanzielle Schieflage sei jetzt, das der chinesische Gesellschafter "keine weiteren Mittel bereitgestellt und seine Verpflichtungen im dreistelligen Millionenbereich nicht erfüllt hat", sagte Debreu.

IG Metall: "Waren zu Zugeständnissen bereit"

In den vergangenen Wochen hatten sich in Heiligenhaus anscheinend die Probleme verschärft. Der Chef der IG Metall Velbert, Hakan Civelek, sagte, es habe einige Krisensitzungen gegeben.

"Die Belegschaft war zu vielen Zugeständnissen bereit, wir haben auch über einen Tarifvertrag zur Sicherung des Standortes gesprochen. Wir wollten die Insolvenz unbedingt vermeiden. Aber das hat nicht funktioniert." Hakan Civelek, Chef der IG Metall Kreis Mettmann

Dennoch ist die Gewerkschaft zuversichtlich. Die Kunden, also die wichtigsten deutschen Autokonzerne, stünden hinter Kiekert, sagte der Gewerkschaftssprecher.

Wichtiger Autozulieferer: Kiekert aus Heiligenhaus beantragt Insolvenz

05:09 Min. Verfügbar bis 24.09.2027

Unsere Quellen:

  • Kiekert AG
  • Amtsgericht Wuppertal
  • Reporterin vor Ort

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