Solidarität und Hilfe nach Brand an Schulzentrum
Lokalzeit aus Düsseldorf. 16.05.2025. 02:35 Min.. Verfügbar bis 16.05.2027. WDR. Von Markus Gröters.
Schon in der Nacht des Brandes war klar, dass das Gebäude nicht zu retten ist. Die Feuerwehr hat beide Schulen kontrolliert abbrennen lassen. In den letzten Tagen haben die Schulen mit der Stadt und benachbarten Kommunen nach Lösungen gesucht. Jetzt ist klar, dass die Schüler und Schülerinnen zusammenbleiben können.
Schulleiter über Perspektive erleichtert
Bereits am 26. Mai sollen die rund 1.200 Schülerinnen und Schüler in das ehemalige Schlossgymnasium in Düsseldorf-Benrath ziehen. Das Gebäude steht seit drei Monaten leer, weil die Schüler im Februar in einen Neubau gezogen sind. In dem Schulzentrum befindet sich aktuell noch eine Realschule.
Schulleiter Uwe Heidelberg spricht von einer Katastrophe
Zunächst stehen den Lehrkräften und Schülern 42 Klassenräume zur Verfügung. Nach den Sommerferien sollen es 70 sein. Schulleiter der Realschule Hochdahl Uwe Heidelberg freut sich über die schnelle Lösung: "Wir sind unfassbar erleichtert, dass es jetzt weitergeht und, dass die Schüler jetzt eine Perspektive haben. Der Zuspruch ist riesig."
Vorbereitungen für Umzug laufen Hochtouren
Die leerstehende Schule in Düsseldorf-Benrath verfügt noch über viel bestehende Infrastruktur. Ein Großteil der Einrichtung ist noch vorhanden. In den nächsten Tagen wird das Gebäude gründlich gereinigt. Zudem fehlen noch Smartbords und ein Internetzugang. Aktuell wird für die Schüler eine Busverbindung für die 20-minütige Strecke von Erkrath nach Benrath eingerichtet. Schulintern laufen Abstimmungen mit den Lehrkräften den Eltern.
Bis zum Start am 26. Mai in Benrath wird improvisiert. Die Schülerinnen und Schüler der Realschule verbringen diesen Freitag mit Ausflügen Sportaktivitäten, bevor es am Montag mit Distanzunterricht weitergeht. Auch am Gymnasium ist Distanzunterricht geplant. Die Abiturprüfungen werden zu den regulären Terminen an der Neandertalschule geschrieben. Die Schulverwaltung ist für die nächsten Tage in der Feuerwache untergebracht.
Welle der Solidarität
Bereits wenige Stunden nachdem das Feuer ausgebrochen war, hatten benachbarte Schulen und Kommunen ihre Hilfe angeboten. Inzwischen spenden auch immer mehr Privatpersonen Geld an die Fördervereine der Schulen. Auch Vereine wollen helfen. So werden den Schülerinnen und Schülern beispielweise kostenlose Fahrten mit dem Tretboot über den Unterbacher See ermöglicht. Ein Verein der Flüchtlingshilfe stellt Räumlichkeiten und technisches Equipment zu Verfügung. "Das tut einfach nur gut! Es ist unfassbar viel Solidarität vorhanden.", sagt Schulleiter Uwe Heidelberg.
So geht es langfristig weiter
Das Gymnasium und die Realschule Hochdahl können die leerstehende Schule in Benrath bis Februar 2026 nutzen. "Wir können uns jetzt nicht ausruhen. Im Gegenteil. Für uns geht die Arbeit jetzt weiter.", sagt Erkraths Bürgermeister Christoph Schultz (CDU).
In den nächsten Monaten sollen in der Nähe der alten Schule Container aufgebaut werden. Diese sollen in den kommenden Jahren als Lösung dienen. "Wir müssen gucken, dass wir die Schülerinnen und Schüler schnell zurück nach Erkrath bekommen", heißt es vom Bürgermeister. Parallel laufen die Planungen für einen Neubau der beiden Schulen. Bis dieser fertig ist, werden aber noch Jahre vergehen.
Unsere Quellen:
- Stadt Erkrath
- Bezirksregierung Düsseldorf
- Interview mit Uwe Heidelberg, Schuldirektor
- Interview mit Christoph Schultz, Bürgermeister Stadt Erkrath