Der Monheimer Waldfriedhof: Der östlich der Baumberger Chaussee gelegene Nordteil soll jetzt zu einem muslimischen Friedhof werden

Stadtrat hat entschieden: Monheim bekommt muslimischen Friedhof

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In Monheim soll einer der bundesweit ersten muslimischen Friedhöfe entstehen. Das hat der Stadtrat am Mittwochabend entschieden.

Von
Thomas Kalus
Thomas Kalus

Schon seit längerer Zeit wünschen sich die muslimischen Gemeinden in Monheim Beisetzungen nach den islamischen Glaubensriten. Aktuell leben schätzungsweise 3.700 Muslime in der Stadt am Rhein. Das Thema war schon vor Jahren im Integrationsausschuss intensiv beraten worden. Weil es aber keine geeigneten Flächen gab, wurde die Idee zunächst nicht weiterverfolgt.

Teil des Waldfriedhofs nutzen

Das hat sich jetzt geändert: Monheims Bürgermeister Daniel Zimmermann schlug vor, den nördlichen Teil des Waldfriedhofes für knapp 675.000 Euro an den Verein "Muslimischer Friedhof Monheim" zu verkaufen.

Denn auf dem 12.500 Quadratmeter großen Gelände gibt es bereits seit zehn Jahren keine kommunalen Beerdigungen mehr. Zuvor hatte die Stadt beschlossen, in diesem Areal keine neuen Gräber mehr zu vergeben.

Weniger Platz auf Friedhof benötigt

Hintergrund: Immer mehr christliche Familien setzen ihre Angehörigen in Urnengräbern oder im Kolumbarium bei, nicht mehr in Särgen. Auch Beerdigungen in Friedwäldern liegen immer mehr im Trend. Deshalb wird auf dem Friedhof immer weniger Platz benötigt. Gleichzeitig wurden immer mehr Bestattungsflächen frei.

Monheimer Stadtsprecher: Friedhofsverkauf ist Win-Win-Situation

Trotzdem musste die Friedhofsverwaltung die Wege und Grünflächen auf dem ungenutzten Friedhofsteil weiterhin aufwändig pflegen: Kosten, die über die Friedhofsgebühren von der Bürgerschaft zu tragen sind.

Skizze des neuen muslimischen Friedhofes in Monheim

Skizze des neuen muslimischen Friedhofes in Monheim

Ein Stadtsprecher nannte den Grundstücksverkauf an den muslimischen Verein im Gespräch mit den WDR als Win-Win-Situation: Einerseits wünsche sich die muslimische Gemeinde in Monheim rituelle Beisetzungen, andererseits entlastet der Verkauf den angespannten Haushalt der Stadt.

Bürgermeister: Wichtiger Schritt für Gleichberechtigung

Monheims Bürgermeister Zimmermann bezeichnete die Einrichtung des muslimischen Friedhofes als wichtigen Schritt für die Akzeptanz und Gleichberechtigung der muslimischen Gemeinschaft: „Wir kommen dem Wunsch vieler Monheimer Musliminnen und Muslime nach, ihre Angehörigen in der zur Heimat gewordenen Stadt Monheim bestatten zu können.“

Rituelle Vorgaben des Islam werden möglich

Auf dem nördlichen Teil des Waldfriedhofs wären damit in Zukunft Bestattungen nach den religiösen und kulturellen Vorgaben des Islam möglich. Dazu gehört zum Beispiel, dass Tote nicht in Särgen, sondern in Leinentüchern, gen Mekka beigesetzt werden.

Im Anschluss wird das Grab mit sogenannten Grabplatten bedeckt. Diese Holzplatten sorgen dafür, dass die Erde nicht unmittelbar in Verbindung mit dem Leichnam kommt. Danach wird das Grab zugeschaufelt und die Gebete durch den Imam gesprochen.

Noch gibt es auf dem Friedhofsteil einige Gräber, die von Angehörigen gepflegt werden. Aber diese letzten kommunalen Grabstätten laufen in den nächsten Jahren aus. Eine Verlängerung der Ruhezeiten ist laut Stadt nicht mehr möglich. Bis 2040 soll die Gesamtfläche dem muslimischen Friedhofsverein dann vollständig übergeben werden.

Stadtrat hat entschieden: Monheim bekommt muslimischen Friedhof

WDR Studios NRW 09.07.2025 00:45 Min. Verfügbar bis 09.07.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Monheimer Bürgermeister Daniel Zimmermann
  • Monheims Stadtsprecher Thomas Spekowius
  • Ratsvorlage der Stadt Monheim für die Sitzung am 9. Juli 2025

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