KI soll im Parkbad Velbert Leben retten
03:15 Min.. Verfügbar bis 16.06.2028.
Im Velberter Parkbad hilft eine Künstliche Intelligenz dabei, Badeunfälle zu verhindern. Die KI analysiert Bewegungen in Echtzeit und meldet Auffälligkeiten sofort. Für die Rettungskräfte zählt dabei jede Sekunde.
Alarm in Sekunden
Ein Test zeigt die Stärke der Technik: Schwimmmeister-Azubi Julian Chudzinski taucht ab. An einem schweren Ring, der ihn unter Wasser hält, hält er sich fest und bleibt möglichst regungslos unter Wasser. Er simuliert einen leblosen Körper unter Wasser - genau das soll die KI erkennen.
Nur wenige Augenblicke später klingelt die Uhr von seinem Kollegen Dominik Steinbach am Beckenrand. "Die Uhr schlägt Alarm, wenn sich jemand 20 bis 30 Sekunden nicht bewegt", erklärt Steinbach. Auf dem Display sieht er den genauen Standort im Becken und kann im Ernstfall sofort zur Hilfe eilen.
Ein roter Punkt auf dem Display zeigt an, wo und in welchem Schwimmbecken nachgeschaut werden muss.
Kameras sehen, KI analysiert
Zwölf Kameras überwachen das große Schwimmerbecken, drei hängen über dem Nichtschwimmerbereich. Damit auch das Außenbecken von Kameras beobachtet werden kann, wurden eigens Metallpfosten aufgestellt. Alle Kameras erfassen jede Bewegung, Auffälligkeiten führen zum Alarm.
Die Kameras liefern keine Videos an Monitore und die Bilder werden auch nicht gespeichert. Stattdessen laufen die Aufnahmen nur für einen sehr kurzen Moment durch das System, werden dort in Echtzeit verarbeitet und analysiert. Erkennt die KI eine kritische Situation, löst sie Alarm aus – passiert nichts Auffälliges, werden die Bilddaten sofort wieder verworfen.
12 Kameras überwachen das große Schwimmerbecken im Velberter Parkbad
Fehlalarme gehören dazu
Schwimmmeister Dominik Steinbach freut sich über die KI-Unterstützung
Spielzeug im Wasser oder Kinder, die "toter Mann" spielen, können die KI täuschen, dann kommt es zu einem Fehlalarm. Für Schwimmmeister Dominik Steinbach ist das kein Problem: "Besser einmal zu viel als einmal zu wenig", so der 27-Jährige. Sorge, dass die KI, die immer weiter lernt und immer präziser wird, ihm seinen Job irgendwann streitig machen könnte, hat er nicht.
"Es ist eine gute Unterstützung, aber ersetzen kann sie uns nicht. Denn im Notfall müssen wir immer noch helfen gehen." Dominik Steinbach, Schwimmmeister im Parkbad Velbert
Auch Wuppertal setzt auf KI
Auch andere Städte setzen auf digitale Lebensretter. In Wuppertal hat der Rat 200.000 Euro für den KI-Einsatz in der Schwimmoper freigegeben. Aktuell laufen die Ausschreibungen, die Einführung ist für das kommende Jahr geplant.
Wenn sich der Einsatz der KI als erfolgreich herausstellt, will die Stadt das System auf weitere Bäder ausweiten, so Abteilungsleiterin Frauke Frank.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Dominik Steinbach, Schwimmmeister im Parkbad Velbert
- Gespräch mit Andreas Bocklet-Schmidt, Leiter der Stadtwerke Bäder GmbH Velbert
- Gespräch mit Frauke Frank, Abteilungsleiterin Bäder in Wuppertal
- Beobachtungen der Reporterin vor Ort
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bergisches Land, 16.06.2026, 19:30 Uhr
