Wenn die Miete das Leben bestimmt - Was hilft gegen die Wohnungsnot?
01:10 Min.. Verfügbar bis 24.09.2027.
Wenn die Miete das Leben bestimmt - Was hilft gegen die Wohnungsnot?
Stand:
Die Lage auf dem Wohnungsmarkt in Aachen ist angespannt. Viele Menschen fragen sich: Wie soll ich mir eine passende Wohnung noch leisten? Gleichzeitig sehen sich viele Vermieterinnen und Vermieter mit steigenden Bau- und Energiekosten, hohen Zinsen und immer neuen Vorschriften konfrontiert. Im Lokalzeit Stadtgespräch am 27. September geht es genau darum - in Aachen und live bei WDR 5.
Wir wollen deine Meinung hören!
Jetzt mitdiskutierenHalb zwei im Café Plattform der Caritas in Aachen - es gibt Gulasch mit Klößchen. Und für die, die wollen, auch ein offenes Ohr. Das Café ist Anlaufstelle für alle, die es schwer haben in unserer Gesellschaft: Bürgergeldempfänger, Wohnungslose, Suchtkranke. Aber auch Senioren kommen gerne her. Was sie gemeinsam haben? Sie alle leiden unter der aktuellen Entwicklung auf dem Aachener Wohnungsmarkt - mehr als andere.
Besorgniserregende Zahlen
In Aachen liegt die Angebotsmiete inzwischen bei 10,73 Euro pro Quadratmeter. Wohnungen unter sieben Euro pro Quadratmeter sind fast nicht mehr zu finden. Für Menschen mit niedrigem oder mittlerem Einkommen wird die Wohnungssuche zur Belastungsprobe.
Wir haben zu wenig Wohnungsbau, steigende Kosten und Zinsen - das führt zu Druck auf dem Markt. Thomas Hissel, Beigeordneter für Wohnen, Soziales und Wirtschaft
Tatsächlich wurden 2024 gerade einmal 443 neue Wohnungen in Aachen fertiggestellt. Zu wenig, da sind sich ausnahmsweise alle einig. Gleichzeitig fallen jedes Jahr über 1.000 Sozialwohnungen aus der Mietpreisbindung heraus. Ende der 1980er Jahre waren noch mehr als ein Viertel aller Wohnungen in Aachen sozial gefördert, heute sind es nur noch rund sechs Prozent.
Wohnungsnot hat viele Gesichter
Davon betroffen sind verschiedene Menschen. Menschen wie Mathias, Anfang 60. Wir treffen ihn im Café Plattform. Er bezieht Sozialleistungen. Vor drei Jahren verliert er seine Wohnung. Was folgt, sind drei Abnutzungskämpfe. Absagen, Scham und Frust. Nächtelang verbringt Mathias im Park. Mittlerweile hat er zwar etwas Passendes gefunden. Doch die Zeit hat ihn geprägt. Wie viele hier.
Das Problem betrifft längst nicht mehr nur die ärmsten Menschen in Aachen. Immer häufiger trifft der Mangel an bezahlbarem Wohnraum auch Menschen mit geregeltem Einkommen. Da ist die ältere Frau im Rollstuhl, die im dritten Stock ohne Aufzug festsitzt, weil es keinen barrierefreien Wohnraum gibt. Da sind Studierende, die jeden Tag stundenlang pendeln, weil sie sich die Stadt nicht leisten können. Familien mit Kindern, die auf 60 Quadratmetern leben - weil es keine größere Wohnung gibt, die bezahlbar wäre. Ein besorgniserregender Trend.
Gleichzeitig geraten Vermieterinnen und Vermieter unter Druck. Steigende Baukosten, höhere Energiepreise, neue Vorschriften. Viele fragen sich: Lohnt sich das überhaupt noch? Es wächst aber auch der Druck, mehr Wohnraum bereitzustellen.
Verantwortliche richtet den Blick nach vorn
Hoffnung setzen Politik und Verwaltung unter anderem auf die neue kommunale Wohnungsbaugesellschaft, die noch in diesem Jahr starten soll. Zusätzlich gilt seit März die Mietpreisbremse: Bei Wiedervermietungen darf die Miete höchstens zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Ob das Wirkung zeigt, bleibt abzuwarten.
Von der Bank vor dem Café Plattform aus hat man übrigens freien Blick auf eine von Aachens bekanntesten Baustellen. Das "Blue Gate" direkt neben dem Aachener Hauptbahnhof soll schon kommendes Jahr eröffnen. Neben einem Supermarkt und einem Fitnessstudio sollen hier auch Wohnungen für Studierende entstehen.
Wir wollen mit Euch ins Gespräch kommen!
Wie also weiter? Am Samstag, den 27. September lädt WDR 5 zum Stadtgespräch auf den Burtscheider Markt in Aachen ein. Unter dem Titel "Wenn die Miete das Leben bestimmt - Was hilft wirklich gegen die Wohnungsnot?" diskutieren Fachleute, Initiativen und Betroffene über Wege aus der Krise: Mietpreisbremse, kommunale Wohnungsbaugesellschaft, Nachverdichtung oder alternative Wohnprojekte. Der Eintritt ist frei.
Teilt eure Gedanken zum Thema gerne ab jetzt hier im Beitrag auf wdr.de in den Kommentaren.
WDR 5 überträgt dann die Diskussion am 27. September von 13.04 Uhr bis 14.00 Uhr live.
26 Kommentare
Kommentar 26: Franziska 1 schreibt am 26.09.2025, 22:54 Uhr :
Kunst zu fördern, zu schätzen zu erhalten, ist eine Hauptpflicht vom Staat. Muss es aber sein, dass Milliarden Euro von Bund und Kommunen bezahlt werden, für ein paar Bilder die einsam in wahnsinnig großen Gebäuderäumen hängen, während Menschen verzweifelt keine (zahlbare) passende Wohnung mehr bekommen? In Krisenzeiten soll man zusammenhalten? Wie denn, wenn Bilder mehr Wohnraum bezahlt bekommen als ein Mensch? Dem Menschen werden qm Wohnfläche vorgeschrieben, wie dem Vieh bei einer Massentierhaltung im Stall. Sorry, Bilder in einer Galerie die sich nicht bewegen, erhalten zu großzügig viele teure Plätze. Bin keine Kulturbanause, aber in Zeiten der Not, könnte man etwas umdenken und sich mehr der Wohnungsnot anpassen und die Pflege der Bilderkultur Mal etwas kleiner schrauben.
Kommentar 25: Franziska 1 schreibt am 26.09.2025, 20:18 Uhr :
Lieber ein Hotel Garni investieren beim Imobiliengeschäft, als ein Mietshaus bauen, dass dürfte schon einige mitbekommen haben. Touristen reisen an und ab, dass Einkommen ist sicherer und nicht so nervig sich mit Mieter rum zu streiten, dass sagen viele Besitzer. Ihnen kann keine Politik es verbieten. Die Kommunen, die Gemeinden freuen sich darüber, es kommt Geld in Kasse. Dieser schon lange laufende Trend bringt keine einzige normale Mietwohnung. Erst wenn das Hotel garni aus welchen Gründen auch immer Mal schließen muss, dann wird das Zimmer, kleine Teeküche und Bad saniert und für Single teuer vermietet. Eine Quellenangabe erübrigt sich darüber, weil es in ganz Deutschland so ist. Jeder will nur für sich das Beste, ob beruflich oder privat. Wenn jeder die Vorschriften einhält, der Eigentumbesitzer hat die Wahl. Wer über Enteignungen spricht wegen Wohnungsmangel, der liegt nicht bei allen Wohnhäusern pauschal gleich zu urteilen.
Kommentar 24: Fred schreibt am 26.09.2025, 19:02 Uhr :
Die Lage könnte sich leicht entspannen lassen, wenn die Politik denn wollte. Einfache Maßnahmen wären der Mietendeckel, der in Berlin ja nur ausgesetzt werden musste, weil es Bundessache ist. Die Enteignung von großen Immobilienkonzernen ist unerlässlich und die Frage ob man solche Konzernen - die Profit mit unserem Leben machen - ernsthaft entschädigen soll, kann man mal ganz ergebnisoffen diskutieren. Last but not least muss auch der Umbau von leerstehenden Büroflächen zu Wohnraum weiter ausgebaut werden. Ich habe allerdings wenig Hoffnung, dass auch nur irgendwas sinnvolles passiert. CDU, SPD und Grüne wagen es nicht das heilige Eigentum und Profitinteressen anzutasten, der AfD fällt nichts ein außer alles auf Migranten zu schieben und die Linkspartei wird's alleine nicht richten.
Kommentar 23: Anonym schreibt am 26.09.2025, 18:19 Uhr :
Wenn Israel aktuell die Hamasterroristen nicht kriegerisch aufhalten würde, wären sie jetzt auch in D und würden die Wohnungsnot noch verstärken, denn laut Botschaft der Greenhörner solllen wir ja bekanntlich alle 8 Mrd Erdenbürger auf dem Planeten Brüder und Schwestern seien und Platz für Alle haben r, sagt ja so immer die grüne KGE besonders in allen TV-talklaber shows und sie muß das auch wissen, denn sie hat ja doch die direkte Leitung zum Heiligen Geist.
Antwort von Horst , geschrieben am 26.09.2025, 20:18 Uhr :
Die ganze Politik der Grünen ist von Grund auf widersprüchlich und absurd : Einerseits trommeln sie mittels "Wir haben Platz !"; die ganze Welt nach D und "freuen sich sooooo waaaahnsinnig drauf , daß sich deswegen D verändere und andererseits "wollens sie überall schön grün, bunt haben, also mit überall Wiesen, Wäldern , Bäumen, Sträuchern Schrebergarten mit Gartenzwergen darin, Windrädern und so" ! Wie soll das praktisch gehen! Auf dem Mond ; da wäre zwar noch Platz , aber der erforderliche Shuttle Service daily mit Apollo-Mondraketen von den Amis müßte auf Dauer selbst für die Luxusgrünen nicht zu finanzieren sein : Trump hatte schon recht, wenn er sagt "Grün ist alles nur Pleite !"
Antwort von Wohnungsnot , geschrieben am 26.09.2025, 22:15 Uhr :
Kann es sein, das sie etwas verwechseln oder falsch verstanden haben? Israel, Hamas und Gaza haben nichts mit den Schrottimmobilien den Mieten und dem Wohnungsmangel zu tun, die Hamasterroristen wollten auch nicht nach Deutschland, sie sind im falschen Forum, Gaza und die Hamas sind eine ganz andere Agenda, bekanntlich ist doch Platz ist in der kleinsten Hütte, man sollte nicht so kleinlich sein.
Kommentar 22: Fritz Maurer schreibt am 26.09.2025, 15:59 Uhr :
Man kann und darf nicht weiter immer mehr Flächen versiegeln. Zuwanderung muß ebenfalls gestoppt werden. Auch darf man nicht freie Flächen in der Stadt einfach zubauen. Wichtiger sind kleine Parks gegen die Sommer-Hitze. Häuser die sich für eine Aufstockung eignen, aufstocken.
Kommentar 21: Brigitta S. schreibt am 26.09.2025, 14:24 Uhr :
Ohne Wohnung, ohne Meldestelle keine Arbeit, ohne Arbeit keine Wohnung, kein Geld. Wichtig wäre ein bundesweites neues Baurecht, zum Bsp. über Wiesen- Brachflächen und über Industrieflächen. Aus wirtschaftlichen Gründen gehen Gemeindegrundstücke eher zu den Industrie-Brachen. Ein neues Baurecht wäre wichtig zum Beispiel durch Umwidmung von Brachflächen für Mietwohnungen. Das Bauland wird knapp besonders am Rand einer Großstadt. Da macht sich die Industrie breit und verhindert somit das mehr Wohnungen nah am Rand der Stadt entstehen können. Am Land wird Agrarland wegen Sonnenenergie und Warte- Parkplätze für Verkaufsautos missbraucht, anstatt für Mietwohnungen. Die Umwandlung von Agrarland in Bauflächen, stören bei Gemeinden die Bürger leider oft selbst, sie legen Proteste ein. Streit kann eine lange Zeit beanspruchen, während andere Mitbürger in Wohnungsnot sind. Hohe Grundstückspreise lassen einen Wohnungsneubau für eine bezahlbare Miete kaum mehr zu.
Kommentar 20: Joachim s. schreibt am 26.09.2025, 08:33 Uhr :
Leider sind die Fehler im politischen Ramen entstanden. Man hat in den vielen sozialen massive Fehler gemacht sozialer Wohnungsbau und Werkswohnungen privatisiert. Selbst die caritativen haben davon <profitiert,20 Jahre dann verkauft. selbst in Einrichtung vor12 Jahren gezogen. Nun Miet -Haie und es sind fast 50% höhere Mieten plus unverschämte Nebenkosten entstanden. Habe zum glück einen guten Anwalt .Leerständen wird von den kommunen auch nicht kontrolliert. Sollte man mit strafen belegen
Kommentar 19: Norbert A aus K schreibt am 25.09.2025, 22:15 Uhr :
Es wird immer auf die hohen Mieten verwiesen, aber nicht auf das Risiko das der Vermieter eingeht. Bei mir aktuell sind durch Mietrückstände, Anwalts- und Gerichtskosten inzwischen 14.000 € aufgelaufen. Das muss in den nächsten Jahren abgestottert werden. Wie denn, wenn man nur für 8 € vermieten würde?
Antwort von Brigitta S. , geschrieben am 26.09.2025, 10:58 Uhr :
@ Ja Norbert, ich kann Ihnen nachfühlen was Sie ansprechen. Einseitig werden oft diese Probleme nur kurz berichtet. Der Vermieter hat auch seinen Vermietungs-Ärger, da werden einige nicht groß gehört. Mancher Mieter wechselt seine Wohnung so oft wie der Mensch seine Kleidung und hinterlassen oft Kosten die man erst einklagen muss. Der Eindruck entsteht beim Mieterschutz, dass er stärker sein darf als der Vermieterschutz.
Antwort von Wohnungsnot , geschrieben am 26.09.2025, 12:35 Uhr :
@Norbert A aus K, es ist für jeden eine Kostensache wenn die Gegenpartei nicht zahlt, aber haben sie sich nicht abgesichert?Um sich bei einer Vermietung vor Mietnomaden zu schützen, sollten Vermieter eine umfassende Bonitätsprüfung mit Schufa-Auskunft und Einkommensnachweisen durchführen, Kontakt zu vorherigen Vermietern aufnehmen, eine Mieterselbstauskunft einholen und einen detaillierten Mietvertrag sowie ein detailliertes Übergabeprotokoll erstellen. Zusätzlich können eine Mietsicherheit in Form einer Kaution, eine Rechtsschutzversicherung und eine spezielle Mietnomaden- oder Mietausfallversicherung abgesichert werden, damit sind auch nicht zu 100% abgesichert, aber auf einen sicheren Weg.
Kommentar 18: Hans schreibt am 25.09.2025, 17:40 Uhr :
Irgendwie kann ich es ja nicht verstehen , die Betroffenen natürlich ja. Wenn wir Millionen Menschen nach Deutschland hereinlassen dann ist es doch logisch das nicht für alle Wohnungen da sind, obwohl mancherorts viel Raum leer steht, das aber nur am Rande bemerkt. Genau so ist es mit der Krankenversorgung und mit der ganzen Infrastruktur die auf Millionen Menschen zusätzlich nicht eingestellt ist. So etwas wächst über Jahre und Jahrzehnte. Aber wenn die Politik die Grenzen öffnet und die ganze Welt versorgen will muss das schiefgehen, das ist eine leichte Rechenaufgabe für die Grundschule die wohl die verantwortlichen Politiker nicht besucht haben.
Kommentar 17: Brigitta S. schreibt am 25.09.2025, 17:28 Uhr :
Wohnungsnot in Aachen bedeutet nicht immer, auch in einer Großstadt, dass es zu wenige Wohnungen gibt. Bei den Mietwohnungen generell in deutschen Großstädten ist bei der Miete nach oben hin alles offen. Die Politik was macht sie dagegen, sie lässt alles so weiterlaufen. Luxuswohnungen werden viel gebaut und angeboten, da kann man leicht eine sehr hohe Miete verlangen, was sich nur Reiche leisten können. Kommunen, Gemeinden genehmigen Luxuswohnungen mit Handkuss? Für ein normales Mietwohnungshaus haben die Kommunen kein Grundstück, keinen Platz? Reiche, bringen mehr Geld in die Kasse, dass scheint ihre Devise zu sein. Diese Luxus-Bauplätze nehmen den normalen Wohnungssuchenden den Wohnboden weg, die sich eine hohe Miete nicht leisten können. (Was auch noch anzumerken ist wegen den unterschiedlichen Mieten für normale Mieter. Ein Neubau verbraucht weniger Heiz-Energie als ein Altbau. Die Nebenkosten in einen Altbau dürften höher liegen als bei einem Neubau).
Kommentar 16: Wohnungsnot schreibt am 25.09.2025, 16:38 Uhr :
Das der Mangel an bezahlbaren Wohnungen so groß ist, findet den Grund darin,das sich Bund und Länder bis auf eine geringe Zahl am Bau von neuen Sozialwohnungen verabschiedet haben, gebaut wurden 2024, 63.000 neue Wohnungen, bei einem Fehlbestand von über 550.000 Sozialwohnungen, da kann die Miete schon für Viele zum größten Faktor werden, es wurden auch zu viele Auflagen beim Bau von Wohnungen den Trägern aufgelegt und auch das treibt die Kosten, es müsste gerade im sozialen Wohnungsbau auch einfacher gebaut werden können,das Recht auf Wohnen ist ein Menschenrecht.