Mann aus Aachen wegen schwerer Vergewaltigung verurteilt | WDR aktuell
00:25 Min.. Verfügbar bis 19.12.2027.
Das Landgericht verurteilte den Mann wegen schwerer Vergewaltigung, gefährlicher Körperverletzung und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs. Er hatte die Aufnahmen anderen Nutzern in Chatgruppen und auf Internetplattformen mit Tausenden Teilnehmern zur Verfügung gestellt. Die Taten beging der Mann dem Urteil zufolge zwischen 2018 und 2024.
Viel Medienpräsenz im Aachener Gerichtssaal.
Ermittlungen des Bundeskriminalamts führten zur Identifizierung des 61-Jährigen, nachdem über ein Recherchenetzwerk Hinweise auf bestimmte Chatgruppen eingegangen waren. Der genutzte Messengerdienst hatte die Daten bereitgestellt. In einem Anklagepunkt aus dem Jahr 2009 wurde der Mann dagegen freigesprochen.
Der Prozess umfasste sieben Verhandlungstage. Er fand weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, um die Frau zu schützen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Dagegen kann noch mit einer Revision vorgegangen werden.
Parallelen zum Fall Pelicot in Frankreich
Der Fall sorgte auch international für Aufmerksamkeit. Der US-Nachrichtensender CNN etwa schreibt von Ähnlichkeiten mit dem viel beachteten Prozess gegen Dominique Pelicot in Frankreich.
Vor einem Jahr war Pelicot zu 20 Jahren Haft verurteilt worden, weil er seine damalige Frau Gisèle über Jahre hinweg immer wieder betäubt und gemeinsam mit anderen Männern vergewaltigt hatte, die er in Internetforen dazu einlud.
Gisèle Pelicot hatte auf einem öffentlichen Prozess bestanden, "damit die Scham die Seite wechselt", und war im Lauf des Verfahrens zu einer Symbolfigur für den Kampf gegen sexualisierte Gewalt geworden. Neben Dominique Pelicot wurden zahlreiche weitere Männer zu Haftstrafen verurteilt.
Unsere Quellen:
- Nachrichtenagenturen dpa und AFP
Sendung: WDR 2, Nachrichten, 19.12.2025, 12.00 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, WDR aktuell, 19.12.2025, 12.45 Uhr