Martina Haase summt leise. Die Aachenerin setzt dabei die Wurzeln einer kleinen Esche in ein Erdloch. Das Bäumchen stammt aus ihrem Garten im Aachener Stadtteil Sief. Nun soll es hier auf einer Wiese am Rand des Tagebaus Hambach weiter wachsen - in Sichtweite des umstrittenen Manheimer Sündenwäldchens bei Kerpen.
Vorort werden auch Bäume eingepflanzt
Direkt hinter der Esche von Martina Haase werden noch weitere Bäumchen gepflanzt, unter ihnen junge Eichen und Buchen. Das Einpflanzen sei ein Symbol des Protests gegen die geplante Rodung des Sündenwäldchens, sagen die Menschen auf der Wiese
BUND fordert Erhalt von Sündenwäldchen
Direkt neben der Wiese stimmt Dirk Jansen die etwa 100 Demonstranten auf die Kundgebung ein. Es wird Musik gespielt. Fahnen des Protests wehen im Wind. Denn sollte RWE das noch etwa 1 Hektar große Sündenwäldchen roden, ginge eine wichtige Naturinsel am Tagebau Hambach verloren, sagt der Geschäftsleiter des nordrhein-westfälischen Umweltverbands BUND.
Zusammen mit mehreren Bürgerinitiativen fordert der BUND das Land NRW und den Tagebaubetreiber RWE auf, das Wäldchen zu verschonen. Doch RWE will hier am Rand des Tagebaus Hambach Sand und Kies abgraben. Damit sollen stabile Uferböschungen für den geplanten Hambacher See hergestellt werden.
Ultimatum an Waldbesetzer läuft ab
Um den Manheimer Sündenwäldchens geht es
Zum umstrittenen Sündenwäldchen dürfen die Demonstranten nicht ziehen. Das Gelände gehört RWE. Seit Anfang Oktober darf das Wäldchen auch nicht mehr betreten werden. So steht es in einer Verfügung der Stadt Kerpen.
In mehreren Bäumen haben jedoch Umweltaktivisten Häuser und Plattformen aus Holz gezimmert. Sie alle wollen den kleinen Wald nicht verlassen. Die Stadt Kerpen droht den Baumbesetzern nun ab Mitternacht mit der Räumung durch die Polizei.
Unsere Quellen:
- BUND NRW
- Initiative 3 Rosen
- Stadt Kerpen
- RWE
- Reporter vor Ort