Hundesteuer steigt
05:36 Min.. Verfügbar bis 11.05.2028. Von Lena Wohlgefahrt.
Hunde gehören für viele zum Alltag. Aber sie sind nicht nur Begleiter, sondern auch ein Kostenfaktor. Neben Futter, Tierarzt und Training fällt in den meisten Kommunen auch Hundesteuer an. Und die unterscheidet sich teils deutlich, je nach Wohnort.
Für viele Halter summieren sich die Ausgaben schnell. "Die Hundesteuer ist da, die Tierarztkosten sind gestiegen, Geld für Training. Insgesamt ist es schon ziemlich kostspielig, einen Hund zu halten", sagt Haundetrainerin Alexandra Tabatabai. Sie hat sich bewusst für ihren Hund entschieden, achtet aber genau auf die Ausgaben im Alltag.
"Natürlich muss sich jeder Hundehaltende die Frage stellen, wo das persönliche Limit ist." Alexandra Tabatabai, Hundetrainerin
Ein zweiter Hund kommt für sie nicht infrage. Anders ist es bei Heinz Kapschak. Der Hundebesitzer aus Obermaubach zahlt 120 für den ersten Hund und 180 Euro für den zweiten. "Das ist schon eine Menge Geld, was man aufbringen muss, um einem zweiten Hund ein schönes Leben zu ermöglichen", sagt Kapschak.
Große Unterschiede in der Region
Die geringste Hundesteuer wird mit 60 Euro in Heinsberg und Wassenberg erhoben. Am teuersten ist es bei unserem Vergleich mit 120 Euro in Aachen und Obermaubach.
Neben Futter und Tierarztkosten spielt auch die Hundesteuer für viele Halter eine Rolle.
Wie hoch die Hundesteuer ist, hängt von der jeweiligen Kommune ab - und unterscheidet sich in der Region gehörig. In einigen Städten und Gemeinden ist die Steuer in diesem Jahr im Vergleich zu 2025 nochmal angestiegen. In Nideggen ist der Betrag für den ersten Hund von 96 auf 112 Euro gewachsen, beim zweiten sind es mit 154 Euro ganze 22 mehr als im Vorjahr. Das zweite Tier kostet in der Kleinstadt damit sogar zehn Euro mehr als in Aachen.
Diskussion über Sinn und Unterschiede
In Düren liegt die Steuer bei 84 bzw. 96 Euro. Als wir in der Stadt unterwegs sind und Menschen auf das Thema ansprechen, wird deutlich, dass die großen Unterschiede zwischen den Kommunen für Diskussionen sorgen. Während einige die Steuer als selbstverständlich sehen, wünschen sich andere mehr Einheitlichkeit oder eine direkte Verwendung für Hundethemen vor Ort.
"Wenn es viele Hunde irgendwo gibt, die viel Dreck machen, dann muss es irgendjemand wegmachen. Dafür kann man das Geld zum Beispiel einsetzen", schlägt ein Dürener vor. Die Hundesteuer wird von den Kommunen selbst beschlossen. Jede Stadt oder Gemeinde entscheidet eigenständig über Höhe und Staffelung.
Die Einnahmen sind nicht zweckgebunden und fließen in den allgemeinen Haushalt. Fakt ist: Wie teuer es wird, entscheidet nicht zwingend das Tier, sondern der Ort, an dem man mit ihm lebt.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen der WDR-Reporterin
- Interview mit Hundebesitzern beim Spaziergang
- Hundesteuersatzung in Aachen, Nideggen, Düren, Eschweiler und Heinsberg
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Aachen, 28.05.2026, 19:30
