Batterie-Upcycling-Analge Aachen | Aktuelle Stunde
00:55 Min.. Verfügbar bis 19.08.2027.
In der Aachener Gigafactory sollen Batterie-Speichersysteme entstehen, die dabei helfen, die Schwankungen erneuerbarer Energien auszugleichen.
"Wollen wir in Zukunft mit Öl oder erneuerbaren Energien bezahlen?" Die Antwort lieferte einer der VOLTFANG-Geschäftsführer, David Ouddsndji, bei der Eröffnung der Gigafactory gleich mit. Er und seine Mitarbeiter nutzen ein recht einfaches Prinzip. Sie verbinden aussortierte Autobatterien von Elektro-Autos, die aber noch über genügend Speicherkapazität verfügen. Auf diese Weise entstehen große Speichersysteme.
Stromüberschuss vor allem an Sommertagen
Diese Batteriepakete können im Sommer um die Mittagszeit, wenn Solarzellen große Mengen an Strom erzeugen, Überschüsse speichern. Und diese in der Nacht dann wieder abgeben. So werden die Schwankungen erneuerbarer Energien bei der Stromerzeugung ausgeglichen.
Batteriespeicher könnten Braunkohle ersetzen
Solche Speichersysteme werden immer wichtiger, ist NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst überzeugt. Allein im Rheinischen Revier sollen bis 2030 alle Braunkohlekraftwerke abgeschaltet und durch erneuerbare Energieerzeugung ersetzt werden. Dann wird es aber auch mehr Schwankungen im Stromnetz geben. Die Aachener Batteriespeicher könnten solche Stromschwankungen ausgleichen. Die Idee stammt vom recht jungen Aachener Start-Up-Unternehmen VOLTFANG.
Idee eines RWTH-Startups
Hinter ihm stecken drei junge RWTH-Absolventen. VOLTFANG wurde 2021 in einem Aachener Wohnzimmer gegründet. Nach diversen Umzügen und Expansion wird mittlerweile im Aachener Industriepark Rothe-Erde an der Zukunft gebaut. Mit einhundert Mitarbeitern. Genau da, wo früher Philips Millionen Fernseher produzierte und der Elektrobauer e.Go krachend pleite ging.
Große Unternehmen steigen ein
Mittlerweile kaufen selbst namhafte Firmen wie Aldi oder Mc Donalds die Speicher von VOLTFANG. Investoren stiegen in mehreren Runden mit Millionen an Euro ein. Bei der letzten waren es mehr als 15 Millionen. Die Investoren versprechen VOLTFANG eine prächtige Zukunft.
Produktion im Gigawatt-Bereich geplant
Mittlerweile baut VOLTFANG riesige Speicher, die die Stromversorgung eines ganzen Stadtteils übernehmen können. Und noch ein Ziel liegt in greifbarer Nähe. Schon 2030 will das Aachener Unternehmen so viel Speicherkapazität in das deutsche Stromnetz einschleusen, wie das Kraftwerk Weisweiler bei Aachen in Spitzenzeiten produziert hat.
Das wären zwei Gigawatt. Bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch eines Haushalts von 3500 Kilowattstunden könnte man damit rund fünf Millionen Haushalte gleichzeitig mit Strom versorgen.
Unsere Quellen:
- VOLTFANG
- RWTH Aachen
- Hendrik Wüst