Was haben die stark erhöhten Parkgebühren in Aachen gebracht?

WDR 03:19 Min. Verfügbar bis 28.05.2028

Ein Jahr nach erhöhter Gebühr Aachens Bewohnerparken im Realitätscheck

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Dieser Zettel ist in Aachen ordentlich teuer geworden: der Bewohnerparkausweis. Früher hat er jährlich 30 Euro gekostet, jetzt richten sich die Gebühren nach Länge und Breite des Fahrzeugs. Die Bürger müssen dafür tief in die Tasche greifen.

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Purvi Patel

Das Jakobsviertel hat die höchste Einwohnerdichte in Aachen. Der Straßenrand ist entsprechend voll, jeder Parkplatz heiß begehrt. In vielen Autos liegt der Bewohnerparkausweis sichtbar hinter der Windschutzscheibe. Und der hat es mittlerweile in sich.

"Ich finde es ärgerlich. Man wird dafür bestraft, dass man in der Stadt lebt. Ich muss jetzt 220 Euro statt 30 Euro pro Jahr zahlen", sagt ein Student. Ein anderer Mann ergänzt: "Ich brauche das Auto für meine Familie. Jetzt zahle ich 270 Euro."

Eine Studentin findet die neuen Gebühren vollkommen in Ordnung: "Ich war überrascht, als ich gesehen habe, was ich jetzt zahlen muss. Aber es ist gerecht, wenn größere Autos mehr zahlen müssen."  

Weniger Autos im Stadtbild?

Vor einem Jahr wurden die neuen Gebühren eingeführt. Mittlerweile haben sich die Machtverhältnisse im Rathaus verschoben. Waren damals die Grünen die stärkste Fraktion, ist es heute die CDU, die zwar für eine Erhöhung, aber nicht in dieser Höhe war. Das Fazit nach einem Jahr fällt entsprechend unterschiedlich aus.

Monika Wenzel von den Grünen schildert ihren persönlichen Eindruck: "Ich nehme weniger parkende Autos am Straßenrand wahr. Und das wollten wir erreichen: weniger Autos im öffentlichen Raum."  

Einnahmen versechsfacht

Durch die Bewohnerparkausweisgebühren nimmt die Stadt auch wesentlich mehr ein: Waren es vorher 650.000 Euro, sind es nun 3,6 Millionen Euro innerhalb von einem Jahr.

Ein Mann sitzt an einem Schreibtisch

Daniel Hecker von der Aachener CDU-Fraktion

Das Geld kann die Stadt, deren Kämmerin erst kürzlich eine Haushaltssperre verhängt hat, gut gebrauchen. Doch es belastet die Bürger, meint Christdemokrat Daniel Hecker.  

Weitere Bewohnerparkzonen geplant

Aktuell gibt es in Aachen 25 Bewohnerparkzonen. Sechs neue Zonen sind geplant. Die beschlossenen Parkzonen will die CDU nicht antasten, bei den anderen will sie Bürgerbefragungen durchführen.

Nahaufnahme von einem Bewohnerparkschein

Teuer geworden: Der Bewohnerparkausweis

Interessant wird es für die Anwohner, die aktuell Probleme haben, einen freien Parkplatz zu finden. Denn dort, wo Bewohnerparkzonen eingerichtet werden, dürfen andere Pkw nur zeitlich befristet stehen, zudem fallen Parkgebühren an.

Ob die Bewohnerparkgebühren gesenkt werden, wird auch von den Koalitionsverhandlungen in Aachen abhängen, die die CDU aktuell mit SPD, FDP und Volt führt. Hecker dämpft die Erwartungen: So günstig wie früher, sagt er, wird es wohl nicht mehr.

Unsere Quellen:

  • CDU Aachen
  • B'90/Die Grünen Aachen
  • Gespräche mit Anwohnern
  • Reporterin vor Ort

Sendung: WDR.de, Aachens Bewohnerparken im Realitätscheck, 29.05.2026, 06:00 Uhr

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