Außenansicht des Otto-Petersen-Haus in Aachen. Über dem Eingang steht der Name des Studentenwohnheims

Otto-Petersen-Haus in Aachen: Zu Gast in einem der ältesten Studentenheime Aachens

60 Jahre in Aachen: Über ein Studiheim, das bis heute Kult ist

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In einer Kellerbar in Aachen trifft Geschichte auf Gegenwart. Johann "Johnny" Brink, 73 Jahre alt, steht mit einem frisch gezapften Bier zwischen vielen Studierenden. Warum die Motorbar im Otto-Petersen-Haus für ihn mehr als nur eine Kneipe ist.

Von Annika Müller (Text) und Sophia Naim (Multimedia)

Stimmengewirr, klirrende Biergläser, schummrig-gelbliches Licht - und mittendrin steht Johann Brink. In der Motorbar kennen ihn alle als Johnny. Zwischen den Studierenden, die seine Enkel sein könnten, steht der 73-Jährige gelassen an der Theke und trinkt sein Bier. In der Motorbar ist er bekannt wie ein bunter Hund. Auch wenn seine eigene Studienzeit schon viele Jahre vorbei ist. 1973 ist Brink in das Otto-Petersen-Haus in Aachen gezogen, in dessen Keller sich bis heute die Motorbar befindet.

Otto-Petersen-Haus in Aachen: Ein "Platz an der Sonne" für alle

Mittlerweile ist es 60 Jahre her, dass hier im Mai 1965 der erste Mietvertrag unterschrieben wurde. Als Brink damals einzog, war das Hochhaus also keine zehn Jahre alt. Das Otto-Petersen-Haus ist einer von vier Studententürmen in Aachen und war der erste, der fertiggestellt wurde. Vorgestellt wurde das Projekt damals mit dem Versprechen: "Diese Hochbebauung sichert jedem den Platz an der Sonne, die Aussicht und ein verhältnismäßig ruhiges Arbeiten." Doch wenn viele Studierende auf engem Raum zusammenkommen, spielen auch Partys damals wie heute eine große Rolle. Sowohl in den kleinen Appartements als auch in der Kellerbar.

Johann Brink war schon als Student in der Motorbar

00:14 Min. Verfügbar bis 07.06.2027

Während der 73-jährige Brink ein Fernsehinterview gibt, albern junge Studenten hinter der Kamera rum, stoßen mit ihm an und er erzählt von früher: "Die Motorbar ist von unseren Vorgängern gegründet worden und es waren nur zwei Räume. Sie haben mit als erstes diesen Waggon hier rangeschleppt." Dabei zeigt Brink an die holzvertäfelten Wände und die abgerundete Decke. Noch immer ziert der originale Waggon aus der alten Aachener Straßenbahn die Inneneinrichtung der Studentenkneipe.

Auf dem Foto aus den 70ern sitzen junge Menschen auf den Straßenbahnbänken des in die Motorbar gebauten Straßenbahnwaggons.

Schon vor gut 50 Jahren tranken Aachener Studierende auf den Holzbänken in der Motorbar ein Bier

Immer mittwochs ab 21 Uhr treffen sich hier seit mehr als 50 Jahren die Bewohnerinnen und Bewohner des Otto-Petersen-Hauses. In dem Turm leben auf 20 Stockwerken insgesamt circa 200 Studierende. Ab der fünften Etage aufwärts befinden sich kleine Appartements mit eigener Küchenzeile, einem kleinen Bad und Gemeinschaftsküche, sie sind etwa 18 Quadratmeter groß. In den unteren Etagen gibt es Einzelzimmer.

Für Abwechslung vom Lernen

Neben der Bar bieten auch Billardtisch, Tischtennisplatte oder ein gemeinsamer Filmraum den Studierenden Abwechslung. Hier verbringt auch David Grießner gerne mit Freunden die Lernpausen. Der Chemiestudent wohnt im 15. Stock. Seine Abende verbringt der 24-Jährige, so wie auch Brink damals, bierzapfend und Tequila ausschenkend hinter der Theke der Motorbar.

Wie sieht es in der Aachener Studentenkneipe Motorbar aus?

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Die Studierenden feiern hier im Grunde noch wie früher, meint Brink. Wobei die Kommunikation mit dem Handy schon ein bisschen was verändert habe: "Events werden wahrgenommen, die muss man aber bewerben. Früher haben sich die Feten oft von selbst ergeben. Weil man wusste: Ich gehe in die Motorbar und da ist was los." Brink hat die Planung dabei schon länger abgegeben, hilft seinen Nachfolgern aber immer noch gerne. Denn ihm ist wichtig, dass die Motorbar - mit all ihrem 60er-Jahre-Charme - erhalten bleibt und weiter Menschen zusammenbringt.

Über dieses Thema haben wir auch am 15.05.2025 im WDR-Fernsehen berichtet: Lokalzeit aus Aachen, 19.30 Uhr.

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