Karlspreisträger Mario Draghi diskutiert mit RWTH-Studenten

WDR 02:48 Min. Verfügbar bis 13.05.2028

Europa hat Chancen Karlspreisträger Draghi diskutiert mit Studenten

Stand:

Der ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank und frühere Ministerpräsident von Italien hat bei den jungen Menschen einen ziemlich guten Eindruck hinterlassen.

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Jens Tervooren
Blerina Spahiu, Architekturstudentin im 4. Semester

Blerina Spahiu, Architekturstudentin im 4. Semester

"Er hat alles sehr gut erklärt, egal ob es Themen aus der Geschichte oder aus der Ökonomie waren. Und auch die Fragen hat er sehr gut beantwortet. Mir ist hängen geblieben, dass er sehr auf die demokratischen Werte setzt - also das ist ihm das sehr wichtig. Auch dann, wenn man schnelle Entscheidungen treffen muss, dürfen die nie verletzt werden", erzählt Blerina Spahiu, Studentin an der RWTH Aachen. Sie fühle sich durch diese ganzen Krisen schon irgendwie verloren - und man denke eher negativ über vieles. Aber die Worte Draghis hätten ihr einen einen optimistischen Blick auf die Zukunft gegeben.

"Dann braucht man irgendwie ja einen Draghi, der einem sagt: wir müssen jetzt Europa stärken und dann wird das schon alles gut gehen." Blerina Spahiu Architekturstudentin

Draghi punktet mit umfangreichem Wissen bei den Studierenden

Ole Pauls, Architekturstudent im 4. Semester im Master

Ole Pauls, Architekturstudent im 4. Semester im Master

Auch von anderen Studierenden wurde die Atmosphäre als sehr angenehm wahrgenommen. "Ich glaube, es ist der ideale Gesprächspartner für eine technische Universität. Man hat gemerkt, dass er unglaubliche Expertise ausstrahlt, unglaubliches Wissen", sagt zum Beispiel Ole Pauls. Auch er fand die Sichtweise über Europa sehr zukunftsweisend, sehr strukturiert. Es habe ihm Hoffnung gemacht, dass man vielleicht irgendwann ein Europa werde.

Designierter Karlspreisträger diskutiert auf Augenhöhe

Die Möglichkeit, mit Mario Draghi auf Augenhöhe reden zu können, haben viele Studierende gerne genutzt und auch als besonders empfunden. Oft wurde er im Anschluss als sympathisch beschrieben.

"Auf die Frage, ob die Demokratie denn noch schnell genug ist für die heutige Zeit? Da hat mir die Antwort von Herrn Draghi neue Einsichten gegeben." Jakob Falcioni, Physikstudent
Jakob Falcioni, Physikstudent im 4. Semester

Jakob Falcioni, Physikstudent im 4. Semester

Laut Draghi müssten Prozesse beschleunigt werden, das sei durchaus auch in einer Demokratie möglich. Positiv überrascht hat er dabei auch mit seiner positiven und gelassenen Art.

Mario Draghi polarisiert

Er sei auf jeden Fall eine polarisierende Figur, sagt zum Beispiel Sophie Michelassi. Gleichzeitig finde sie, dass er auf die Fragen sehr gut eingegangen sei und sich viel Zeit genommen habe, um ausführlich zu antworten. Mit dem Ergebnis sei sie deshalb sehr zufrieden. "Ich glaube, er glaubt an den Report, den er zusammen mit anderen Wissenschaftlern entwickelt hat, und ich glaube nicht, dass das jetzt nur warme Luft ist."

Bei dem Report geht es um den "Draghi-Report" aus dem Jahr 2024. Damals hatte der jetzt designierte Karlspreisträger gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern ausgearbeitet, was Europa für eine erfolgreiche Zukunft umsetzen müsste. Unter anderem ging es dabei um Finanzen, Digitalisierung und politisches Miteinander.

Sophie Michelassi, Chemiestudentin im 2. Semester

Sophie Michelassi, Chemiestudentin im 2. Semester

"Ich glaube das, was er als Antwort gegeben hat, bedeutet einfach nur, dass Demokratien grundsätzlich und auf jeden Fall erhalten bleiben sollen. Also für mich ist der diesjährige Karlspreis-Träger auf jeden Fall eine gute Wahl", so Michelassi.

Unsere Quellen:

  • Gespräche mit Teilnehmden vor Ort
  • Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Aachen, 13.05.2026, 19:30 Uhr 

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