Umweltschützer kritisieren "Todeszone" für Kröten
WDR. 03:18 Min.. Verfügbar bis 11.03.2037.
Um kurz nach 21 Uhr sind Benjamin Wrobel und Christiane Theissen vom NABU im Kreis Euskirchen mit Eimer und Taschenlampe auf der Straße L 421 am Kronenburger See unterwegs. Die Amphibien kommen erst zur Dämmerung raus und wenn es feucht ist. Am Nachmittag hatte es wieder geregnet. Somit werden sicher Kröten unterwegs sein.
"Kröten-Todeszone" Straße
Schon nach wenigen Metern treffen sie auf die erste Kröte auf der Straße. Im Schein der Taschenlampe bleibt sie starr stehen. Wenn jetzt ein Auto unterwegs wäre, dann würde die Kröte wahrscheinlich sterben. 90 Prozent der Kröten auf der Straße würden von Autos erfasst, sagt Wrobel.
Doch diese hat Glück. Wrobel hebt sie auf und packt sie in einen Eimer. Nachdem noch zwei weitere von der Straße aufgelesen hat, bringt er sie auf die andere Straßenseite zu einem Hang mit hohem Gras. Jetzt kann die Kröte sicher zurück in ihre heimischen Wälder.
Rheinland-Pfalz hat Schutzsystem für Kröten
Der Kronenburger See liegt im Süden des Kreises Euskirchen, direkt an der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz. Dort gibt es ein Schutzsystem für Amphibien. Sieht aus wie eine kleine Leitplanke. Hier geht es für die kleinen Tiere nicht weiter und sie werden so bis zu einem Tunnel geführt. So sind sie sicher auf ihrem Weg zu den Laichgebieten und zurück.
Der NABU kämpft dafür, dass auch in NRW so ein Schutzsystem installiert wird wie am Kronburger See. Im vergangenen Jahr haben die Tierschützer deshalb Straßen NRW kontaktiert. Doch wegen zu hoher Kosten sei das abgelehnt worden, sagt NABU-Sprecher Ulrich Pohl. Immerhin: ein Warnschild für Krötenwanderung hat die Behörde aufhängen lassen.
Statistik für Krötenwanderung am Kronenburger See
Einige Autofahrer fahren an diesem Abend langsamer. Es mag auch den rot-blinkenden Lichtern am Straßenrand liegen. Die hat der NABU aufgestellt mit einem mobilen Zaun mit kleinen Durchlässen für die Tiere. In den kommenden Tagen wollen sie den abbauen.
10000 Amphibien haben sie seit Anfang März über die Straße geholfen oder tot von dort geborgen. Zum ersten Mal haben sie in dieser Saison die Krötenwanderung statistisch erfasst. Mit diesen Zahlen wollen sie einen neuen Anlauf für ein Schutzsystem nehmen.
Unsere Quellen:
- NABU
Sendung: WDR 2 Aachen und die Region, Lokalzeit, 05.05.2026, 9.31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Aachen, 05.05.2026, 19:30 Uhr
