Die Bürgerinnen und Bürger in Sonsbeck im Kreis Wesel werden sich am Sonntag bei den Kommunalwahlen nur zwischen zwei Parteien entscheiden müssen: CDU oder das Wahlbündnis "Gemeinsam für Sonsbeck" (GfS).
Hintergrund ist, dass die Stadt am Niederrhein als CDU-Hochburg gilt. Meistens bekam die Partei bei Kommunalwahlen sogar die absolute Mehrheit. Um bei der Wahl am Sonntag dagegen anzukommen und stärkste Kraft zu werden, haben sich die Oppositionsparteien SPD, FDP, GRÜNE und die freien Wähler "BIS" zusammengeschlossen.
Besonderes Wählerbündnis: Alle bleiben in ihren Parteien - arbeiten aber gemeinsam
Das Bündnis "Gemeinsam für Sonsbeck" aus den vier Oppositionsparteien aus dem Gemeinderat besteht seit Ende des vergangenen Jahres. Das Ziel: Gemeinsam die Mehrheit der CDU knacken. Das Wahlbündnis wurde für die Kommunalwahlen 2025 offiziell zugelassen. Es bezog ein Bürgerbüro und startete in den Wahlkampf. Seine Mitglieder wollen dann parteiunabhängig arbeiten.
Das Besondere: Alle Kandidaten können auch weiter Mitglieder in ihren Ursprungsparteien bleiben. Werner Kalter (Grüne) vom Wahlbündnis sagte dem WDR, in den vergangenen Jahren habe man bereits zusammengearbeitet und viel erreichen können. Das Ganze sei "empathisch und respektvoll" abgelaufen und mache Mut für die Zukunft.
CDU äußert sich kritisch
Aus der CDU hingegen kommen kritische Stimmen - hier fürchtet man, die politische Vielfalt gehe verloren: "Es ist schade für die Demokratie und für die Stimmberechtigten, zur Auswahl stehen jetzt lediglich zwei Parteien", meint Fraktionschef Markus Krebber. Generell führt die CDU in Sonsbeck aber einen selbstbewussten Wahlkampf. "Wir wollen wieder die absoluten Mehrheit erringen", heißt es von Krebber.
Politikwissenschaftler: Sonsbecker Beispiel außergewöhnlich
Politikwissenschaftler Professor Andreas Blätte hat sich den Zusammenschluss aller Oppositionsparteien in Sonsbeck. Er sagte dem WDR, das Wahlbündnis sei außergewöhnlich, aber dennoch möglich: "Wenn sich die handelnden Personen gut kennen, lässt sich möglicherweise auch parteiübergreifend gut zusammenarbeiten." Solche Konstellationen seien aber nur auf kommunaler Ebene denkbar, nicht darüber hinaus.
Vor zwei Jahren bereits Mehrheit der Opposition in Sonsbeck
Über das Bürgermeisteramt wird in Sonsbeck diesmal nicht abgestimmt, denn erst Ende 2023 wurde Nadine Bogedain bis 2030 gewählt. Sie konnte sich als fraktionsübergreifende Kandidatin von SPD, FDP, Grünen und BIS gegen die CDU-Konkurrenz durchsetzen.
Unsere Quellen:
- CDU-Fraktion Sonsbeck
- Wahlbündnis "Gemeinsam für Sonsbeck"
- Politikwissenschaftler Professor Andreas Blätte