Die Kommunalwahlen im bevölkerungsreichsten Bundesland ziehen die Aufmerksamkeit von zwei Dritteln der Nordrhein-Westfalen auf sich. Interesse bekunden 67 Prozent, davon geben 22 Prozent an, dass sie sehr stark und 45 Prozent, dass sie stark interessiert sind. Das ist das Ergebnis des Kommunalwahl-Trends, den Infratest dimap im Auftrag des WDR erhoben hat.
Für jeden Dritten (32 Prozent) haben die Kommunalwahlen einen weniger großen Stellenwert, sie bringen nach eigenen Angaben derzeit wenig (27 Prozent) oder kein Interesse (5 Prozent) gegenüber dem anstehenden Urnengang auf.
Kommunalwahl-Trend 2025: Welche Themen die Wahlen entscheiden könnten. WDR 5 Westblick - aktuell. 04.09.2025. 03:49 Min.. Verfügbar bis 04.09.2026. WDR 5.
Zufriedenheit mit Lebensbedingungen vor Ort
Das Gesamturteil zu den Lebensbedingungen in den nordrhein-westfälischen Städten und Gemeinden fällt vor der Wahl deutlich positiv aus. 77 Prozent der Wahlberechtigten äußern sich sehr zufrieden (14 Prozent) bzw. zufrieden (63 Prozent), nur ein gutes Fünftel oder 22 Prozent ist weniger (17 Prozent) oder gar nicht zufrieden (5 Prozent).
Hiervon abweichend gestaltet sich der Blick auf einzelne kommunale Felder. Allein bei der Gewährleistung öffentlicher Sicherheit und Ordnung vor Ort überwiegt ein klar positives Urteil. 60 Prozent geben sich zufrieden, 39 Prozent unzufrieden.
Etwa die Waage halten sich dagegen wohlwollende und kritische Wertungen zur wirtschaftlichen Lage in den Städten und Gemeinden: 46 sind zufrieden, 48 Prozent unzufrieden. Ähnlich ist das Bild beim öffentlichen Nahverkehr: 43 zeigen sich zufrieden, 46 Prozent unzufrieden, sowie bei der Situation von Schulen und Kitas. Hier sind 40 zufrieden, 38 Prozent unzufrieden.
Ausländerintegration, Infrastruktur und Wohnungsmarkt
Vorwiegend skeptisch bilanziert wird von den Wahlberechtigten die Integration von Ausländern. Lediglich 38 Prozent geben an, zufrieden zu sein, mit 50 Prozent ist die Hälfte der Menschen unzufrieden. Nochmals kritischer ist allerdings die Sicht auf den Zustand von Straßen, Brücken und Radwegen. Hier erreicht die Zufriedenheit nur 30 Prozent, unzufrieden sind 69 Prozent. Schlusslicht bei der Zufriedenheit ist die Lage am Wohnungs- und Mietmarkt: Nur 28 Prozent sind zufrieden, 58 Prozent unzufrieden.
So sehen die Zufriedenheitswerte in den Regionen aus:
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Unterschiede zwischen Stadt und Land
Vergleicht man das Urteil der Wahlberechtigten in kleineren Gemeinden unter 20.000 Einwohnern mit dem von den Befragten in Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern, dann springen vor allem bei vier Themen deutliche Unterschiede ins Auge: Während die Menschen in kleinen Gemeinden bei Sicherheit und Ordnung zu mehr als zwei Drittel (70 Prozent) ein positives Urteil fällen, ist es in Großstädten nur gut jeder Zweite (53 Prozent).
Auch beim Zustand von Schulen und Kitas läuft es aus Sicht der Befragten in kleinen Gemeinden deutlich besser als in Großstädten. In kleinen Gemeinden ist hier gut jeder Zweite zufrieden (55 Prozent), in Großstädten nur knapp ein Drittel (31 Prozent).
Noch größer ist die Diskrepanz beim öffentlichen Nahverkehr - allerdings in die andere Richtung. In kleinen Gemeinden fällt hier nur jeder Vierte ein positives Urteil (27 Prozent), in Großstädten jeder Zweite (53 Prozent). Dafür sind die Menschen in kleinen Gemeinden zu 39 Prozent zufrieden mit dem Zustand von Straßen, Brücken und Radwegen und damit klar zufriedener als die Menschen in Großstädten. Dort ist bei diesem Thema nur gut jeder Fünfte (22 Prozent) zufrieden.
CDU genießt größtes Vertrauen, SPD nur knapp vor AfD
Für den Ausgang der Kommunalwahlen ist neben der aktuellen Themenlage und den antretenden Kandidatinnen und Kandidaten nicht zuletzt das Vertrauen zur Lösung der vor Ort anstehenden Aufgaben bedeutsam. Bei der Zuweisung entsprechender Kommunalkompetenzen durch die Wahlberechtigten sichern sich die Christdemokraten in Nordrhein-Westfalen erkennbare Vorteile.
Auf die CDU setzen im Bundesland 23 Prozent der Wahlberechtigten, gefolgt von der SPD mit 15 Prozent und der AfD mit 11 Prozent. 7 Prozent vertrauen bei kommunalen Aufgaben am ehesten den Grünen, 4 Prozent lokalen Wählervereinigungen, Bürgerbündnissen und Listen, 3 Prozent der Linken, 2 Prozent der FDP. 12 Prozent trauen das keiner Partei oder Liste zu.
Der Vertrauensvorsprung der CDU in kommunalen Fragen besteht in Nordrhein-Westfalen vor allem bei älteren Wahlberechtigten. Während von den über 64-Jährigen knapp jeder Dritte (31 Prozent) auf die Union setzt, sind es bei den unter 35-Jährigen mit 16 Prozent nur etwa halb so viele. Damit liegt die CDU im Kompetenzurteil der Jüngeren nur knapp vor der AfD. 15 Prozent der Altersgruppe vertrauen bei der Lösung der wichtigsten lokalen Aufgaben der Rechtsaußenpartei, 13 Prozent der SPD. 8 Prozent von ihnen bevorzugen die Grünen, 7 Prozent die Linke. Mit 4 Prozent schneidet auch FDP in dieser Altersgruppe stärker ab, als in der Gesamtbevölkerung.
Das sind die Ergebnisse in den Regionen:
Für den NRW-Kommunalwahl-Trend hat Infratest dimap vom 12. bis 28. August 2025 5.550 Wahlberechtigte telefonisch (3.300) und online (2.250) befragt. Ihre Antworten sind repräsentativ für alle Wahlberechtigten.
Über dieses Thema berichten wir am Donnerstag (04.09.) unter anderem in den Hörfunknachrichten, im Westblick um 17.05 Uhr, in der Aktuellen Stunde um 18.45 Uhr und in den Lokalzeiten um 19.30 Uhr.
Unsere Quelle:
- NRW-KommunalwahlTREND von Infratest dimap im Auftrag des WDR
Kommentare zum Thema
Meines Erachtens Haben die oben gezeigten Umfragewerte, Diagramme, Trends sowie Aussagen absolut nichts mit der Realität zu tun und können nichts mit der Wahrheit zu tun haben. Das was ich sehe und täglich erlebe, ob privat oder im Beruf wo ich mit allen Leuten die hier leben schon aus Beruflichen Gründen in Kontakt treten muss, (ob ich will oder nicht) kann ich behaupten das diese Informationen nicht Stimmen können. Ich habe mit weitaus mehr als 1000 Menschen über diese Themen privat in den eigenen 4 Wänden darüber gesprochen (nicht am Telefon bei einer Umfrage) und eine völlig Meinung mittgeteilt bekommen wie sie hier dargestellt wird. Ob die Menschen das gleiche bei einer Umfrage sagen würden oder so wählen würden wie sie tatsächlich wollen ist natürlich etwas anderes...Wen es keine Kühe mehr gibt, kann man sie auch nicht mehr melken. Dann wird jeder selber gucken wie er über die Runden kommt. Ob das allen Bewusst ist, Bezweifele ich. Mal sehen wie lange es noch Kühe gibt.
In NRW, träumt man noch den alten Traum der seit 15 Jahren nicht mehr auf die Realität trifft.
. Weil diese Menschen die Realität wie sie jetzt ist eindeutig schlechter finden als die vor 15 Jahren. Da gab es noch ein wir und man vertraute den Politikern das Sie grob im Sinne der Bevölkerung handeln.. Eine Gemeinschaft funktioniert nur wenn alle Ihren teil dazu beitragen...Wenn es mehr gibt die die Gemeinschaft ausnutzen als derer die dazu Beitragen, befindet man sich in der Realität wo wir uns momentan befinden. Ich glaube eher das Sie sich nie erträumt hätten das Sie jetzt in so einer Realität leben müssen, obwohl sie immer arbeiten waren damit sie nicht in dieser Realität leben müssen... Wie Naiv würde ich jetzt mal sagen. Ursache=Wirkung.
Mir ist wichtig: a) Verschuldung der Kommunen reduzieren b) Mietpreise und Grundsteuer bezahlbar halten c) Sich auch abends in Städten sicher fühlen