Die Stadt Bonn überlegte bereits im vergangenen Jahr, weniger Geld in eigene Autos und Geräte zu stecken, dafür die Autofahrer in der Stadt stärker zur Kasse zu bitten, durch Ausweitung der Verkehrsüberwachung. Mehr Knöllchen, mehr Bußgelder. So sollte mehr Geld in die Bonner Stadtkasse fließen.
Bundesgartenschau - Gewinn für die Stadt oder einfach nur teuer?
Auch der Stadt Wuppertal mit einem für dieses Jahr prognostizierten Minus von über 100 Millionen Euro steht das Wasser bis zum Hals. Deshalb hatten Teile des Stadtrats im vergangenen Jahr die für 2031 in Wuppertal geplante Bundesgartenschau infrage gestellt. Inzwischen ist klar, die Bundesgartenschau findet statt. Eine Millionen-Investition. Die Befürworter sagen, die Schau sei ein Gewinn für die Stadt.
Bereits vor Jahren waren in Wuppertal schon gängige Spar-Ideen diskutiert und zum Teil auch umgesetzt worden: Schließung von Schwimmbädern und Theater, weniger Geld für Initiativen und Vereine, Personalabbau.
Musterknabe Borken
Die Stadt Borken galt vor Jahren als Vorzeige-Stadt in Sachen sparen: Der 40.000-Einwohner-Stadt im Westmünsterland war es in der Zeit zwischen 1996 und 2012 gelungen, ihre Schulden von 32 Millionen Euro zu tilgen und sich gleichzeitig ein Finanzpolster von 50 Millionen Euro aufzubauen, unter anderem durch Personalabbau. Jeder Posten in der Stadtverwaltung werde immer wieder hinterfragt, hieß es damals.
Licht aus - Wasserhahn zu
Die Energiekrise infolge des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine ab 2022 machte die Kommunen auch in NRW erfinderisch. Sie entwickelten Ideen, wie sie Energie und damit langfristig auch Geld einsparen könnten.
Die Straßenbeleuchtung wurde reduziert, Klimaanlagen heruntergedreht, der Warmwasserverbrauch in öffentlichen Gebäuden gedrosselt. Wasserspiele und Brunnen wurden in der Nacht abgestellt. Manche Kommunen blieben dabei, weil sie dadurch zumindest ein wenig Geld einsparen.
Proteste gegen Sparmaßnahmen in Münster
Auch die Stadt Münster muss sparen und kam deshalb in diesem Frühjahr auf die Idee, bereits geplante Sanierungsmaßnahmen in Schulen auf Eis zu legen. Es ging um viele Millionen Euro. Doch der städtische Schuldezernent musste zurückrudern, zu groß waren die Proteste von Lehrern, Eltern und Schülern.
Jetzt sollen die Schulen wie geplant saniert werden, mit Geld, das im Haushaltsplan für den Bau einer Musikhalle eingeplant war. Die Stadtspitze glaubt, das verantworten zu können, auch weil unklar ist, ob und wann die Musikhallen-Pläne umsetzbar sind.
Unsere Quellen:
- Stadt Münster
- Stadt Wuppertal
- NRW-Städte- und Gemeindebund
- Bezirksregierung Düsseldorf