Mehrere hundert Polizisten werden in Köln den Jahreswechsel betreuen. Vor Ort, auf den Wachen und in Bereitschaft. Hotspots, wie das Kwartier Latäng rund um die Zülpicher Straße, die Altstadt und die Umgebung um den Dom stehen besonders im Fokus.
"Die Kölner Innenstadt wird voraussichtlich wie in den Vorjahren voll sein. Wir bereiten uns intensiv auf diesen Einsatz vor und sind für all diejenigen da, die den Jahreswechsel friedlich feiern wollen", sagt Einsatzleiter Jürgen Mehlem von der Polizei Köln.
Insgesamt über 7.500 Polizeikräfte
NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) betonte, Silvester sei "kein Freibrief für Gewalt und Zerstörungswut". Er fügte hinzu: "Wer randaliert oder Einsatzkräfte angreift, den ziehen wir aus dem Verkehr."
Landesweit werden laut Innenministerium rund 7.600 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz sein. Im Vorjahr waren es den Angaben zufolge etwa 7.400 Polizeikräfte rund um Jahreswechsel. Das Innenministerium hat die 47 Kreispolizeibehörden per Erlass besonders sensibilisiert. Ein besonderer Fokus liege auf der Eigensicherung der Einsatzkräfte sowie der erhöhten Gefährdungslage durch politisch motivierte Kriminalität, hieß es.
Köln ist eine von acht NRW-Städten, die auf sogenannte Böllerverbotszonen setzt. Dort wirft die Polizei einen besonderen Blick auf den Umgang mit Feuerwerkskörpern, aber auch auf den Umgang Feiernder mit Polizei- und Rettungskräften, verspricht Jürgen Mehlem: "Wer nicht zulässige Böller zündet, in die Menge wirft, mit Raketen auf Menschen, Gebäude oder Einsatzkräfte zielt oder auf andere Art über die Stränge schlägt, muss mit entschlossenem Einschreiten meiner Kolleginnen und Kollegen rechnen und mit den Konsequenzen leben."
Neue Anlaufstellen in Dortmunder Innenstadt
Die Polizei Dortmund setzt auf Erfahrungswerte in der Silvesternacht. In Dortmund und Lünen will die Polizei mit größerem Personal für mehr Sicherheit sorgen. Der Einsatz wird gemeinsam mit der Bundespolizei und der Stadt Dortmund koordiniert. Auch die Bereitschaftspolizei des Landes wird vor Ort sein.
Ausgeweitete Videoüberwachung in der Silvesternacht auch rund um den Dortmunder Hauptbahnhof
Der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange wünscht sich, dass Dortmund und Lünen in diesem Jahr Orte des "fröhlichen Zusammenseins" sind. Um dies sicherzustellen, setzt die Polizei auf eine ausgeweitete Videoüberwachung in der Umgebung rund um den Dortmunder Hauptbahnhof.
Ebenfalls richtet die Polizei gemeinsam mit dem Ordnungsamt drei Anlaufstellen im Innenstadtbereich ein. Neben der Citywache im Brüderweg, gibt es mobile Anlaufstellen im Bereich Betenstraße/Westenhellweg sowie am Stadtgarten. Diese werden in der Zeit von 21 bis 2 Uhr besetzt sein. Anwohner und Feiernde können dort mögliche Straftaten melden oder einfach mit Polizei und Ordnungsdienst ins Gespräch kommen.
Prävention und mehr Einsatzkräfte in Bergisch Gladbach und Leverkusen
In Bergisch Gladbach setzen Einsatzkräfte ebenfalls auf mehr Personal, aber auch auf Courage. Feuerwehr und Stadt werben gemeinsam für eine friedliche Silvesternacht und geben Tipps, wie man sicher feiert. Für den Fall der Fälle stellen die Feuerwehren zusätzliche Staffeln in Rufbereitschaft, sowie zusätzliche Rettungswagen bereit. Ebenfalls besetzen Ehrenamtler einige Feuerwehrwachen.
In Leverkusen profitiert man von den zusätzlichen Einsatzkräften in der Nachbarstadt Köln. Auch hier stehen Kräfte der Bereitschaftspolizei sowie zusätzliches Personal auf den Wachen bereit.
Böllerverbotszonen in einigen NRW-Städten
Auch dieses Jahr setzen einige NRW-Städte auf Böllerverbotszonen. Sie haben in der Vergangenheit ein überwiegend positives Fazit gezogen: weniger Polizei- und Feuerwehreinsätze und weniger Verletzte.
Unsere Quellen:
- Feuerwehr Köln
- Polizei Köln
- Stadt Bergisch Gladbach
- Polizei Dortmund
- Mitteilung des Landesinnenministeriums
Sendung: WDR.de, Polizeiliche Maßnahmen zur Silvesternacht, 28.12.2025, 16:28 Uhr