Schwimmbadplan für Deutschland: Wege aus der Notlage
Aktuelle Stunde . 03.07.2025. 19:11 Min.. UT. Verfügbar bis 03.07.2027. WDR. Von Claudia Weber.
"Schwimmbadplan": Eine Milliarde pro Jahr gefordert
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Zu viele Schulkinder können nicht schwimmen - oft, weil Bäder zum Schwimmen lernen fehlen. Das soll sich ändern. Die "Bäderallianz" in Deutschland hat heute ihre Vorschläge vorgestellt.
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Zu den Kommentaren [3]"Rund 50 Prozent der Kinder, die die vierte Klasse verlassen, erreichen das Klassenziel nicht", sagt Christian Kuhn, Vorsitzender der Bäderallianz. Nämlich: Sicher zu schwimmen. "Da gilt es, eine bessere Grundausbildung zu machen, im wasserreichen Land Deutschland".
Schwimmbadplan soll Kurs vorgeben
Die Bäderallianz ist ein Zusammenschluss aus verschiedensten Verbänden, die mit Schwimmen und Wassersport zu tun haben - darunter sind zum Beispiel die DLRG, die Wasserwacht vom Roten Kreuz, der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister und viele mehr. Sie fordern: Es muss sich etwas ändern in Deutschland - und haben dafür heute einen "Schwimmbadplan" präsentiert.
Aktuell werde zu wenig Geld in Schwimmbäder investiert - und wenn, dann an den falschen Stellen. Das schlage auch auf die Personalsituation: "Wenn die Bäder nicht mehr so attraktiv sind, will dort auch niemand mehr arbeiten", stellt Kuhn fest.
Vom kleinen Becken bis zum Olympia-Bad
Es soll nach Willen der Allianz jetzt ein Masterplan her: Bund und Länder sollen sich genau anschauen, an welcher Stelle welche Art von Schwimmbad gebraucht wird. Der Vorschlag: Ein Kategoriensystem von 1 bis 4.
Schwimmenlernen in der Grundschule
Kategorie 1 wären nur ganz kleine Becken fürs Schwimmenlernen in der Grundschule, plus Aqua-Gymnastik-Kurse und ähnliches. Kategorie 2 wären die klassischen kleinen Familienbäder, Kategorie 3 schon fortgeschrittene Vereinsschwimmbäder mit Sprunganlage. Die Kategorie 4 ist dem Spitzensport vorbehalten.
Verbände fordern die "Bädermilliarde"
Das alles geht natürlich nur mit Geld: Eine Milliarde müsse der Bund jährlich leisten, für die nächsten zwölf Jahre. Dazu kämen noch Zuschüsse der Länder. Doch das sei unerlässlich, schreiben die Verbände.
Denn nicht nur der Schwimmunterricht soll sich so verbessern: Auch der deutsche Schwimmsport solle international noch erfolgreicher werden - und nicht zuletzt sei mit einer besseren Schwimmbadversorgung auch die Ausbildung von Rettungsschwimmerinnen und -schwimmern gesichert.
Daneben gibt es aber noch einen Aspekt: die Gesundheit. Hier rechnet sich die Investition in Bäder offenbar sogar Im WDR-Interview sagte Kuhn:
"Wir wissen aus anderen Ländern: 1 Euro in die Bäder reduziert 4 Euro im Gesundheitswesen. Das hat man erkannt im Entwicklungsplan Sport der letzten Regierung, der leider nicht umgesetzt wurde." Christian Kuhn, geschäftsführender Gesellschafter und Sprecher der Bäderallianz
Unsere Quellen:
- Schwimmbadplan der Bäderallianz
- WDR-Interview mit Christian Kuhn
Über dieses Thema berichten wir am 3. Juli 2025 auch im Tagesgespräch auf WDR 5, 12:10 Uhr.
3 Kommentare
Kommentar 3: Patrick schreibt am 03.07.2025, 17:04 Uhr :
Gibt es in Freibädern aktuell nicht andere Probleme? Das wäre mal ein Artikel wert… ob es da schon andere Lösungen als lustige Plakate gibt, würde mich mal interessieren.
Kommentar 2: 03.07.2025, 16:13 Uhr :
Name und Kommentar wg. Netiquette-Verstoßes gesperrt. (die Redaktion)
Kommentar 1: Anonym schreibt am 03.07.2025, 14:16 Uhr :
Was wieder vergessen wird ist der Unterhalt. Auch der muss finanziert werden. Dazu gehört es auch nicht nur Sportschwimmanlagen zu bauen sondern auch den Freizeitcharakter im Hinblick auf den Klimawandel beim Bau zu betrachten. Das fehlt im Plan. Die würde auch generell mehr Menschen ermuntern sich zu bewegen. Ein Beispiel ist Osnabrück, da ist jährliche Defizit geringer als in anderen Städten.