Mondmission Artemis II erfolgreich gestartet

Aktuelle Stunde 02.04.2026 32:58 Min. UT Verfügbar bis 02.04.2028 WDR Von Stefan Wittke

Faszination Weltraum: Warum Astronauten unsere modernen Helden sind

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Begeisterung für die Mondmission "Artemis 2": Viele fiebern mit den Astronauten mit. Was steckt hinter der Faszination?

Gänsehaut in Köln-Porz: In der Nacht auf Donnerstag hat sich um 0:35 Uhr die Anspannung im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in einem kurz aufbrandenden Applaus entladen. Die Live-Bilder des Starts der Mondmission "Artemis 2" hat die Anwesenden begeistert.

Zur Orion-Raumkapsel gehören vier Strahlungsdetektoren des DLR, die nach dem Start von der Crew im Raumschiff montiert und aktiviert werden. Damit soll die Weltraumstrahlung zwischen Erde und Mond gemessen werden. Das ist für zukünftige Missionen wichtig, um zu wissen, wie hoch die Strahlenbelastung für Astronauten ist und wie sehr ihre Gesundheit gefährdet wird.

Helden-Mythos Astronaut

Die vier Astronauten, die an Bord der "Orion"-Kapsel am Donnerstag vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral abgehoben haben, stehen bei dieser Mission besonders im Mittelpunkt. Seit 50 Jahren ist es das erste Mal, dass die NASA wieder Menschen in Richtung Mond schickt.

Ein Astronaut im Anzug klettert auf einer Leiter von seiner Raumkaspel auf die Mondoberfläche.

Der erste Mensch auf dem Mond

Astronautinnen und Astronauten gelten seit Beginn der Raumfahrt als Symbolfiguren: Sie stehen für Mut, technisches Können und Pioniergeist. Das begann schon 1961, als der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin als erster Mensch im Weltraum die Erde umrundete. Die erste Mondlandung 1969 verstärkte den Helden-Mythos noch weiter: Als erster Mensch betrat Neil Armstrong damals den Mond.

Astronaut als Weltraum-Erklärer

Blick aus der US-Raumfähre Endeavour auf die ISS

Ein Blick auf die ISS

Noch heute steht die Figur des Astronauten stellvertretend für die Beherrschung komplexer wissenschaftlicher Zusammenhänge. Neu hinzugekommen ist die Rolle, dass Astronauten als eine Art Wissensvermittler gefragt sind. Zum Beispiel Matthias Maurer, der 175 Tage auf der Internationalen Raumstation (ISS) verbracht hat. Er beantwortet zum Beispiel in einem ARD-Podcast die Frage: "Braucht das Universum Helden?"

Astronaut Aleander Gerst auf der Raumstation hält die Plüsch-Maus in die Kamera

Alexander Gerst und die Maus

Oder Alexander Gerst, der ebenfalls auf der ISS gelebt hat. Er hat für die "Sendung mit der Maus" schon Kindern das Weltall erklärt und ist ein heißer Kandidat für den ersten Deutschen, der jemals den Mond betreten wird. Er beantwortet im selben ARD-Podcast die Frage: "Wie gesund müssen Astronauten sein?"

Was Weltraumforschung bringt

Die aktuelle "Artemis 2"-Mission, bei der jetzt erstmals Menschen an Bord sind, gehört in eine Reihe: Bei der ersten Mission ging es 2022 um eine unbemannte Mondumrundung. Bei der dritten Mission sollen 2028 tatsächlich auch Menschen auf dem Mond landen. Später soll eine Mondbasis errichtet werden - als mögliche Zwischenstation für bemannte Flüge zum weiter entfernten Mars.

Akkuschrauber und Cerankochfeld verdanken wir der Weltall-Forschung

Was bringen solche Weltraum-Missionen überhaupt? Ohne die Raumfahrt wäre unser Leben so, wie wir es heute kennen, gar nicht möglich, sagte WDR-Wissenschaftsjournalistin Magdalena Schmude von Quarks im vergangenen Mai.

Ergebnisse dieser Forschung prägen unseren Alltag in verschiedenen Bereichen: Cerankochfeld, Rettungsdecke, Akku-Schrauber - das sind alles Nebenprodukte der Raumfahrt. Würde man die Satelliten ausschalten, gäbe es unter anderem kein Navi mehr fürs Auto, keine Wetterprognose, kein Satelliten-Fernsehen und keine Fernseh-Live-Berichterstattung.

So präsent ist die Raumfahrt-Branche in NRW

Auch speziell für Nordrhein-Westfalen ist die Raumfahrt von Bedeutung: Aus Sicht der Landesregierung bietet der Aufschwung dieser Industrie auch Chancen für die Wirtschaft des Landes. NRW ist traditionell ein wichtiger Standort der Luft- und Raumfahrtbranche in Deutschland.

In Köln ist nicht nur das DLR angesiedelt, sondern auch das Europäische Astronautenzentum EAC, in dem europäische Astronautinnen und Astronauten trainieren. Und in Uedem nahe der niederländischen Grenze ist das Weltraumkommando der Bundeswehr stationiert.

Darüber hinaus gibt es in NRW rund 400 Luft- und Raumfahrtunternehmen, schreibt der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie. Dazu zählt unter anderem der Rüstungshersteller Rheinmetall, der in Neuss derzeit eine Satellitenproduktion aufbaut. Dazu kommen viele Raumfahrt-Zulieferunternehmen wie Thyssenkrupp Aerospace in Essen oder die Firma Otto Fuchs aus dem Sauerland.

Artemis-Mission gestartet

WDR 02.04.2026 01:57 Min. Verfügbar bis 01.04.2028 WDR Online


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Unsere Quellen:

Sendung: WDR5, Das Wirtschaftsmagazin02.04.2026, 13.34 Uhr 
Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 02.04.2026, 18:45 Uhr

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