"Jetzt geht’s zum Mond" – Jubel beim Artemis‑2-Start in Köln-Porz
03:17 Min.. Verfügbar bis 02.04.2028.
Viele, die sich vor der Leinwand mit dem Livebild aus Florida eingefunden haben, rechnen mit einer langen Nacht: In einem Zeitfenster zwischen 0.24 und 2.24 Uhr war der Start avisiert worden. Doch schon um 0.35 Uhr wird der Countdown heruntergezählt. Die Anspannung ist greifbar und entlädt sich in einem kurzen Applaus. Dann tritt wieder andächtiges Schweigen ein.
Thomas Berger, Leiter der Strahlenbiologie beim DLR sagt dazu, es hätten Tausende Menschen über viele Jahre darauf hingearbeitet, dass die Rakete startet. Man glaube irgendwann gar nicht mehr daran. Und dann passiere es doch. Jetzt gehe es zum Mond, sagt der gebürtige Österreicher aus dem Süden Wiens. Mehr gebe es nicht zu sagen.
Auch Nachwuchs-Raumfahrt-Fans im Publikum
Für Benjamin Deiters ist es ein ganz besonderer Abend. Im vergangenen Jahr durfte der 17-jährige beim DLR ein Praktikum machen. Er ist Raumfahrtfan und trägt dem Anlass entsprechend, ein T-Shirt, das die erste Artemis-Mission zeigt. Gekauft hat er es damals vor Ort in Amerika.
Benjamin Deiters im T-Shirt der ersten Artemis Mission
Was ihn an der Raumfahrt interessiere, kann er leicht beantworten. Dass man etwas bewegen und erreichen könne, wenn viele Menschen zusammenarbeiten und ein gemeinsames Ziel verfolgen würden, sagt der 17-jährige aus Köln-Rondorf. Natürlich wolle er später auch zum DLR.
Strahlenbelastung für Astronauten wird erforscht
Thomas Berger zeigt einen der unspektakulär aussehenden Sensoren
Mehrere deutsche Forschungsprojekte sind an Bord der Mondmission. DLR-Mann Thomas Berger verantwortet eins davon. Vier von ihm und seinem Team entwickelte Strahlungsdetektoren des DLR werden die Weltraumstrahlung zwischen Erde und Mond messen. Die Sensoren sehen sehr unspektakulär aus. Ihr Nutzen ist aber groß.
Die Ergebnisse, die sie aus dem Weltraum mitbringen, zeigen, wie sehr Astronauten unter Strahlenbelastung stehen. Und, wie stark die Gesundheitsgefährdung ist. Für zukünftige Missionen ist das besonders wichtig. Schon bei der Artemis 1-Mission hatten Berger und sein Team Sensoren an Bord.
Erinnerung an Challenger-Katastrophe
DLR-Vorstand Pagels-Kerp dachte auch an Challenger-Explosion
DLR-Vorstand für die Raumfahrt Anke Pagels-Kerp macht währenddessen einen entspannten und freudigen Eindruck. Europäer und auch Deutschland haben einen entscheidenden Anteil an der Mission. Da die Europäer zum Beispiel den Antrieb liefern, käme ohne sie Artemis 2 gar nicht erst in Richtung Mond. Pagels-Kerp hat die früheren Apollo-Missionen noch nicht miterlebt. Dafür die Challenger-Explosion vor gut 40 Jahren.
Ein Space Shuttle zerbrach kurz nach dem Start in der Luft. Sieben Besatzungsmitglieder starben in einem riesigen Feuerball. Daran habe sie denken müssen, sagt sie. Sie habe die Daumen gedrückt, dass Alles gut geht und sei jetzt sehr erleichtert. Das spricht in Köln-Porz morgens um ein Uhr vielen aus dem Herzen. Zehn Tage werden sie die Mission jetzt intensiv verfolgen.
Hinweis der Redaktion, 07.04.2026, 15 Uhr
In einer früheren Version des Textes hieß es, die Explosion des Space Shuttles Challenger 1986 habe "vor gut 20 Jahren" stattgefunden. Richtig ist, dass die Katastrophe vor gut 40 Jahren stattfand. Wir haben die Stelle korrigiert.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporter vor Ort
Sendung: WDR.de, Start von Artemis 2 auch in Köln-Porz bejubelt, 02.04.2026, 05.15 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Köln, 02.04.2026, 19:30