Heizkosten steigen deutlich

Aktuelle Stunde 23.09.2025 21:28 Min. UT Verfügbar bis 23.09.2027 WDR Von Claudia Beucker

Heizspiegel 2025: Gas wird teurer – Wärmepumpen bleiben günstiger

Stand:

Heizen kostet in diesem Winter wieder mehr. Vor allem Haushalte mit Gasheizung sind betroffen. Das zeigt der neue Heizspiegel der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online. Während fossile Energien deutlich anziehen, bleiben Wärmepumpen die günstigste Option.

Von Maurice Mommer

Nach einem kurzen Rückgang im vergangenen Jahr ziehen die Heizkosten 2025 wieder an. Am stärksten betroffen sind Haushalte mit Gas, dort liegt das Plus im Schnitt bei 15 Prozent. Auch Holzpellets werden deutlich teurer. Öl, Fernwärme und Wärmepumpen steigen nur leicht.

Auslöser sind höhere Energiepreise, ein kalter Winterbeginn Anfang des Jahres und der gestiegene CO2-Preis. Der aktuelle Heizspiegel der Beratungsgesellschaft co2online zeigt damit eine Trendwende – zurück zu höheren Kosten, wenn auch nicht mehr so drastisch wie während der Energiekrise.

Fossil oder Wärmepumpe: Wer steht besser da?

Fossile Energien wie Gas und Öl sind nach wie vor die Kostentreiber. Sie reagieren stark auf Schwankungen auf den Weltmärkten, etwa durch politische Krisen oder höhere Nachfrage in anderen Ländern. Zusätzlich macht der CO2-Preis das Heizen mit Gas und Öl jedes Jahr teurer.

Anders sieht es bei Wärmepumpen aus. Sie gelten seit 2022 durchgängig als günstiger im Betrieb. Der Grund liegt in ihrer Effizienz: Eine Wärmepumpe gewinnt aus einer Kilowattstunde Strom ein Vielfaches an Wärme. Mit zunehmendem Anteil erneuerbarer Energien im Strommix dürfte dieser Vorteil weiter wachsen.

Fernwärme liegt preislich im Mittelfeld, ist aber schwer vergleichbar. Denn die Tarife hängen stark von regionalen Versorgern ab, und es fehlt oft Wettbewerb. Holzpellets galten lange als günstige Alternative, sind aktuell aber deutlich teurer geworden.

Der Herbst ist da: Wie heizt man günstig?

WDR 5 Das Wirtschaftsmagazin - aktuell 23.09.2025 05:36 Min. Verfügbar bis 23.09.2026 WDR 5


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Heizkosten senken: Welche Möglichkeiten gibt es?

Laut Heizspiegel könnten neun von zehn Haushalten ihre Heizkosten reduzieren – im Schnitt um etwa 400 Euro pro Jahr. Kurzfristig helfen einfache Maßnahmen: Räume weniger stark aufheizen, richtig lüften statt Dauerlüften oder den Warmwasserverbrauch senken.

Heizungsthemostat

Darüber hinaus spielt der Tarif eine wichtige Rolle. Viele Haushalte stecken noch in der teuren Grundversorgung. Wer wechselt, kann durch deutlich günstigere Marktpreise deutlich sparen, sagt Lundquist Neubauer vom Online-Vergleichsportal Verivox:

Wir haben auf der einen Seite relativ teure Bestandskundentarife und auch eine teure Grundversorgung. Die kostet im Schnitt derzeit 14 Cent die Kilowattstunde, auf der anderen Seite aber günstige Neukundentarife – die kosten nur 9 Cent. Wenn man das hochrechnet auf so einen Familienverbrauch, dann sind durchaus Ersparnisse von rund 1.000 Euro im Jahr möglich, wenn ich den Anbieter wechsele. Lundquist Neubauer, Verivox

Kleinere technische Schritte wie das Entlüften von Heizkörpern oder das Dämmen von Heizungsrohren verbessern zusätzlich die Effizienz.

Warum unterscheiden sich die Heizkosten regional?

Ein wichtiger Faktor sind die Netzentgelte – also die Gebühren für den Transport von Strom oder Gas. Sie machen beim Strom etwa ein Viertel, beim Gas bis zu ein Drittel der Rechnung aus.

In Städten sind die Entgelte meist niedriger, weil sich viele Haushalte ein Netz teilen. Auf dem Land verteilen sich die Fixkosten dagegen auf weniger Abnehmer. Diese Unterschiede wirken sich auf alle Tarife aus – unabhängig vom Anbieter.

Blick nach vorn: Droht die Kostenfalle?

Langfristig rechnen Fachleute mit deutlich steigenden Ausgaben für fossile Energien. Laut Prognosen von co2online könnten Gas und Öl in den kommenden 20 Jahren rund dreimal so teuer sein wie heute. Für ein unsaniertes Einfamilienhaus mit Gasheizung würden sich die Heizkosten in diesem Zeitraum, laut Recherchen der Süddeutschen Zeitung, auf etwa 120.000 Euro summieren. Mit einer Sanierung und dem Einsatz einer Wärmepumpe lägen sie dagegen bei rund 16.000 Euro.

Steigende Beschaffungspreise treiben die Ausgaben zusätzlich nach oben. Sie reagieren stark auf politische Krisen oder eine hohe Nachfrage in anderen Ländern. Gleichzeitig hängen immer weniger Haushalte am Gasnetz. Die fixen Netzentgelte müssen dadurch auf weniger Nutzer verteilt werden und steigen entsprechend.

Wärmepumpen gelten langfristig als die günstigste Lösung. Zwar ist Strom in Deutschland teuer, doch die Geräte arbeiten deutlich effizienter als Gasheizungen. Deshalb erwarten Branchenexperten: Wärmepumpen bleiben die günstigste Option – fossile Heizungen werden dagegen immer teurer.

Unsere Quellen:

Über dieses Thema berichtet die Aktuelle Stunde am 23.09.2025 ab 18.45 Uhr im WDR Fernsehen.

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