Die Ergebnisse des Autogipfels mit der Lockerung des Verbrenner-Aus im Jahr 2035 werden beim Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrats von Ford, Benjamin Gruschka, sehr skeptisch aufgenommen. In Köln werden seit Mitte 2024 nur noch Elektroautos produziert.
Ford-Betriebsrat: Bei Umbau auf Politik verlassen
Benjamin Gruschka, Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Ford
Ein späteres Aus für Verbrenner-Motoren sei nicht das richtige Signal für die Mitarbeiter bei Ford in Köln, sagte Gruschka dem WDR. Man habe sich beim Umbau des Werkes für die Elektromobilität auf die Zusagen der Politik verlassen. Auch bei der Entscheidung für die Investition von zwei Milliarden Dollar, um das Werk komplett auf die E-Autoproduktion umzustellen.
Ford in Köln: Politische und hausgemachte Probleme
Durch die immer wieder neuen Diskussionen über die Elektromobilität und eine Lockerung des Verbrenner-Aus über das Jahr 2035 hinweg, seien die Käufer verunsichert worden. Weit weniger Elektoautos als gedacht habe die Branche insgesamt verkauft.
Die Probleme bei Ford in Köln sieht Automobilexperte Professor Dr. Stefan Bratzel als hausgemacht an. Das Unternehmen kam offenbar zu spät und mit den falschen Modellen auf den Markt. Vor allem seien sie zu groß und zu teuer. So werde auch die jetzt diskutierte Elektroprämie für Geringverdiener dem Unternehmen kaum helfen, weil günstige Modelle nicht im Angebot sind.
Weitere Stellen bei Ford sollen wegfallen
Die Folge bei Ford: Es werden so wenig Autos verkauft, dass in Köln ab Januar 2025 die zweite Schicht im Werk gestrichen werden soll. Tausend Stellen sollen so wegfallen, zusätzlich zu bereits fast dreitausend Stellen, die bereits auf der Streichliste standen.
Unsere Quellen:
- Gesamtbetriebsrat Ford
- Automobilexperte Professor Dr. Stefan Bratzel
- Reporter vor Ort
Über dieses Thema berichten wir auch im Fernsehen in der Aktuellen Stunde am 9. Oktober 2025 ab 18.45 Uhr.