Feinstaub-Alarm: Hohe Werte auch in NRW
Stand:
Die Luftqualität ist derzeit schlecht in Deutschland. Auch in NRW gilt bei den Feinstaubwerten vielerorts Alarmstufe rot. Fragen und Antworten.
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Zu den Kommentaren [23]Schuld ist leider das schöne Wetter der letzten Tage: Die Hochdruck-Wetterlage habe dazu geführt, dass die Luft nicht mehr ungehindert aufsteigen könne, erklärt der Deutsche Wetterdienst (DWD). Dadurch staut sich die Luft am Boden, Schadstoffe sammeln sich dort mehr und mehr.
Vor allem die Feinstaubwerte liegen in NRW derzeit vielerorts bedenklich hoch - wie allerdings fast jedes Jahr um diese Zeit. Das Umweltbundesamt rät, körperlich anstrengende Aktivitäten im Freien nur an Orten auszuüben, wo die Luftqualität besser ist - zum Beispiel abseits größerer Verkehrsstraßen. Bei Husten oder Kurzatmigkeit solle man ganz auf solche körperlichen Aktivitäten verzichten.
Was ist Feinstaub?
Feinstaub entsteht an vielen Stellen. Ein großer Teil wird durch Autos verursacht - nicht nur bei der Verbrennung von Benzin oder Diesel, sondern auch durch Reifenabrieb auf Asphalt und beim Bremsen.
Feinstaubmessgerät
Aber auch Holz-, Gas-, und Ölheizungen, die derzeit auf Hochtouren laufen, sorgen für dicke Luft. Die Spitzenwerte der Feinstaubbelastung werden deshalb an Orten gemessen, wo es entweder viel Verkehr oder viel Industrie gibt. Eine weitere wichtige Quelle ist laut Umweltbundesamt die Landwirtschaft.
Das Tückische am Feinstaub: Die Partikelchen sind winzig klein. Zwischen 10 und 2,5 Mikrometer (PM10 und PM2,5) groß, gelangen sie beim Einatmen nicht nur in die Lunge, sondern bis in die Bronchien und Lungenbläschen. Von dort aus können sie in die Blutbahn übertreten und sich so im Körper verteilen. Vor allem für Menschen mit Asthma, Allergien oder akuten Atemwegserkrankungen sind hohe Feinstaubwerte problematisch.
Wo sind in NRW derzeit die höchsten Feinstaubkonzentrationen?
Vor allem in größeren Städten und dort, wo es bestimmte Industrien gibt, sind die vom Landesumweltamt (LANUK) angegebenen Werte am Montagmorgen schlecht. Hotspots sind zum Beispiel einige vielbefahrene Straßen in Düsseldorf - Merowingerstraße, Corneliusstraße - Bonn, Essen oder die Wilhelmstraße in Aachen.
Aber auch in kleineren, ländlichen Orten herrscht teils schlechte Luft. In Jackerath und Jüchen nahe dem Braunkohletagebau Garzweiler ist die Feinstaubbelastung gerade sehr hoch. In Krefeld-Hafen sorgen Anlagen für Bauschuttverwertung für staubige Luft, in Ratingen-Tiefenbroich dürften der naheglegene Flughafen, die Autobahn 52 und ein Gewerbegebiet dazu beitragen.
Auf dieser Seite des Landesumweltamts kann man alle einzelnen Messstationen in NRW aufrufen und sich die Umgebungsbedingungen anschauen:
Bei den Überschreitungen der kritischen Feinstaubwerte lag NRW im vergangenen Jahr übrigens deutschlandweit weit vorne: Die Messstationen an der Gladbecker Straße in Essen zeigten 21 Mal Werte über 50 Mikrometer pro Kubikmeter Luft. Gefolgt von Messpunkten in Warstein (20 Mal) und Stolberg (20 Mal). Auch Niederzier, wo die Kraftwerke der RWE rauchen, und Krefeld-Hafen lagen unter den bundesweiten Spitzenreitern.
Die gute Nachricht: Die Situation hat sich schon deutlich gebessert. Seit 1990 registrieren die Umweltbehörden einen erkennbaren Rückgang der gemessenen Feinstaubwerte. Was vor allem daran liegt, dass Städte Vorkehrungen getroffen haben - zum Beispiel mit Tempo 30-Zonen - und für die Industrie schärfere Auflagen zur Vermeidung von Feinstaub gelten.
Warum ist Feinstaub gefährlich?
Laut Landesumweltamt kann Feinstaub - vor allem die superkleinen PM2,5-Teilchen - Entzündungen und Stress in menschlichen Zellen verursachen. Bei einer langfristigen Belastung könne das vielerlei Kankheiten auslösen: Asthma, Bronchitis oder Lungenkrebs, aber auch Arteriosklerose, Bluthochdruck oder Diabetes. Neuere Forschungen zeigten, dass auch das Nervensystem Schaden nehmen kann - was zum Beispiel Demenz begünstige.
Eine kurzfristige hohe Feinstaubbelastung verursache Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen. In Zeiten hoher Feinstaubbelastung würden dementsprechend viele Menschen in Krankenhäuser eingeliefert.
Kann ich selber im Alltag irgendetwas tun?
Abgesehen davon, dass man sich gut überlegen sollte, ob es heute wirklich die längere Joggingrunde sein soll, könne generell jeder dazu beitragen, dass die Feinstaubbelastung sinkt - nicht nur heute, sagt das Umweltbundesamt:
- Weniger mit dem eigenen Auto fahren - statt dessen Fahrgemeinschaften bilden oder auf Bus, Bahn oder sogar Fahrrad umsteigen.
- Wenn es nicht ohne Auto geht: Langsamer fahren, unnötig starkes Bremsen und Beschleunigen vermeiden.
- Weniger Holz im Garten oder in Kleinöfen verbrennen - es sei denn, der Ofen hat einen Staubabscheider
- Weniger Fleisch essen: Landwirtschaft mit Tierhaltung ist ebenfalls eine große Feinstaubquelle
Unsere Quellen:
- Umweltbundesamt
- Landesumweltamt (LANUK)
Sendung: WDR.de, Hohe Feinstaub-Werte in NRW, 26.01.2026, 13:40 Uhr
23 Kommentare
Kommentar 23: 28.01.2026, 10:01 Uhr :
Name und Kommentar wg. Netiquette-Verstoßes gesperrt. (die Redaktion)
Kommentar 22: Flo schreibt am 27.01.2026, 22:07 Uhr :
Wenn das Feinstaubproblem gesundheitlich real zum Tragen kommt, sind 95% der heutigen User begraben ider selbst Staub in einer Urne, es sei denn, die Wissenschaft erfindet etwas. Bei letztgenannten bin ich zuversichtlich. Da Trump dann auch Geschichte ist, sollte man(n)/ Frau zuversichtlich sein. 🙂
Antwort von Paul S. , geschrieben am 28.01.2026, 11:38 Uhr :
Flo, die Wissenschaft erfindet immer weiter was Neues, dass ist ein normaler Verlauf der Forscher. Es gibt aber keine Erfindung die keine Nachteile für den Menschen mit sich ziehen. Wie man sieht, die Politik kann planen wie sie will, in 10/20/30 Jahren schaut manches ungewünscht anders aus. Bis dahin müssen wir es schaffen meldet die Politik. Gucken wir auf viele Jahre zurück, was ist in diesen Jahren gut gelaufen? Bei Krisen und Probleme reden die Menschen sehr viel, aber was tun die wirklich Erfolge und Frieden bringen, dazu langt es doch nicht!
Kommentar 21: Brigitta S. schreibt am 27.01.2026, 11:41 Uhr :
Was nützt die Meldung „Feinstaub-Alarm“, wenn die Menschheit weiter Feinstaub produziert an vielen anderen Stellen, nicht nur wegen Autos auf den Straßen. Bei Online - Bestellung kam der Mega- Lieferdienst noch dazu. Der liefert massig Feinstaub ins Haus, wo selten daran gedacht wird und die Menschen krank drauf reagieren. Der Grund ist die Produktion von Neuplastik. Es steckt in Verpackungen, Kleidung, Möbel, Baustoffe und sogar in Medizinprodukte. Die Auswirkungen vom diesen Plastikverbrauch ist Mitschuld. Zum Bsp. Husten, die Nasen laufen ständig, die Atembeschwerden bleiben chronisch. Ich vermute, es wird alles auf unsere Gesundheit weiterhin auswirken, wenn man überwiegend nur den Autoverkehr verurteilt. Die Entwicklung der Wirtschaft, die Industrie, die Landwirtschaft hat schon bei Luftverschmutzung etwas verändert. Aber wenn Neuplastik auf den Markt wieder lebt, was auch Feinstaub verbreitert, wo ist da der Fortschritt um gesund bleiben zu können?
Antwort von Karim , geschrieben am 27.01.2026, 22:00 Uhr :
Es gibt keinen Fortschritt, es geht um das Geld, jetzt. Wenn der Planet zurückschlägt, sind die, die jetzt die Kohle machen, sowieso alle tot. Deshalb kein Fortschritt, und wenn, wird neuer „Dreck“ erfunden. Sorry für Sie.
Kommentar 20: Johann Moritz schreibt am 27.01.2026, 11:24 Uhr :
Im Siegerland trotz vieler Menschen, die ihren Hauberg nutzen und Holz verfeuern, Note 2 - also kein Grund zur Veranlassung. Vielleicht gibt es dort, wo die Werte schlecht sind, einfach zu wenig Bäume?
Antwort von Franziska 1 , geschrieben am 27.01.2026, 13:14 Uhr :
@Johann Moritz, was das Holz verfeuern betrifft, Holz steckt in vielen Sachen, die bestimmt auch Sie benützen. Die Holzwaldwirtschaft ist kein neuer Markt, der wird immer sein. Die Bäume die Sie meinen, stehen im Garten, in Parks. Verbraucher die einen Kamin mit ringsum Glasscheiben feuern, die haben bei einer Neuaufstellung viele vorgegebene Feinstaubvorschriften die er einhalten muss. Der Kaminkehrer gibt den Kaminofen frei zum Heizen. Dazu muss der Kamin am Dach oft noch saniert werden, wegen Frischluftzufuhr. Wer klimafreundlich mit Holz heizt, der zahlt für einen sauberen Kamin im Durchschnitt 14 000 €, für ein 40 qm großes Zimmer. Auf das Modell kommt es ebenfalls an. Die Leute die einen alten billigen Kamin noch heizen, die werden verboten je nach Alter- Jahrgang. Wer heizt noch Schwarz in NRW?
Antwort von Hardy , geschrieben am 27.01.2026, 15:20 Uhr :
@ Franziska 1: "...Wer klimafreundlich mit Holz heizt, der zahlt für einen sauberen Kamin im Durchschnitt 14 000 €, für ein 40 qm großes Zimmer...." Mit Verlaub, das ist Unsinn. Ich beheize 120 qm mit zwei Kaminen die alle Normen erfüllen. Anschaffungskosten ca. 1.500 € pro Ofen inkl. Abnahme durch den Schornsteinfeger. Frischluftzufuhr durch den Schacht kann man sich getrost sparen. Das geht deutlich günstiger. "Die Leute die einen alten billigen Kamin noch heizen, die werden verboten je nach Alter- Jahrgang." So pauschal auch falsch. Wenn ich z.B. einen Kaminofen als Primärheizung nutze habe ich Bestandschutz egal wie viel Freinstaub das Ding rauswirft.
Antwort von Franziska 1 , geschrieben am 27.01.2026, 17:23 Uhr :
@Hardy, ich weiß wie solche Öfen ausschauen, der bei ihnen steht. Nicht jeder mag ohne sichere Verkleidung einen solchen Holzofen im Haus stehen haben. (Anschaffungskosten ca. 1.500 pro Ofen mit Selbstmontage?) Sie haben bei allem mir widersprochen, Ihr Problem! Ihre Meinung: "Wenn ich z.B. einen Kaminofen als Primärheizung nutze habe ich Bestandschutz egal wie viel Feinstaub das Ding rauswirft. Zitat. Das ist ein weiteres Feinstaub- Problem, was unser Kaminkehrer nicht genehmigen würde. Sie haben einen Gewohnheits- Schutz bekommen, was nicht von langer Dauer sein wird.
Antwort von Paul S. , geschrieben am 27.01.2026, 18:06 Uhr :
@Hardy, Unsinn ist das nicht was Franziska schreibt. Hardy, Ihr Ofen mag verbessert sein wegen der Vorschrift für das Klima, jedoch der Feinstaub, die Abgase beim Anheizen, Nachheizen haben Sie im Raum. Da muss sehr oft gelüftet werden, wegen der Gesundheit. Ist doch reine Wärmeverschwendung. Bei viel Abgase, Rauch kann schon mal die Feueralarm- Dosen an den Decken losgehen, falls sie vorhanden sind. Gesünder sind die teuren Kaminöfen, die werden jedoch meistens nur als Zusatzheizung gesehen und nicht das sie ein ganzes Haus beheizen.
Antwort von Hardy , geschrieben am 28.01.2026, 09:08 Uhr :
"Gesünder sind die teuren Kaminöfen" You made my Day. Danke für die Erheiterung am Morgen.
Kommentar 19: Michael Welter schreibt am 27.01.2026, 10:10 Uhr :
Trauriger Journalismus. Schuld ist das Vetbrennen von Holz und Fas und Benzin ! Das Wetter ist nicht schuld ! Die Wetterlage verhindert nur, dass der Dreck abzieht, den wir alle produzieren. Aber es liegt ja nur am Wetter.....
Kommentar 18: Karlchen D. schreibt am 27.01.2026, 09:52 Uhr :
Was soll das WDR Theater mit dem Feinstaub. Sollte ich wirklich dadurch einmal einen Schnuppen bekommen melde ich mich kurz (telefonisch) krank. Dafür hat mir ROT/GRÜN, mit kräftiger Unterstützung vom WDR, doch den Teppich ausgerollt.
Kommentar 17: Paul schreibt am 27.01.2026, 09:42 Uhr :
Fehlende Fahrzeugkontrollen imd laxe Strafen spielen offbar eine Rolle, wenn man in der Umweltzone regelmäßig die Rußwolken sieht oder riecht. Der Staat muss die Gesundheit seiner Bürger eben auch schützen wollen (und damit die Krankenkassenausgaben senken). Und Holzöfen sind auch die Pest - für die Nachbarn. Da wären Messungen ebenfalls angebracht. Der Personalaufwand dürfte sich übrigens leicht selbst finanzieren.
Antwort von Franziska 1 , geschrieben am 27.01.2026, 20:01 Uhr :
@Paul, Sie haben recht, manche Holzöfen sind die Pest, aber nur die alten Öfen und die scheinen in NRW weiter geduldet zu sein. Neue Öfen die billig zu kaufen sind, haben andere Filter usw. aber manche Gesundheit wird darunter schleichend leiden müssen. Ich wohne nicht mehr in NRW, in meiner jetzigen Region sind diese alten Öfen nicht mehr erlaubt. Warum tun sich die Kommunen in NRW dabei so schwer? Es weiß oft nicht für was sich die Landespolitik entscheiden soll? Warum können es Bundesländer, die richtig durchgreifen, arme Menschen gibt es auch dort. In Bezug Heiz-Art wird sich Deutschland nicht einig.
Kommentar 16: Anonym schreibt am 27.01.2026, 05:45 Uhr :
Es ist schon frustrierend, wenn man nach einem Schnupfen, als erstes Autoabgase riecht. Aber ich will mich nicht beklagen, in jungen Jahren war es im Pott weitaus schlimmer. Die Warnung vor zu viel an Feinstaub finde ich gut. Kranke Menschen können sich dann ein wenig schützen, indem sie nicht raus gehen. Das ist zwar dürftig, aber besser als nichts.
Kommentar 15: 27.01.2026, 04:20 Uhr :
Name und Kommentar wg. Netiquette-Verstoßes gesperrt. (die Redaktion)
Kommentar 14: Herrmann schreibt am 27.01.2026, 01:21 Uhr :
Man weiß ja nicht, ob man über diese journalistische Leistung lachen oder weinen soll. Da ist vermutlich wieder einmal einfach unreflektiert abgeschrieben worden. Oder wie möchten die Damen Redakteure erklären, dass in der Gasheizung zwei Gase miteinander reagieren und einen Feststoff (Staub) erzeugen sollen? Im Übrigen ist das ja nur wieder das ideologische Schlechte-Gewissen-Szenario. Wenn das richtig wäre, wären wir in Deutschland längst ausgestorben. Warum? Das haben andere Kommentatoren hier schon sehr gut erklärt.
Antwort von Johann Moritz , geschrieben am 27.01.2026, 11:30 Uhr :
Auch, wenn zwei Gase (in der Gasheizung hauptsächlich Methan und Sauerstoff) miteinander reagieren, kann, wenn der Sauerstoffanteil zu niedrig ist, Ruß entstehen. Und das ist bei entsprechender Korngröße Feinstaub. Probieren Sie es aus: Nehmen Sie einen Gasgrill oder einen Gas-Campinkocher, drehen Sie die Luftzufuhr etwas runter, so daß er nicht blau, sondern gelb brennt, und halten Sie eine kalte Metallplatte über die Flammen. Was finden Sie darauf? Aber bitte im Freien ausprobieren!
Kommentar 13: Karim schreibt am 27.01.2026, 00:02 Uhr :
Ja und? Das ist bei der Vierschanzen- Tournee in Oberstdorf genau so und hat wenig mit NRW zu tun. Ihr, sorry, Sie, könnten ja mal am Airport Frankfurt messen, da kommt NRW sicher blendend weg. Aber darum geht es ja nicht mehr, sondern um „Klicks“… schade☹️