Wie barrierefrei sind NRW-Bahnhöfe?
Aktuelle Stunde . 27.11.2025. 26:59 Min.. UT. Verfügbar bis 27.11.2027. WDR. Von Marius Schneider.
Fast jeder zweite Bahnhof in NRW hat Mängel bei der Barrierefreiheit
Stand:
Aufzüge, Rampen, Blindenleitstreifen - sie sollen Bahnhöfe für alle zugänglich machen. Die Barrierefreiheit in NRW wächst, aber ungleich. Eine Analyse des WDR zeigt, wo viel erreicht wurde und wo es die größten Lücken gibt.
Von Julian Budjan, Leonhard Eckwert, Nándor Hulverscheidt und Laura Weigele
Dialogbox
Zu den Kommentaren [25]Welche Erfahrungen habt ihr mit der Bahn in Sachen Barrierefreiheit? Kommentiert, schreibt uns oder sagt uns eure Meinung - mehr Infos am Ende dieses Beitrags.
Barrierefreie Bahnhöfe nützen vielen Menschen. Rampen oder Aufzüge helfen, Treppen zu vermeiden. Davon profitieren nicht nur Rollstuhlfahrer. Familien, Radfahrer, Senioren oder Reisende mit schwerem Koffer kommen so leichter voran. Für Blinde und Sehbehinderte sind zudem tastbare Leitstreifen auf dem Boden wichtig, um sich im Bahnhof und auf dem Bahnsteig zu orientieren.
WDR Data hat alle 776 Bahnhöfe Nordrhein-Westfalens nach diesen Merkmalen der Barrierefreiheit ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass der Großteil der Gleise bereits stufenlos erreichbar ist. Dafür fehlen fast der Hälfte der NRW-Bahnhöfe Leitsysteme für Sehbehinderte am Gleis oder auf dem Weg dorthin.
Großteil der Gleise ohne Treppen erreichbar
An etwa 84 Prozent der NRW-Bahnhöfe sind die Bahnsteige zu allen Gleisen stufenfrei zugänglich. Das heißt auch: An etwa jedem sechsten Bahnhof (16 Prozent) müssen Menschen mit Rollstuhl, Rollator, Kinderwagen oder Fahrrad zumindest an einzelnen Gleisen Stufen oder Treppen überwinden.
In neun der zehn Bahnhöfe mit dem größten Reiseaufkommen kommen Fahrgäste bereits komplett stufenlos zum Gleis. Nur am Bahnhof Köln Messe/Deutz sind gerade einmal vier von zehn Gleisen ohne Treppe erreichbar. An drei Bahnsteigen baut die Deutsche Bahn gerade neue Aufzüge. Dennoch soll der barrierefreie Ausbau des Regionalbahnteils in Messe/Deutz laut Verkehrsministerium erst 2034 abgeschlossen sein.
Für einen großen Bahnhof eine lange Zeit: Das NRW-Verkehrsministerium sei mit der Dauer unzufrieden, wie eine Sprecherin dem WDR gegenüber mitteilt. Mit der Bahn sei ursprünglich 2019 ein zeitnaher Umbau abgestimmt worden.
Nachholbedarf bei Blindenleitstreifen
Deutlich größer ist der Nachholbedarf bei den sogenannten taktilen Leitsystemen. Sie bestehen in der Regel aus kleinen weißen Rillen und Noppen auf dem Boden, sogenannten Leitstreifen, die blinden oder sehbehinderten Menschen helfen, sich durch Tasten zu orientieren.
An 44 Prozent der Bahnhöfe in NRW fehlen Leitstreifen am Gleis oder auf dem Weg zum Gleis. Das bedeutet: Die Leitstreifen, die Menschen mit Sehbehinderung vom Bahnhofseingang zu den Bahnsteigen und auf den Bahnsteigen selbst führen, sind lückenhaft oder gar nicht vorhanden. Bei 39 Prozent der Bahnhöfe betrifft das alle Gleise, bei 5 Prozent zumindest einzelne Gleise.
Am Bahnhof Bonn mit 45.000 Reisenden pro Tag gibt es nur für eines von fünf Gleisen ein vollständiges Leitsystem vom Eingang bis zur Bahn. Im Hauptbahnhof in Duisburg mit 61.000 Reisenden pro Tag fehlen Leitsysteme noch an einem Drittel der Gleise.
Eine weitere Hilfe für sehbehinderte Menschen sind tastbare Handlaufschilder an Rampen und Treppen, die den Fahrgästen beispielsweise anzeigen, zu welchem Gleis ein Aufgang führt. Mindestens 34 Bahnhöfe in NRW sind zwar vollständig mit Blindenleitstreifen ausgestattet, dort fehlen aber die Handlaufschilder teilweise oder ganz. Von allen NRW-Bahnhöfen, die Treppen und Rampen besitzen, ist jeder fünfte noch nicht vollständig mit Handlaufschildern ausgestattet worden.
"Wenn da keine Leitstreifen sind, ist es ein bisschen, wie auf rohen Eiern zu gehen"
Fehlende Hilfestellungen für Blinde an Bahnhöfen | Hochkantvideo
00:54 Min.. Verfügbar bis 26.11.2027. Von Jörn Kießler.
WDR-Reporter Kevin Barth ist selbst blind und hat sich für WDR Aktuell am Bahnhof Köln Messe/Deutz mit der Kamera begleiten lassen. Im Video zeigt er, was es für ihn bedeutet, wenn die Leitstreifen oder Geländer-Beschriftungen fehlen. "Normalerweise gehe ich relativ selbstbewusst auf den Bahnsteig. Aber wenn da keine Leitstreifen sind, ist es ein bisschen, wie auf rohen Eiern zu gehen", beschreibt er es.
"In Bahnhöfen muss ein vollständiges taktiles Leitsystem vorhanden sein", sagt auch Thomas Schirmer vom Allgemeinen Behindertenverband Deutschland. Wenn Leitsysteme plötzlich enden, bleiben Betroffenen nur Geräusche und das langsame Vorantasten. Ein weiteres Problem: "Ich erlebe immer wieder, dass Leitsysteme durch Koffer und Fahrgäste versperrt sind", sagt Schirmer. Er selbst hat eine Trillerpfeife dabei, um notfalls auf sich aufmerksam zu machen. Er wünscht sich mehr Rücksicht.
Regionale Unterschiede in der Barrierefreiheit
Regional verteilen sich die barrierefreien Bahnhöfe der Deutschen Bahn unterschiedlich. Im vielbefahrenen Gebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr rund um Düsseldorf und im Ruhrgebiet haben nur 48 Prozent der Bahnhöfe ein vollständiges Leitsystem. Stufenfreie Zugänge zu allen Bahnsteigen haben hier nur 77 Prozent der Bahnhöfe. Vor allem die S-Bahnhöfe größerer Städte wie Düsseldorf, Dortmund und Wuppertal sind häufig nicht barrierefrei zugänglich. Deutlich besser ausgestattet sind die Bahnhöfe in den beiden anderen Gebieten des Regionalverkehrs. In der Region Aachen/Köln/Bonn von Go.Rheinland gibt es an zwei Dritteln aller Bahnhöfe vollständig Blindenleitstreifen. In den Gebieten Sauerland, Münsterland und Ostwestfalen des Nahverkehrs Westfalen-Lippe sind mit fast 90 Prozent die meisten Bahnhöfe stufenfrei zugänglich.
Als möglichen Grund für den Unterschied nennt der NWL auf WDR-Anfrage die ländliche Prägung des eigenen Verbundgebiets. Deshalb gebe es außerhalb der Oberzentren in Westfalen-Lippe eher kleinere Bahnhöfe. Diese können schneller und weniger aufwendig umgebaut werden - inklusive kürzerer Sperrungen von Strecken. Die Verkehrsverbünde betonen gleichzeitig, dass vor allem auch die Zahl der Reisenden im jeweiligen Bahnhof wichtig sei.
Die Verbünde selbst sind dabei nicht für den Umbau zuständig. Das ist die Aufgabe der DB InfraGO (GO für gemeinwohlorientiert). Sie ist ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn und betreut die meisten Bahnhöfe und das Streckennetz.
Immer mehr Bahnhöfe werden barrierefrei
Die gute Nachricht: Der Anteil barrierefreier Bahnhöfe wird immer größer. Ein Bahnsprecher erklärt, dass auch weiterhin Bahnhöfe barrierefrei umgebaut werden. Ein Beispiel dafür ist der Bahnhof Wanne-Eickel. Die Bahn hat ihn komplett modernisiert. Seit Anfang November sind die vier Bahnsteige erneuert und mit Leitsystemen ausgestattet. Drei von vier Bahnsteigen sind über neue Aufzüge erreichbar. Der vierte, derzeit ein Nothalt, soll mittelfristig auch einen Aufzug bekommen.
Auch der Duisburger Hauptbahnhof bekommt die letzten fehlenden Leitstreifen: Die Bahn will mit dem Umbau bis 2028 fertig sein und das Leitsystem vervollständigen.
Das Land NRW hat in den vergangenen Jahren mehrfach Vereinbarungen mit InfraGO zur Modernisierung der Bahnhöfe in NRW geschlossen und Maßnahmen für die Barrierefreiheit finanziell gefördert.
Seit 2019 gibt es eine Grundsatzvereinbarung zur Herstellung der Barrierefreiheit zwischen dem Land NRW, den Verkehrsverbünden und der Deutschen Bahn. Ein Ziel: Bis 2030 sollen mindestens 90 Prozent der Fahrgäste auf gleicher Höhe in Bahnen ein- und aussteigen können. Laut dem NRW-Verkehrsministerium ist das bisher für mehr als 80 Prozent der Reisenden möglich.
Für die bisher noch nicht umgebauten Bahnhöfe bietet die Bahn die Mobilitätsservice-Zentrale an. An größeren Bahnhöfen helfen Mitarbeiter nach Anmeldung zu bestimmten Zeiten beim Ein- und Ausstieg sowie beim Hin- und Rückweg zum Gleis. Damit bleiben allerdings die Hindernisse an kleineren Bahnhöfen - denn gerade hier fehlen häufig Rampen, Aufzüge und Leitstreifen.
Unsere Quellen:
- Nutzerportal bahnhof.de
- VRR, NWL, und Go.Rheinland
- Eigene Berechnungen
- Interview mit Thomas Schirmer vom Allgemeinen Behindertenverband Deutschland
- WDR-Reporter vor Ort
Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels stand, dass es in Bonn an keinem Gleis ein Leitsystem bis zum Gleis gibt, richtig ist, dass es für eines der fünf Gleise so ein System für den Weg vom Eingang bis zum Gleis gibt. Wir haben den Fehler korrigiert.
Über diese Auswertung
Die öffentlichen Informationen zur Barrierefreiheit von Bahnhöfen sind teilweise veraltet oder widersprüchlich. WDR Data hat daher die Barrierefreiheit-Angaben der Plattform bahnhof.de heruntergeladen, mit anderen Daten kombiniert und ausgewertet. Auch in diesem offiziellen Informationsangebot fehlen die Merkmale von Bahnhöfen, die nicht von der Deutschen Bahn betrieben werden. WDR Data hat die Daten dieser Bahnhöfe mit Informationen der Aufgabenträger VRR, NWL, und Go.Rheinland ergänzt.
In der WDR-Auswertung gilt ein Bahnhof als vollständig mit Blindenleitstreifen ausgestattet, wenn durchgängige Leitsystem zu den Bahnsteigen und auf den Bahnsteigen vorhanden sind. Trotz nach eigener Aussage gleicher Definition gibt die Deutsche Bahn eine höhere Quote an als der WDR.
Schreibt uns zum Thema Bahn in NRW!
Wir wollen dranbleiben am Bahnverkehr in NRW und möchten von euch wissen: Wo gibt es Probleme in eurem Bahn-Alltag? Wo läuft es rund? Was wolltet ihr immer schon mal verstehen oder sogar selbst möglichst vielen Menschen erklären? Wir freuen uns auf eure Anregungen und euer Wissen - in den Kommentaren auf wdr.de oder per E-Mail an data@wdr.de.
Sendung: WDR 5, Morgenecho, 27.11.2025, 6.05 Uhr.
25 Kommentare
Kommentar 25: Franziska 1 schreibt am 28.11.2025, 14:42 Uhr :
"Den Behinderten" muss geholfen werden! Gleicher Blick auf Nichtbehinderte die mit Kinderwagen unterwegs sind? Ich sehe einen großen Unterschied, wenn Eltern beide vor Treppen stehen. Einer könnte das Kind am Arm nehmen, der andere nimmt den Kinderwagen über die Treppe. Bei Frau/ Mann alleine, da helfen gerne Passanten, schon oft gesehen. Ich habe aber noch nie gesehen, dass jemand einen Behinderten die Treppe hochtrug, ein anderer den Rollstuhl nahm. Der Behinderte würde heute noch von gestern dastehen mit Rollstuhl, wenn nicht der Video- Security zufällig es mitbekommen würde. In was für einer gedankenlosen Welt leben die Bahn- Verantwortlichen der Züge, wenn der Einstieg nicht auf gleicher Ebene liegt? Soll ein evtl. Begleiter beim Helfen einen Hexenschuss riskieren? Straßen- Rollstühle sind unförmig schwer. Als Rollstuhlfahrer wirkt man auf andere Menschen klein. Man übersieht ihn/sie so damit leichter? Man merkt in Deutschland, Hilfe für sie ist leider nur gelegentlich.
Kommentar 24: Müller schreibt am 28.11.2025, 14:10 Uhr :
Sehr geehrte Damen und Herren, in der Statistik steht: Opladen 3Gleise 100% Blindenleitstreifen 100% Stufenfreiheit das mag ja theoretisch stimmen, aber ich habe in den letzten Jahren NIE (!!) erlebt, dass alles Rolltreppen oder Aufzüge funktioniert hätten. Die Aufzüge zu den Geisen waren jetzt mehr als 1/2 Jahr außer Betrieb - so lange kann eine Reparatur beim besten Willen nicht dauern. Gleichzeitig ist meistens mindestens eine der Rolltreppen zu Gleis ausgefallen. Und auf "Beschwerden" oder Hinweise an die Bahn reagiert keiner. Sie hätten nicht einfach die Zahlen, die die Bahn Ihnen liefert, veröffentlichen sollen, sondern zumindest stickprobenartig diese Angaben überprüfen sollen. Sehr erstaunte Grüße M. Müller
Antwort von Paul S. , geschrieben am 28.11.2025, 14:49 Uhr :
Danke Herr/ Frau Müller! Was die Bahn liefert, bedarf mehr Kontrolle! Jeder hat selbst seinen eigenen Be- und Gutachter.
Kommentar 23: Achim Berg schreibt am 28.11.2025, 12:06 Uhr :
Hier in Bielefeld-Brake gibt es weder Aufzug, noch ist der Zug barrierefrei (ebenerdig) zu erreichen. Angeblich ist für 2027 eine Sanierung geplant. Wie man die DB kennt, ist dann wieder kein Geld da, oder es scheitert an anderen Faktoren. Wir Braker (10.000 Einwohner) warten gespannt, was passieren wird.
Kommentar 22: Brigitta S. schreibt am 28.11.2025, 11:29 Uhr :
Deutschland ist nicht Barrierefrei. Für alles Mögliche gibt es Vorschriften beim Bauen. An Behinderte wird erst gedacht, wenn der Neubau schon steht. Wohin sich ein Behinderter auch bewegt er sieht überall Wegeschranken die schwer und nicht alleine zu bewältigen sind. Wer blind ist, viele Stolpergefahren drohen. Veranstalter sagen, ja wenn eine Gruppe angemeldet kommt, dann sorgen wir das sie teilnehmen können. Hoppla, muss ein Behinderter erst in einen Verein o. ä. eintreten um Barrierefreiheit zu erhalten? Vorm Eingang zum EKZ, stehen Räder, Motorräder, meistens zwei Behindertenparkplätze werden weit weg vom Eingang gestellt. Die nicht vorhandene Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderung im öffentlichen Raum, bedeutet für sie eine große Herausforderung. Viele Behinderte fühlen sich ausgesperrt vom normalen Leben. Viele Behinderte fühlen sich mit Psycho- Stress zuhause eingesperrt, weil ihnen klar ist was sie in der Öffentlich erwartet und vermeiden die Wohnung zu verlassen.
Kommentar 21: Gunda Jüterbock schreibt am 28.11.2025, 10:37 Uhr :
Danke, dass Sie sich des Themas annehmen. Ich pendele seit über 20 Jahren jeden Tag mit der RB48 von Köln-Mülheim nach Solingen und zurück und habe stets mein Fahrrad dabei. Seit Anfang der Zeit bitte ich in regelmäßigen Abständen darum, dass man Schiebespuren an die breiten Treffen baut, damit man wenigstens die Räder hoch- und runterschieben kann, wenn es schon keine Aufzüge gibt. Erstens gibt es keine Antwort darauf und zweitens passiert nichts. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies ein Riesenkostenfaktor wäre, aber es würde zumindest einer Gruppe von Pendlern den Transport erleichtern. Von Deutz als großem ICE-Bahnhof mal ganz zu schweigen. Für die rechtsrheinischen Bewohner gibt es an keinem Bahnhof die Möglichkeit, mittels einem Aufzug ein Rad auf die Bahnsteige zu bekommen. Meine Schwiegereltern mussten immer erst von Höhenhaus kommen um zum Hbf radeln, um dort die e-bikes auf die Bahnsteige zu bekommen.
Kommentar 20: Hajo schreibt am 28.11.2025, 09:07 Uhr :
Ich bin auch blind und lebe in Wuppertal. Die Bahnhöfe sind teilweise gar nicht oder nur sehr oberflächlich mit einem Blindenleitstreifen ausgestattet. Zwar hat der Wuppertaler Hbf teilweise ein Blindenleitsystem, doch: Im Tunnel endet dieser plötzlich, teilweise sogar in verkehrter Richtung verlegt. Im Eingangsbereich eine schmale Spurrille, die mit einem Langstock, der eine dicke Kugel hat, fast nicht zu bedienen ist; kommt noch hinzu, dass die Geschäfte oft ihre Werbebanner genau auf diese Spurrille platzieren. Ich habe den Eindruck, da wurde unter dem Motto gearbeitet, „wir haben was getan, wenn auch ohne Nachdenken“. Ach ja, einen perfekten Leitstreifen gibt es tatsächlich: Er führt genau vor einem Fahrkartenschalter mit Touch-Display ohne Sprachausgabe....
Kommentar 19: Schlapliohr schreibt am 27.11.2025, 20:44 Uhr :
Und was wird für Scherhörige und Gehörlose unternommen??? Der Krach, die Lautsprecheransagen sind nicht zu verstehen, die Anzeigetafeln zu unübersichtlich.....sehr schwer, schnell z.B. einen neuen Anschlußzug zu finden bei den kurzen Taktungen der Züge und zum passenden Gleis zu kommen. Freue mich, wenn man auch an Schwerhörige und Gehörlose denkt. Diese Menschen haben auch ein Recht auf Barrierefreiheit und Inklusion. Bitte öfter daran denken. Danke!
Antwort von Frank , geschrieben am 28.11.2025, 07:13 Uhr :
Guten Morgen Schlapliohr, für Menschen mit Hör- und Sprachbehinderung (in Aufzügen) habe interessante Lösungen gefunden: https://www.telegaertner-elektronik.de/de/visuelle-notrufsysteme Und für barrierefreie WC-Anlagen habe ich auch etwas gefunden: https://www.sanicall.de/ Viele Grüße und ein schönes Wochenende
Kommentar 18: Andy schreibt am 27.11.2025, 20:12 Uhr :
Ich finde es für eine Millionenstadt wie Köln unmöglich, dass unter anderem ein Hauptverkehrsbahnhof wie Köln Messe/Deutz und der Bahnhof Köln Süd, immerhin der Bahnhof den täglich allein hunderte Studenten benutzen (nur eben leider nicht die Studenten im Rollstuhl oder mit Gehbehinderung) nicht barrierefrei sind.
Kommentar 17: Kurt, Theo und Karl Heinz schreibt am 27.11.2025, 17:50 Uhr :
War schon immer so.
Kommentar 16: Antje Ahlbrecht schreibt am 27.11.2025, 16:11 Uhr :
Am HBF Duisburg gibt es keine barrierefreie Verbindung zwischen DB und U-Bahn. Trotz komplett neuer Bahnsteige werden am Ende, wo es zu U-Bahn runtergeht, keine Aufzüge und keine Zweirichtungsrolltreppen gebaut. Teilweise ist dort nur eine Treppe, nicht mal eine Rolltreppe. Und nirgendwo Informationen, wie Menschen barrierefrei in die U-Bahn kommen. Nämlich einmal komplett aus dem Bahnhof raus und ihn halb umrunden, dann gelangt man zum Aufzug in die U-Bahn.
Kommentar 15: J.B. schreibt am 27.11.2025, 16:09 Uhr :
Auch mobile Menschen bekommen durch SEV probleme. Warburg Richtung Hagen war in Messinghausen Ende mit Bus. Eine Höhe von ca. 70 cm mussten dort überwunden werden. Eine Frechheit !!!
Kommentar 14: V.Englisch schreibt am 27.11.2025, 16:08 Uhr :
Unser S-Bahnhof "Düsseldorf-Gerresheim" ist seit Jahrzehnten ein Problem. Niemand scheint sich bei den zuständigen Stellen dafür zu interessieren. Alle schieben sich gegenseitig die Verantwortung zu. Eine Renovierung inklusive Barrierefreiheit ist längst überfällig, der Ort gilt sogar als "Schandfleck".
Antwort von N. Z. , geschrieben am 28.11.2025, 21:12 Uhr :
Ich würde einfach mal die Stadt fragen ...
Kommentar 13: Ludger W. schreibt am 27.11.2025, 15:53 Uhr :
Ich wohne in Reckenfeld. Der Zugang und die Barrierefreiheit sind ja nur die eine Seite der Medallie. Wenn aber die Bahnsteighöhe noch nicht auf 76 cm angehoben wurden, dann ist das schon eine Quälerei, mit Rollstühlen, Rollatoren, Kinderwagen und Fahrrädern in die Züge zu kommen, da hilft dann auch ein optimaler Zugang zum Bahnsteig auch nicht viel.
Kommentar 12: Michael Mohr schreibt am 27.11.2025, 13:44 Uhr :
Barrierefrei sollte eigentlich bedeuten, das man von einem Bahnsteig ohne technische Hilfsmittel den Bahnhof verlassen kann. Dies ist z.B. am Bahnhof Essen-Kupferdreh nicht möglich. Platz genug für eine Rampe ist augenscheinlich vorhanden, aber es gibt nur einen Aufzug, der häufig nicht funktioniert. Da heist es dann, auf den nächsten Zug warten, um entweder in Überruhr (Richtung Essen) oder Velbert-Nierenhof (Richtung Wuppertal) weiterzufahren und aussteigen , um dann mit dem Taxi zum Ziel zu fahren. So eine Lösung stelle ich mir unter Barrierefreiheit nicht vor. Es sollten Lösungen ins Auge gefasst und umgesetzt werden, die auch ohne Strom und defektanfällige Aufzüge funktionieren.
Kommentar 11: J.D. schreibt am 27.11.2025, 13:27 Uhr :
Das sind alles theoretische Betrachtungen. In der Realität sind beispielsweise beide Aufzüge in Rheydt Hbf seit Monaten außer Betrieb.
Antwort von WDR.de , geschrieben am 27.11.2025, 14:55 Uhr :
Vielen Dank für diesen Hinweis. Wir wollen uns in weiteren Beiträgen auch mit dem Zustand von Hilfsmitteln wie Aufzügen und Rolltreppen beschäftigen. Freundliche Grüße, das Team von WDR Data
Antwort von Franziska 1 , geschrieben am 27.11.2025, 16:38 Uhr :
WDR, ihre Antwort zu User J.D, ist gut. Bahnhöfe haben meistens Treppen auch am Haupt- und Nebeneingang. Bleiben Sie dran am Thema, bis den Kommunen die Ohren dröhnen wegen der vermissender Barrierefreiheit. Umgebaut muss jeder älterer Bahnhof Mal werden.
Kommentar 10: Brigitta S. schreibt am 27.11.2025, 13:07 Uhr :
Regionale Unterschiede in der Barrierefreiheit, ja die gibt es. Für Blinde, für Beinamputierte, für Rollstuhlfahrer, für Senioren bei zu vielen Treppen der Gates und Einkaufen müssen mit Rollatoren. Wen will man den Vortritt lassen, dass mal angefangen wird, diese Wege- Handicaps zu beseitigen? In ganz Deutschland leiden unter diesen Barrieren Menschen die seit langen darauf warten. Jeder der gehen kann, kann ein Taxi benützen um bequem von A nach B zukommen ohne Probleme zum Bahnhof und Zug. Der Behinderte nicht, dem erwarten viele Barrieren auch nach einer Taxifahrt auf seinem Weg. Anscheinend redet die jetzige Politik - Generation noch Jahrzehnte darüber... !
Kommentar 9: Annette Metzinger schreibt am 27.11.2025, 11:50 Uhr :
Sehr hilfreich ist die App Bahnhof live. Hier kann man Lagepläne der Gleise und Ausstattung zur Barrierefreiheit checken. Auch wird angezeigt welche Aufzüge zu welchen Gleisen intakt sind und welche nicht. So ist man besser vorbereitet, was einen erwartet. Gut, dass Köln Deutz jetzt Aufzüge zu Gleis 11/12 (Fernverkehr) hat. Sie sind aber schlecht ausgeschildert, so dass viele immer noch die langen und schwierigen Treppen nach unten und wieder hoch in die Bahnhofshalle nehmen, weil sie nicht wissen, dass man auch den Aufzug nehmen könnte. Die Abstände beim Ein-/Ausstieg zw Zug und Bahnsteig sind manchmal etwas groß. Das Ein- und Aussteigen somit nicht ganz einfach. Dennoch hat sich schon viel getan. Belgien und Holland sind weiter. Der Bhf Arnheim z.B. ist sehr gut ausgestattet.
Kommentar 8: Marion Watty schreibt am 27.11.2025, 11:49 Uhr :
Der Hauptbahnhof Bonn hat Aufzüge zu den Gleisen, jedoch sind diese zu klein um mit Fahrrädern und E- bikes diese zu nutzen. Es bleibt nur die Treppe und die Rolltreppen. Eine Zumutung für eine UN- Stadt.
Kommentar 7: Paul S. schreibt am 27.11.2025, 11:41 Uhr :
WDR, es tut mir leid es sagen zu müssen. Wir haben Stress überall zu verzeichnen. Täglich kommen Artikel die den Blutdruck der Leser erhöhen können. Bei so viele Probleme gibt es ständig Wiederholungen vom gleichen Problem? Nur mit einer anderen Titelbezeichnung. Es kann ständig gefragt werden, wo gibt es Probleme in eurem Alltag? WDR weiß ganz genau wo sie sind. Medien sollten sich da hinwenden, wo sie gemacht werden an die Politik. Hier können Leser nur jammern, wenn auch mit großen Recht.
Antwort von N. Z. , geschrieben am 29.11.2025, 09:01 Uhr :
RICHTIG!!
Kommentar 6: MS schreibt am 27.11.2025, 09:25 Uhr :
Während des Studiums habe ich mit Blinden zusammengearbeitet - und selbst einmal versucht ohne Augenlicht durch den Tag zu kommen. Das war ein Desaster. Irgendwann bekommt man Panik - ich habe abgebrochen. Und das war eine kleinere Uni-Stadt. In Köln will ich mir das gar nicht vorstellen. Ich finde man sollte wirklich alles tun, Teilhabe zu ermöglichen. Man kann sich mal die Augen zubinden und um das eigene Haus herum zu laufen. Manchen reicht schon die eigene Wohnung. Auch andere Behinderungen sollten unbedingt Berücksichtigung finden. Es reicht ein Unfall und man ist selbst in der Situation.
Kommentar 5: Bertram Weiland schreibt am 27.11.2025, 09:19 Uhr :
Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)