"Diskallico": Das sind die leuchtenden Fahrrad-Ritter des Münsterlands
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Kalli hat mit "Diskallico" ein Projekt gestartet, das nicht nur ihm in einer schweren Zeit half, sondern auch viele andere im Münsterland begeistert. Mit ihren illuminierten E-Bikes radeln die "Light Rider" regelmäßig durch die Nacht.
Von Kirsten Lorek
Wenn die "Diskallico Light Rider" unterwegs sind, dann ziehen sie sofort alle Aufmerksamkeit auf sich. Schließlich sind sie in der Dunkelheit nicht zu übersehen: Wie kleine Sterne blinken die LEDs an ihren Fahrrädern, Helmen, an ihren Klamotten und Handschuhen. Im Takt zu der Musik, die aus einem kleinen Lautsprecher an einem der Fahrräder schallt, pulsieren die Lichter in Orange, Rot, Violett, Blau und Grün.
Diskallico: Mit dem Fahrrad gegen Burnout
Ihre Mission: Mit ihren funkelnden Fahrrädern die Menschen zum Lächeln zu bringen. "Das ist für uns zur Sucht geworden", sagt Karl Jehle aus Ascheberg-Herbern, der von allen nur Kalli genannt wird. Er ist der Erfinder von "Diskallico". "Wenn die Menschen uns anstrahlen, dann färbt das automatisch auf uns ab."
Karl "Kalli" Jehle über die Entstehung von "Diskallico"
00:59 Min.. Verfügbar bis 15.10.2027.
Angefangen hat das Projekt als eine Art Selbsttherapie während der Corona-Pandemie: Jehle litt vor vier Jahren unter chronischer Erschöpfung, Tinnitus und Burnout. Damit ist er nicht alleine. Während der Pandemie verschlechterte sich die psychische Gesundheit der deutschen Bevölkerung deutlich, wie eine Untersuchung des Robert-Koch-Instituts zeigt.
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Jehle überlegte, was ihm guttut. Die Antwort: nachts Radfahren. Allerdings ist es im ländlichen Raum nachts sehr dunkel - daher kamen die Lichter ans Rad. Die Idee zu "Diskallico" war geboren. Erst war Jehle als Ein-Mann-Show unterwegs. Aber das Licht-Fieber ist ansteckend, mittlerweile wird er von "Light Ridern" aus ganz Westfalen unterstützt. Dazu gehört auch Michael Heinemann: "Ich hatte auf Facebook gesehen, dass Kalli sich in Werne angekündigt hatte, wo ich wohne. Es war Sommer, die Stimmung sensationell, da hat's mich gepackt und vier Wochen später hatte ich auch so ein Fahrrad."
Bunte Lichter verzaubern Klein und Groß
An diesem Abend sind Jehle und Heinemann mit drei weiteren "Light Ridern" unterwegs. Ihr Ziel: ein Weinfest in Münster. Auf einem Parkplatz treffen sich die Fünf, in der Dämmerung wird eifrig geschraubt, justiert und geklebt, damit alle Akkus an ihrem Platz bleiben. Bis zu 80 Kilogramm bringen die Fahrräder samt Leuchttechnik auf die Waage, da müssen sich die radelnden Ritter ordentlich beim Treten ins Zeug legen.
Karl Jehle blickt voller Vorfreude auf das Weinfest
00:28 Min.. Verfügbar bis 15.10.2027.
Als alles bereit für die Fahrt ist und der Himmel immer dunkler wird, schalten die Lichtritter die Leuchtdioden an ihren Fahrrädern und Klamotten an. Eine junge Frau und ihr Sohn bleiben stehen: Der Junge ist von den glitzernden Lichtern an den Rädern ganz verzaubert, schaut mit leuchtenden Augen von einem zum anderen. Jehle posiert mit ihm für ein Foto, dann ruft er: "Aufsitzen, es geht los!"
Angekommen beim Weinfest brandet Jubel auf. Handys werden gezückt, Fotos gemacht, Umarmungen verteilt. "Ganz ehrlich? Genau das ist er. Der Grund, weshalb wir so gern mit 'Diskallico' unterwegs sind", sagt Jehle und strahlt.
Über dieses Thema haben wir auch am 18.09.2025 im WDR-Fernsehen berichtet: Lokalzeit Münsterland, 19.30 Uhr.