Ausflugstipps: Ein Wochenende im Siegerland
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Egal ob Natur, Kultur oder Stadt: Das Siegerland mit seinen historischen Fachwerkstädten und zahlreichen Wanderwegen hat viel zu bieten. Hier sind unsere Tipps für ein vielfältiges Wochenende in und um Siegen.
Von Vivienne Zahel
- Kapitel 1 : Tag 1: Vormittags durch den Schlosspark und die Altstadt in Siegen
- Kapitel 2 : Nachmittags: Besichtigung der Krombacher-Brauerei in Kreuztal
- Kapitel 3 : Abends: Siegerländer Spezialitäten probieren
- Kapitel 4 : Tag 2: Tagsüber Bewegung in der Natur
- Kapitel 5 : Abends: Ausklang in Freudenberg
Das Siegerland rund um seine namensgebende Stadt Siegen liegt im südöstlichen Teil Nordrhein-Westfalens. Einst war die Region geprägt von ihrem Eisenerzbergbau, heute ist sie vor allem für ihren Wandertourismus bekannt. Denn der Kreis Siegen-Wittgenstein, zu dem auch das Siegerland gehört, ist der waldreichste Kreis Deutschlands und Siegen gilt sogar als Deutschlands grünste Großstadt.
Tag 1: Vormittags durch den Schlosspark und die Altstadt in Siegen
Schon aus weiter Ferne auf dem Siegberg sichtbar: In über 300 Metern Höhe thront das Obere Schloss Siegen. Die Lage auf dem Berg und die grüne Umgebung machen es zum Wahrzeichen der Stadt und zu einem guten Aussichtspunkt. Die ursprünglich als Höhenburg gebaute Anlage beherbergt heute keine Erzbischöfe und Grafen mehr, sondern das Siegerlandmuseum.
Im Herbst zeigen sich das Sieger- und Sauerland in ihren buntesten Farben
00:20 Min.. Verfügbar bis 21.11.2027.
Auf 1500 Quadratmetern können Besucher im Siegerlandmuseum regionale Kunst- und Kulturgeschichte entdecken. Neben Gemälden des in Siegen geborenen Barockmalers Peter Paul Rubens zeigt das Museum auch die ehemalige Wohnkultur der Region. So vermitteln im Dachgeschoss des Schlosses eine Siegener Küche, eine Schlafstube sowie Biedermeiermöbel einen Eindruck vom Leben in der Vergangenheit.
Schaubergwerk im Siegerland
Und es wird noch historischer im Museum: Rund 2500 Jahre prägte der Bergbau die Region. Viele hundert Gruben sowie Hüttenplätze gab es einst und zeitweise sogar die tiefste Eisenerzgrube Europas. Um die harte Arbeit unter Tage erlebbar zu machen, wurde 1938 unter dem Schlosshof ein Schaubergwerk angelegt, in das die Besucher im Rahmen einer Führung hinabsteigen können. Zwar endete der aktive Bergbau im Jahr 1965, doch zählt auch heute noch die metallverarbeitende Industrie zu den Stärksten im Siegerland.
Stadtpanorama vom Schlosspark aus
Wer nach dem Museumsbesuch ein bisschen frische Luft, Bewegung oder Erholung braucht, der sollte unbedingt den Schlosspark nebenan aufsuchen. Ein Spaziergang durch die weitläufige Gartenanlage zwischen alten Bäumen und prächtigen Blumenbeeten bietet einen fabelhaften Blick über die grüne Universitätsstadt, die übrigens auf acht Bergen liegt. Von hier oben können die Stadtbesucher die Uni-Türme, die Nikolaikirche mit ihrem goldenen "Krönchen" und den Flussverlauf der Sieg erspähen.
Bis zum 29. Dezember gibt es beim Weihnachtsmarkt am Unteren Schloss Glühwein und Lebkuchen
Vom Schloss und Schlosspark läuft man direkt in die Altstadt weiter. Das malerische Idyll verzaubert mit seinen engen Gassen und kleinen, schiefergedeckten Häusern und zeigt die typische Fachwerkbauweise des Siegerlandes. Im Mittelalter verfügten Handwerkszünfte wie Fleischer und Lohgerber über das Viertel. Heute erinnern noch die Namen der Gassen, durch die auch regelmäßig Nachtwächterführungen angeboten werden, daran. Die Siegener Altstadt wird von vielen als der schönste Teil Siegens empfunden.
Nachmittags: Besichtigung der Krombacher-Brauerei in Kreuztal
Das Siegerland ist nicht nur für seine Bergbautradition und Altstadt, sondern auch für sein Bier und seine Brauereien weltweit bekannt. Getrunken wird vor allem eins: Pils. Gebraut wird das unter anderem bei Krombacher in Krombach, einem Stadtteil von Kreuztal, der rund 15 Kilometer von Siegen entfernt liegt.
Laut einer Umfrage der Statista Consumer Insights gilt "Krombacher" als die bekannteste Biermarke in Deutschland. Im Jahr 2023 hat das Unternehmen bundesweit fast sechs Millionen Hektoliter Bier verkauft und gehört damit zu den erfolgreichsten Pils-Brauereien. Bekannt ist das Bier unter anderem für das enthaltene Felsquellwasser aus dem Rothaargebirge.
Hinter den Kulissen von "Krombacher"
00:13 Min.. Verfügbar bis 21.11.2027.
Wer bei der morgendlichen Erkundung Siegens (Bier-)Durst bekommen hat, der ist bei einem interaktiven Rundgang durch die Braustätte genau richtig. Bei Krombacher ergründen die Besucher während einer circa dreistündigen Führung sowohl die Brauerei selbst als auch sämtliche Produktionsprozesse. Dabei bekommen sie Einblicke in das Sudhaus, die Abfüllanlage und das Verladezentrum. Danach geht es zur Stärkung und Erfrischung in die Braustube. Dort gibt es den sogenannten "Krombacher Dreiklang": westfälischer Schinken, Braustubenbrot und natürlich frisch gezapftes Pils. Prost!
Führung Krombacher Brauerei in Kreuztal
Adresse: Hagener Str. 261, 57223 Kreuztal
Preis: ab 26 Euro
Dauer: maximal 3 Stunden
Abends: Siegerländer Spezialitäten probieren
Nach einem langen Tag voller Eindrücke meldet sich am Abend der Hunger. Die Sonne ist schon längst hinter den Hügeln des Siegerlandes versunken, in den Gasthöfen duftet es lecker nach deftigem Essen. Auf den Tisch kommt vielleicht ein Riewekooche. Das sind deftige Reibekuchen aus Kartoffeln mit wahlweise Apfelmus, Marmelade oder, wie es hier Tradition ist, mit einem Stück Schwarzbrot, Butter und Salz.
Oder man entscheidet sich für das, was viele Einheimische als echtes Heimatgericht bezeichnen: das Siegerländer Krüstchen. Hierbei handelt es sich um ein herzhaftes Gericht aus einem panierten Schnitzel, das traditionell auf einer Scheibe getoastetem Brot oder Siegerländer Schwarzbrot mit einem Spiegelei serviert wird.
Tag 2: Tagsüber Bewegung in der Natur
Alle Bewegungs- und Naturliebhaber aufgepasst: Wer die Stadt verlässt, wird direkt in den Bann der Natur gezogen. Besonders im Herbst zeigen sich die Wälder im Siegerland von ihrer schönsten Seite. Laubbäume, die in vielen bunten Farben erstrahlen, schmale Bachläufe, die die weiten Täler durchziehen, und steil aufsteigende Wanderwege, die in die sonst ganz unberührte Natur führen. Immer wieder laden hölzerne Bänke und Schutzhütten zum Verweilen ein.
Für einen entspannten Spaziergang mit einer Thermoskanne in der Hand bieten sich die Obernautalsperre bei Netphen oder die Breitenbachtalsperre bei Hilchenbach an. Das Wasser liegt ruhig inmitten bewaldeter Hänge, die Spiegelung des Himmels glitzert auf der Oberfläche und manchmal kreist ein Rotmilan über den Baumwipfeln. Der Weg um die Talsperren ist gut ausgebaut, perfekt für Jogger, Familien und Spaziergänger mit einem Rucksack voller Proviant.
Paradies für Mountainbiker
Für Mountainbike-Fahrer ist das Siegerland ein regelrechtes Paradies. Neben dem Trail am Siegener Fischbacherberg gibt es in der gesamten Region zahlreiche Radtouren über Berge, durch Täler und an Flüssen entlang, spektakuläre Ausblicke inklusive.
Im Skigebiet Hesselbacher Gletscher lässt sich gut Skifahren lernen
Wer sich weniger auf zwei Rädern, sondern vielmehr auf zwei Skiern sieht, wird ebenfalls fündig. Denn auch im Siegerland gibt es Skipisten, zum Beispiel in Hilchenbach am Gillerberg, der sogar eine etwa 250 Meter lange Rodelbahn besitzt. In Hilchenbach kann man außerdem von der Ginsburg aus das ganze Umland überschauen.
Abends: Ausklang in Freudenberg
Über den Dächern der Freudenberger Altstadt weht ein leichter Wind. Weiter unten in den engen Gassen ist es jedoch ganz still. Wie wäre es da mit einem romantischen Spaziergang? Im historischen Stadtkern, auch "Alter Flecken" genannt, reihen sich giebelständige Häuser in Viererreihen aneinander und erinnern an eine Kleinstadt aus dem 17. Jahrhundert. Kein Wunder, dass dieser Ort bereits mehrfach als Filmkulisse diente.
Idylle pur in der Freudenberger Altstadt
00:23 Min.. Verfügbar bis 21.11.2027.
Wer den kleinen Anstieg zur Aussichtsplattform im Kurpark wagt, wird mit einem einzigartigen Blick über die mehr als 80 schwarz-weißen Fachwerkhäuser belohnt. Von oben zeigt sich die Altstadt wie auf einer Postkarte. Einzigartig, denn es existiert kein vergleichbarer historischer Stadtkern in Fachwerkbauweise. Die gleichmäßigen Fachwerklinien, das unebene Kopfsteinpflaster und die vielen schmalen Gassen sorgen für ein wahrhaftes Altstadt-Idyll. Ein idealer Ort für den Abschluss eines vielseitigen Wochenendes im Siegerland.