Der Motor knattert erst ohrenbetäubend laut, dann leiser und langsamer. Dann hört er plötzlich auf. Abgesoffen. Es riecht stark nach Benzin. Stephan Homberger kniet vor einem 100 Jahre alten Motorrad und versucht, es ans Laufen zu bringen. Mit viel Geduld. "Ma eben is nich", sagt er im Ruhrpott-Slang.
Wenn einer das alte Fahrzeug zum Laufen bringt, dann er. Homberger ist begeisterter Biker und liebt die alten Motorräder der Marke NSU. "Da geht mein Herz einfach auf", sagt er. Erst recht bei den Fahrten ins Münsterland, die Homberger und seine Freunde auf den alten Zweirädern unternehmen.
Seine Leidenschaft teilt Homberger in einem kleinen Motorradmuseum in Bottrop. Regelmäßig treffen sich dort die Liebhaber der NSU-Zweiräder. Sie pflegen, schrauben und schwelgen in Motorraderinnerungen. "Wir versuchen, den Zustand so zu erhalten, dass man auch sieht, dass die alt sind", sagt Museumschef Tilmann Henkel. Sein Vater hat das Museum vor 30 Jahren gegründet. Es ist sonntags für Besucher geöffnet.
Museum in Bottrop für alte Zweirad-Marke
Heute ist die Marke NSU fast nur noch Älteren und Liebhabern ein Begriff. Doch Mitte der 1950er-Jahre war die Firma aus Neckarsulm zeitweise der größte Zweiradhersteller der Welt. Ende der 1960er-Jahre kam es dann zum Zusammenschluss mit Audi. Anfang 2025 waren laut Kraftfahrt-Bundesamt noch rund 14.600 NSU-Zweiräder in Deutschland zugelassen.
Paradies für Liebhaber von NSU-Motorrädern: das kleine Museum in Bottrop
Einige davon stehen in der Werkstatt und an den Wänden des kleinen Bottroper Museums - wenn sie nicht gerade ausgefahren werden. Der NSU Superfox, NSU OSL 351 oder NSU 501 T. Alle viele Jahrzehnte alt. Und alle lassen die Herzen von Homberger und den anderen Bottroper Bikern regelmäßig schneller knattern.