Ein Steinchen nach dem anderen. Konzentriert schaut Geodimara auf ihre kleinen Finger. Einen roten Anhänger fädelt sie auf die Schnur ihres Armbands. Dann einen Goldenen. Es ist ein Glücksarmband, das die Sechsjährige hier bastelt.
Ein bisschen Glück, das kann Geodimara tatsächlich gebrauchen. Sie kommt aus Angola und ist ins Friedensdorf Oberhausen gekommen, um in einem Krankenhaus in NRW behandelt zu werden.
Denn zuhause in Angola kann man ihr nicht helfen. Geodimara hat eine Enzephalozele: einen Bruch, bei dem Gehirn aus einer Kopfspalte austritt. Es ist eine seltene Erkrankung, die in Deutschland nicht mehr vorkommt - doch behandelt werden kann sie hier.
Siebenstündige Operation in Gelsenkirchen
Kinderneurochirurg Lutz Schreiber wird den Eingriff an der Knappschaft Kinderklinik in Gelsenkirchen leiten. "Ich bin froh, dass ich das machen und Geodimara helfen kann", erzählt er, während er Geodimara kurz vor ihrer Operation noch einmal untersucht.
Mit einem Ultraschallgerät fährt er die Auswölbung an ihrer Nase ab. Viel Flüssigkeit ist darin, aber nichts, was den Arzt überraschen würde. "Es ist ein komplexer Eingriff, aber wir haben uns ausreichend Zeit dafür geblockt", sagt er.
Ein neues Leben für Geodimara
Eine Woche später steht Geodimara an ihrem Krankenhausbettchen auf der Kinderstation. Ein Verband ziert ihr Gesicht. Die OP ist gut verlaufen. Lutz Schreiber tastet vorsichtig ihr Gesicht ab. "Ich bin sehr zufrieden," sagt er. "Die Schwellung ist auch gut zurückgegangen."
Jetzt heißt es nur noch: Ausruhen und genesen. Und dann geht es für Geodimara endlich wieder nach Hause, zurück zu ihrer Familie in Angola.
Dieser Beitrag liefert Informationen zum Facebook-Reel der WDR Lokalzeit "Für diese OP reist Geodimara 6.000 Kilometer" vom 18.02.2026, 07.44 Uhr.