Die Mütter Lisa und Anna-Lena Heidemann sitzen zusammen mit ihrem dreijährigen Sohn Joris auf einem Spielplatz

"Joris ist unser Wunder": Wie sich ein Frühchen ins Leben kämpft

Füreinander

Stand:

Joris kommt viel zu früh auf die Welt. Doch der heute Dreijährige zeigt, wie viel Kraft in ihm steckt. Seine Mütter wollen mit ihrem Familienglück anderen betroffenen Eltern Mut machen.

Von Stefan Weisemann (Text) und Laura Kasprowiak (Multimedia)

Mit einem breiten Lachen sitzt Joris oben auf der orangen Rutsche. Ohne zu zögern stößt sich der Dreijährige ab und rutscht los. Die Rutsche quietscht unter ihm. Das Quietschen könnte aber auch von Joris selbst kommen, so viel Spaß hat er. Ein rundum glückliches Kind auf einem Spielplatz. Mit seinen beiden rundum glücklichen Müttern.

Dass es die kleine Familie aus Hamminkeln bis hierhin schaffen würde, war alles andere als selbstverständlich. Denn Joris ist als extremes Frühchen zur Welt gekommen, schon in der 22. Schwangerschaftswoche. Das ist die absolute Grenze, an der Leben möglich ist. Doch der kleine Joris kämpfte sich ins Leben. "Wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann macht er es immer wieder, bis er es schafft", sagt seine Mutter Lisa Heidemann stolz.

Dieses Element beinhaltet Daten von Facebook. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Ein Wunder, das nicht immer gelingt. Joris' Zwillingsbruder Levin stirbt kurz nach der Geburt. "Er hat die ganze Nacht um sein Leben gekämpft und wir mit ihm, aber er hat es am Ende leider nicht geschafft", sagt Heidemann.

Rund jedes zwölfte Baby kommt zu früh auf die Welt

Babys, die vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommen, gelten als Frühchen. 2023 waren es mehr als 50.000, sagt der Bundesverband "Das frühgeborene Kind", also knapp acht Prozent der Babys. Auch dank des medizinischen Fortschritts überleben heute die meisten kleinen Frühstarter.

Bei Extremfrühchen wie Joris und seinem Bruder ist die Sterberate allerdings weiterhin hoch. Sie müssen anfangs beatmet und intensivmedizinisch betreut werden. Wenn sie überleben, tragen sie oft ein Handicap davon oder brauchen länger als andere Kinder, um sich zu entwickeln.

Joris lässt sich von seinem schwierigen Start ins Leben nicht beirren. Er und seine Mütter strahlen eine große Lebensfreude aus. Gemeinsam wollen sie betroffenen Eltern Mut machen, zeigen, dass auch ein anfangs viel zu kleines Baby für großes Glück sorgen kann. Und so sagt Anna-Lena Heidemann über ihren kleinen Kämpfer: "Er ist einfach perfekt."

Dieser Beitrag liefert Informationen zum Facebook-Reel der WDR Lokalzeit "Frühchen Joris kämpft sich ins Leben" vom 27.11.2025, 13.44 Uhr.