Der Vorhang fällt in Köln-Mülheim. Seit der Spielzeit 2013/14 war das Depot auf dem Carlswerk-Gelände die Interimsspielstätte der Bühnen Köln. "Das war keine schöne Industriehalle mit Klinkermauern und Glas-Stahl-Architektur. Das war mehr so ne Wellblech-Dose." So erinnert sich der damalige Intendant Stefan Bachmann an die Anfänge.
Die Renovierung war dann ein Gemeinschaftsprojekt, das Ensemble und Leitung eng zusammengeschweißt hat. Auch der Bereich vor dem Gebäude wurde umgestaltet. Heute ist der Carlsgarten ein blühender Ort der Begegnung und ein Nutzgarten für die Nachbarschaft der Teil des Wohnviertels geworden ist. Die neue Spielstätte zeigte Klassiker, Stücke der Gegenwart und Inszenierungen zeitgenössischer Themen - zum Beispiel in Zusammenarbeit mit Anwohnern und Anwohnerinnen der benachbarten Kölner Keupstraße. Was wird jetzt aus der Spielstätte?
Kooperationshaus für Kultur
Ab Herbst bekommt der Standort ein neues Profil. Die Stadt Köln will den Kulturstandort Mülheim erhalten. Aus der Zwischenlösung wird ein Kooperationshaus. Grundlage für die Neuausrichtung ist ein Konzept der AG Depotopia. Ziel ist es, der freien Szene eine feste Spielstätte zu geben und zugleich den inzwischen etablierten Theaterort für ein breites Publikum zu erhalten. Dafür bekommen die beiden Hallen im Depot in Zukunft unterschiedliche Schwerpunkte.
Musicals im Depot 1
Das Depot 1 mit rund 600 Plätzen übernimmt ab Sommer 2026 der Musicalunternehmer Frank Blase, Geschäftsführer von Apiro Entertainment. Er hat die Halle für fünf Jahre angemietet und will ab November zunächst "Kick like a Woman" zeigen, ein Musical über Frauen, die den Mut hatten, ihren eigenen Weg zu gehen und deren Geschichte lange übersehen wurde. „Wir wollen mit dem Depot einen Raum schaffen, der kreative Energie freisetzt und Menschen zusammenbringt“, sagt Frank Blase.
Freie Szene im Depot 2
Die festen Einnahmen aus der Vermietung an Apiro sollen laut Stadt dazu beitragen, den Standort zu sichern und gleichzeitig das Depot 2 zum zentralen Produktions- und Aufführungsort für die freie Szene zu machen. Dort soll zum Beispiel die freie Tanzszene eine Heimat finden. Aber auch das Schauspiel Köln will die rechtsrheinische Bühne in Mülheim weiter regelmäßig bespielen. Geleitet wird das Kooperationshaus in einem Verbund aus Freier Szene und Schauspiel Köln.
Unsere Quellen:
- Pressemitteilung der Stadt Köln vom 4. Mai 2026
- Beobachtungen von unserem Reporter vor Ort
Sendung: WDR 3 Westart, Mit Premiere "Hundert" endet die Zeit des Schauspielhauses Köln im Depot in Mülheim, 29.05.2026, 12.15 Uhr