Für die einen sind sie nur schrecklich süße Schnulzen, für die anderen der perfekte romantische Kitsch. Die Rede ist von den legendären "Sissi"-Filmen mit Romy Schneider in der Titelrolle und Karlheinz Böhm als Franz Joseph.
Weihnachtsklassiker "Sissi" wird 70 Jahre alt
Szene aus dem Film "Sissi"
Vor 70 Jahren - am 21. Dezember 1955 - feierte "Sissi" seine Kinopremiere in Wien - einen Tag später lief der Film auch in den deutschen Kinos. Es folgten "Sissi - Die junge Kaiserin" (1956) und "Sissi - Schicksalsjahre einer Kaiserin" (1957). Bis heute gehört die Trilogie zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Filmproduktionen und zu den erfolgreichsten Filmen in deutschen und österreichischen Kinos.
Vor allem an Weihnachten erfreuen sich die Filme großer Beliebtheit. Das hat wohl weniger damit zu tun, dass die echte "Sisi" - wie Elisabeth von Österreich eigentlich von ihrer Familie gerufen wurde - an Heiligabend 1837 geboren wurde, sondern vielmehr mit der malerischen Kulisse, der romantischen Geschichte und den prächtigen Kostümen der Filme. Dass all das nur wenig mit dem historischen Vorbild zu tun hat, spielt für die meisten "Sissi"-Fans dabei keine Rolle.
Romy Schneider: "Sissi"-Rolle klebe "wie Grießbrei"
Trotz der heilen Welt, die in den Filmen gezeigt wird, war Hauptdarstellerin Romy Schneider mit ihrer Rolle nicht so glücklich. Die Filme verhalfen ihr zwar bereits mit 17 Jahren zum Durchbruch und machten sie zum Superstar, das Image der Prinzessin wurde sie jedoch nicht mehr los.
Romy Schneider im Jahr 1978
In späteren Jahren beklagte Schneider, die Rolle klebe an ihr "wie Grießbrei". Damals sei das bestimmt richtig gewesen. "Aber dann wollte ich halt eines Tages nicht mehr die Prinzessin sein." Und als sie sich bei Dreharbeiten 1958 in den Schauspieler Alain Delon verliebt, folgt sie ihm nach Paris. In Deutschland gilt sie wegen ihrer "Flucht" nach Frankreich als Kassengift, während sie von den Franzosen verehrt wird und nun auch endgültig zum seriösen Weltstar aufsteigt.
Vom deutschen Star zur französischen Grande Dame
Einen vierten "Sissi"-Film lehnte Schneider trotz Millionenangeboten ab und wandte sich stattdessen anspruchsvolleren Rollen zu. Anfang der 1970er Jahre avancierte sie so zur "Grande Dame" des französischen Kinos. 1972 trat sie trotzdem noch einmal als Sisi in der kunstvollen Verfilmung "Ludwig II." von Luchino Visconti auf - an der Seite von Helmut Berger als Bayerns männerliebendem Märchenkönig.
Ende der 1970er Jahre häufen sich dann allerdings die Schicksalsschläge: Ihr Ex-Mann nimmt sich das Leben und sie verliert ihren Sohn bei einem Unfall. 1982 stirbt sie schließlich mit gerade einmal 43 Jahren in ihrer Pariser Wohnung. Offizielle Todesursache: Herzversagen.
Auch ihr Schauspiel-Partner Karlheinz Böhm versuchte nach der Trilogie seinem Image als "hübscher Kaiser" zu entfliehen. 1959 spielte er in der englischen Produktion "Augen der Angst" einen psychopathischen Frauenmörder - der Film bescherte ihm einen Karriereknick.
"Sissi" gehört zu den Lieblings-Weihnachtsfilmen
Den Erfolg der "Sissi"-Filme konnte all das allerdings nicht schmälern. Heute gelten sie für Viele als absolute Klassiker und gehören vor allem an Weihnachten dazu. Laut einer Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov von 2024 gaben elf Prozent der über 2.000 Befragten an, "Sissi" sei ihr liebster Weihnachtsfilm. Damit landete der Film auf Platz vier hinter "Kevin - Allein zu Haus" (1990), "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" (1973) und "Der kleine Lord" (1980).
Dieses Jahr ist "Sissi" jedoch nicht in der ARD zu sehen, da die Rechte für die Trilogie an RTL gegangen sind.
Unsere Quellen:
Sendung: WDR.de, Vor 70 Jahren kam "Sissi" in die Kinos, 21.12.2025, 17.30 Uhr