Sie sind noch wackelig auf den Beinen und am liebsten in der Nähe ihrer Mütter: Die ersten Fohlen auf der Dülmener Wildpferdebahn sind da. Der Nachwuchs verstärkt die rund 400 Tiere starke Herde.
Sie gilt als eine der letzten wildlebenden Populationen in Europa. Den Winter über blieben die Tiere sich selbst überlassen. Sie leben generell fast ohne menschlichen Einfluss.
Der Job der Försterin: Balance halten zwischen Besucherinteresse und Pferdeschutz
Nur Försterin Friederike Rövekamp hat immer ein Auge auf die Tiere. Seit 25 Jahren begleitet sie die Tiere, sorgt durch Wald- und Feldpflege für ideale Lebensbedingungen. Hilfe für einzelne Tiere gibt es nicht.
"Sie helfen sich selbst. Die Fohlen lernen von ihren Müttern, wie sie als Wildtiere überleben." Friederike Rövekamp, Försterin Merfelder Bruch
Die Försterin ist auch für das Besuchermanagement zuständig. Rund 270 Führungen macht sie pro Jahr. Dabei geht sie mit der Besuchergruppe auf das Gelände. Bei den offenen Besuchstagen am Wochenende ist am Zaun Schicht für die Besucher.
Oft sind es die Pferde selbst, die neugierig die Nähe suchen: Es ist ein gewisser Zwiespalt zwischen den Interessen der Gäste und dem Schutz der Tiere. Sie sollen sich nicht an Menschen gewöhnen. "Gleichzeitig möchte ich die Besucher nicht komplett auf Distanz halten", sagt Friederike Rövekamp.
Zwei Höhepunkte kommen noch: der Besuch des Hengstes und der Fang der Einjährigen
Mitte April wird die Herde besonderen Besuch erhalten. Dann kommt für einen Monat der Deckhengst. "Er wird bis zur Verausgabung um die Gunst der Stuten werben", lächelt die Försterin.
Der Saisonhöhepunkt wartet Ende Mai auf das Publikum. Dann werden beim traditionellen, spektakulären Wildpferdefang wieder die einjährigen Hengste herausgefangen.
Unsere Quellen:
- Eindrücke und Beobachtungen des Reporters vor Ort
- Gespräch mit Försterin Frederike Rövekamp
- Herzog von Croÿ'sche Verwaltung
Sendung: WDR2 Münsterland, Lokalzeit, 08.04.2026, 9:31 Uhr