Dülmen: Wildpferdefang zwischen Begeisterung und Kritik
WDR. 03:12 Min.. Verfügbar bis 01.06.2028.
Die hohen Temperaturen setzten Fängern, Tieren und den 15.000 Besuchern sichtlich zu. Doch die Herzog von Croÿ'sche Verwaltung als Veranstalterin des Spektakels zieht ein positives Fazit: Mensch und Tier blieben unverletzt. 33 einjährige Hengste wurden gefangen, versteigert oder auch verlost.
Gegen 15 Uhr wurde es in der Arena zunächst ganz still: Dann zog die Herde mit donnernden Hufschlägen ein. Die erfahrenen Stuten kennen das Spektakel bereits. Doch die Jungtiere bleiben selten still, wenn ihnen das Halfter angelegt werden soll. Meist braucht es mehrere Fänger, um eines der Tiere zu bändigen.
Premiere für Fänger Niklas Winkelkotte
Für Niklas Winkelkotte beispielsweise war es die Premiere als Fänger. Dabei lebt der 19-jährige nur einen Steinwurf von der Wildpferdebahn entfernt. Der Jung-Landwirt kennt sich zwar mit großen Tieren aus. Doch in der Arena vor 15.000 Zuschauen mit Wildpferden – das verlangte dem Dülmener dann doch Respekt ab.
Die gut drei Dutzend Fänger wurden unmittelbar vorab nochmal geschult, von einer Verhaltensbiologin. Die Frauen und Männer mit ihren roten Halstüchern und blauen Hemden sollen den Jungtieren möglichst schonend das Halfter anlegen. Dafür gibt es gepolsterte Ecken an den Seiten der Arena.
Protest von Tierschützern gegen Wildpferdefang
Sie fordern ein Ende der Traditionsveranstaltung
Unterdessen demonstrierten an der Zufahrt zur Wildpferdebahn gut zwei Dutzend Tierschützer. Sie lehnen das Spektakel ab. Die Belastung für die sonst in relativer Freiheit lebenden Wildpferde sei zu hoch. Teils sind die Demonstranten von weit hergekommen. In einer Online-Petition haben sie bereits rund 2.000 Unterschriften gesammelt.
Wildpferde sind begehrte Nachwuchs-Tiere
Hier lassen sich Wildpferde hautnah erleben
Im Anschluss an das Event wurde der größte Teil der gefangenen Wildpferde gechipt und versteigert. Im Schnitt bringt ein Tier gut 1.500 Euro. Danach dürfen sich die jungen Hengste zunächst eine Nacht ausruhen, bevor ihre künftigen Eigentümer sie am Sonntag abholen. Die verbliebene Herde wurde wieder in die Freiheit entlassen.
Unsere Quellen:
- Herzog von Croÿ'sche Verwaltung
- Kreispolizei Coesfeld
- Beobachtungen von WDR-Reporter vor Ort
Sendung: WDR Aktuell, Wildpferdefang in Merfeld elektrisiert Massen, 30.05.2026, 16:00 Uhr.
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Münsterland, 01.06.2026, 19:30 Uhr.
