"Grundsätzlich kann man im ASP-Gebiet wandern bis die Schuhsohlen qualmen", sagt Holger Böhler, Sprecher im Kreis Olpe. Es gibt tausende Wanderkilometer. "Pauschale Waldbetretungsverbote sind kein adäquates Mittel und nur schwer kontrollierbar", heißt es aus dem Landwirtschaftsministerium.
Was ist im Wald zu beachten?
Das Virus ist tückisch: Es haftet an Schuhen und Fahrradreifen und kann in achtlos weggeworfenen Brotkrumen sitzen. Deswegen dürfen Waldbesucher die Wege nicht verlassen. Hunde müssen angeleint bleiben. Und Lebensmittel dürfen auf keinen Fall liegen bleiben.
Grundsätzlich steht einem Ausflug in den Gebieten im Kreis Olpe, in Siegen-Wittgenstein und im Hochsauerlandkreis nichts entgegen. Weder allein, noch in größerer Gruppe mit Familie oder Freunden.
Auch Feiern im ASP-Gebiet sind möglich. Aber immer unter der Prämisse, dass die Regeln eingehalten werden. Einige beliebte 1. Mai-Treffpunkte, wie beispielweise der Spiel- und Grillplatz Wigrow bei Hilchenbach, bleiben aber wegen der afrikanischen Schweinepest gesperrt.
Hohe wirtschaftliche Relevanz
Wildschweine in NRW von ASP betroffen
Holger Böhler nennt als Beispiel eine Maifeier an der SGV-Hütte in der Sperrzone II in Wenden. Wichtig sei, dass alle Besucher nur über den Weg hin- und zurückgehen. "Für Vereine sind solche Feiern zum Teil überlebenswichtig", sagt Böhler.
"Wenn da Waldgebiete gesperrt werden, gehen die Betriebe bankrott." Holger Böhler, Sprecher im Kreis Olpe
Das gilt auch für die Tourismusbetriebe in der Wanderregion. Latrop, Schanze, Jagdhaus – das sind drei Beispiele für Orte, die bei Wanderfans auch von weit her klangvolle Namen haben.
Achtsam unterwegs sein
Förster und Ranger haben in den vergangenen Wochen festgestellt, dass die Tore im Zaun um das Sperrgebiet häufig offen stehen. Damit steigt das Risiko, dass infizierte Schweine die Seuche weitertragen. Daher der Appell: "Bitte Tore unbedingt schließen“. Eine Verschleppung soll verhindert werden.
Aktuell sind laut Ministerium bei 580 Wildschweinen ASP festgestellt worden. Landesmitarbeiter sind täglich im Gebiet unterwegs, um Kadaver zu suchen. Wer beim Maiausflug ein totes oder krankes Tier sieht, sollte das Tier auf keinen Fall anfassen und sich beim Veterinäramt melden.
Unsere Quellen:
- Landwirtschaftsministerium NRW
- Holger Böhler, Kreis Olpe
- Förster oberes Sauerland
Sendung: WDR.de, Der 1. Mai im Schatten der Schweinepest, 29.04.2026, 06:02 Uhr
