Die Spuren Wilhelms II. im Schloss Huis Doorn

WDR 03:15 Min. Verfügbar bis 15.06.2028

Wasserschloss Huis Doorn Auf den Spuren von Kaiser Wilhelm II.

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Huis Doorn bei Utrecht zeigt das Leben von Kaiser Wilhelm II. fast unverändert. Das Schloss wirkt wie eine Zeitkapsel.

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Ralf Lachmann

Gut 50 Minuten Autofahrt von Emmerich entfernt, in den Niederlanden, erleben Besucher Geschichte hautnah - in Huis Doorn. Das Wasserschloss und der 50 Hektar große Park ringsherum gehörten früher Deutschlands letztem Kaiser Wilhelm II.

Dort lebte er mehr als zwei Jahrzehnte lang und ist auch dort bestattet. Heute ist das Anwesen ein einzigartiges Museum.

Wasserschloss Huis Doorn mit Wassergraben und Park

Wasserschloss Huis Doorn: Hier lebte Kaiser Wilhelm II. im Exil.

Schloss Huis Doorn seit dem Tod des Kaisers nahezu unverändert

Vor 85 Jahren starb Deutschlands letzter Kaiser. Seitdem blieb vieles an seinem Platz. Der Speisesaal ist eingedeckt, als würden der Ex-Kaiser und seine Gemahlin gleich zum Essen hereinkommen. Im Büro stehen noch immer ein Hundebett für seine geliebten Dackel, seine Aktentasche, Unterlagen und Zigarren.

"Dieses Schloss zeigt auf einzigartige Weise ein Stück Geschichte - wie in einer Zeitkapsel eingeschlossen." Herman Sietsma, Direktor von Huis Doorn

Auch ein Sattel ist zu sehen, auf dem Wilhelm II. beim Arbeiten saß. "Alle preußischen Könige, auch dieses Amt hatte der Kaiser ja zugleich inne, saßen auf einem Sattel vor dem Schreibtisch", erklärt Museumsführerin Ulla den deutschen Besuchern.

Besucherführung im Schloss Huis Doorn, alte Gemälde und viele Ausstellungsobjekte prägen die Räumlichkeiten

Im Schloss können Besucher Führungen durch die Räumlichkeiten erleben.

Kaiser Wilhelm II. kam als Asylbewerber in die Niederlande

1918, am Ende des Ersten Weltkriegs, muss der Kaiser abdanken. Während der Novemberrevolution wird die Republik ausgerufen. Die Alliierten wollen Wilhelm II. wegen seiner Rolle im Krieg vor Gericht stellen. Doch er flieht in die damals neutralen Niederlande, erhält dort Asyl und kauft später Huis Doorn.

Von Berlin nach Doorn: 64 Eisenbahnwaggons voller Umzugsgut

Wilhelm II. lässt sich aus seinen Schlössern in Potsdam und Berlin Inventar nachholen: Mobiliar, Gemälde, Porzellan, Silber, tausende Bücher, hunderte Uniformen und persönliche Erinnerungsstücke. Insgesamt sollen 64 Eisenbahnwaggons nach Doorn gekommen sein. Vieles davon ist heute noch im Wasserschloss zu sehen.

Vitrine mit Ausstellungsstücken im Schloss Huis Doorn

In Huis Doorn gibt es viele Vitrinen mit Ausstellungsstücken.

Ex-Kaiser und seine Hunde ruhen in Doorn

Einen Steinwurf vom Schloss entfernt stehen mehrere Grabsteine. Dort sind die Dackel des Kaisers beerdigt. Dahinter befindet sich ein Mausoleum, in dem Deutschlands letzter Kaiser ruht. Testamentarisch hatte Wilhelm II. bestimmt, dass er so lange in den Niederlanden bestattet bleiben wolle, wie Deutschland keine Monarchie mehr ist.

Der Eintritt in den Park ist kostenlos. Für die Schlossbesichtigung zahlen Erwachsene 12 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre 6,50 Euro.

Unsere Quellen:

  • Interview mit Herman, Sietsman, Direktor von Huis Doorn
  • Eindrücke des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Duisburg, 11.06.2026, 19:30 Uhr
Erstveröffentlichung des Artikels am 15.06.2026

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