- Sendehinweis: Hier und heute | 29. Mai 2026, 16.15 - 18.00 Uhr | WDR
Sehr pittoresk geht es in der Altstadt von Solingen-Gräfrath zu – mit ihren aneinandergereihten, schimmernden Schieferfassaden und den grünen Fensterläden, als Farbtupfer. Rund 120 Häuser stehen hier unter Denkmalschutz. Gebaut wurden sie im 18. und 19. Jahrhundert. Die Altstadt gilt als eine der schönsten in Nordrhein-Westfalen. Die Atmosphäre ist dörflich, schmale Gassen mit Kopfsteinpflaster führen zu lauschigen Plätzen. Gräfrath ist der kleinste von fünf Stadtbezirken in Solingen. Er ist noch dazu der mit Abstand romantischste, findet unsere Reiseexpertin Antje Zimmermann. Doch wenn der Stadtteil auch teilweise museal wirkt in seiner Schönheit, ist es den Menschen hier wichtig, zu betonen, dass Gräfrath kein künstliches „Disneyland“ ist, sondern ihr Zuhause. Cafés und Restaurants, ausgefallene Geschäfte und überraschende Galerien unterstreichen den Freizeitwert von Gräfrath. Hier wuchert Efeu, dort duften Rosen und plätschern Brunnen. Die Gräfrather bemühen sich in Vereinen und Organisationen, ihren schönen Ort zu pflegen und zu erhalten.
Tipp: Deutsches Klingenmuseum
Solingen wird auch Klingenstadt genannt.
Solingen wurde dank des Reichtums der Region zum Zentrum der Klingenherstellung in Deutschland und trägt daher auch den Beinamen „Klingenstadt“. Im malerischen ehemaligen Augustinerstift (gegründet 1185) befindet sich mittlerweile das Deutsche Klingenmuseum. Hier erfahren Besucherinnen und Besucher die spannende Geschichte, wie aus urzeitlichen Steinmessern moderne chirurgische Instrumente wurden. Viele der Sammlerstücke wurden in der Klingenstadt selbst hergestellt: „Me fecit Solingen – mich hat Solingen hergestellt“ verkünden die Gravuren. Das Museum bietet auch kindgerechte Präsentationen, etwa „Drache und Zauberschwert“, wo Kinder zusammen mit den Tieren des Zauberwalds das ikonische Handwerk kennenlernen.
Aktueller Tipp: Solinger Hochzeitsfest. Hier können sich lang- und kurzentschlossene Paare am 11. Juli 2026 von 12 bis 16 Uhr ohne bürokratischen Aufwand Gottes Segen geben lassen.
Ausflugstipps: Historische Ortskerne im Westen
Hier und heute. 29.05.2026. 12:03 Min.. Verfügbar bis 29.05.2028. WDR.
Remscheid-Lennep
Was für Solingen die Klinge ist für Remscheid-Lennep das Tuch. Bereits im Mittelalter war die Stadt berühmt für die Herstellung feiner Tücher. Diese Erfolgsgeschichte lässt sich im örtlichen Tuchmuseum und auf einem Themenweg erleben, der durch die verwinkelten Gassen der Altstadt führt. Der Rundgang führt zu den historischen Produktionsstätten, die Lennep international bekannt machten. Selbst die frühere Klosterkirche, die heute ein Kultur- und Bürgerzentrum beherbergt, war einst auch Weberei.
Damals war Lennep ein Zentrum der Tuchherstellung.
Lennep ist der drittgrößte Stadtbezirk Remscheids. Es mutet mittelalterlich an und zählt zu den ältesten Städten im Bergischen Land. Bereits in der Mitte des 13. Jahrhunderts erhielt Lennep Stadtrechte. Die Gassen der Altstadt sind kreisförmig angeordnet. Das ist auch bereits seit dem Mittelalter so, als Lennep die wichtigste Station auf der Fernstraße zwischen Köln und Dortmund war, und eine der vier Hauptstädte des Bergischen Landes – neben Düsseldorf, Ratingen und Wipperfürth. Insgesamt 116 Häuser stehen im Stadtkern unter Denkmalschutz.
Remscheider Skulpturenroute
Die Kunstwerke der Remscheider Skulpturenroute befinden sich am Straßenrand, auf Plätzen und inmitten von Grünanlagen über die ganze Stadt verteilt. Die gewundene Skulptur von Tony Cragg auf dem Munsterplatz in Lennep ist nur eine von ihnen. Das Kunstwerk „Der Pfad“ aus Edelstahl schuf er 2022 für den Verein der Lenneper Pilgerfreunde. Den Standort am Jakobsweg wählte er selbst aus. Lennep versteht sich als Pilgerstadt. Das zeigt nicht nur die Skulptur von Tony Cragg. Es gibt hier außerdem eine „Pilgergasse“, und auch das bekannte gelbe Pilgerzeichen auf blauem Grund findet sich hier und da. Im Pilgerbüro in der Altstadt gibt es Pilgerstempel und wichtige Infos. Die Lenneper Pilgerfreunde, ein eingetragener Verein, bieten zudem eine kostenlose Übernachtungsmöglichkeit für diejenigen an, die auf dem Jakobsweg unterwegs sind.
Tipp: Deutsches Röntgen-Museum
Am 30.05.2026 feiert Remscheid 75 Jahre Röntgenplakette.
Mit dem Röntgenmuseum liegt das wichtigste Museum Remscheids in Lennep, untergebracht im schönsten Haus, nur rund 250 Meter vom Alten Markt entfernt, wo sich schöne Ausflugslokale ballen. Wilhelm Conrad Röntgen wurde 1845 in Lennep geboren. Für seine „X-Strahlen“ erhielt er bekanntlich den Nobelpreis. Das ihm gewidmete Röntgen-Museum bietet eher ein spannendes Experimentierfeld als eine klassische Ausstellung. An sogenannten Durchleuchtungsstationen wird deutlich, wie Röntgenstrahlen funktionieren und warum beispielsweise Knochen durch sie sichtbar werden, Weichteile aber kaum. Besucher kommen mit vielen neuen Erkenntnissen aus dem interaktiven Museum. Die unterhaltsamste Information ist möglicherweise die, dass Röntgen ursprünglich selbst nicht so genau wusste, was er entdeckt hatte.