Tobit-Chef Tobias Groten ist gestorben
WDR. 02:37 Min.. Verfügbar bis 11.03.2028. Von Simon Lenartz.
Demnach ist der Software-Entwickler und Firmenchef Tobias Groten am Sonntag, 3. Mai, an einem Herzinfarkt gestorben. Der öffentlichkeitsscheue Vordenker wurde 59 Jahre alt. Sein plötzlicher Tod scheint viele Menschen zu bewegen. In Ahaus ist das Thema Stadtgespräch. Tobias Groten hinterlässt eine Frau und vier erwachsene Kinder.
"Tobias hat ein außergewöhnliches Unternehmen geschaffen. Eines, das nur er so aufbauen konnte. Sein Spirit wird mit Tobit.Software immer weiter leben." Firma Tobit
Mit seiner Heimatstadt Ahaus war Tobit-Gründer Tobias Groten ganz besonders eng verbunden.
Die Mitarbeitenden der Tobit Software AG wurden in Ahaus am Montagvormittag über den Tod ihres langjährigen Chefs informiert. "Tobit.Software hat seinen visionären Gründer und kreativen Vordenker verloren. Seine geliebte Heimatstadt Ahaus einen prägenden Menschen. Und wir einen inspirierenden Mentor und Freund", heißt es auf der Webseite der Firma.
Einige Menschen kondolierten bereits in den sozialen Medien unter Grotes letztem Facebook-Post und auch in der Ahauser Innenstadt ist die Anteilnahme groß: "Ich finde, das ist einfach total schön, was da auch hinterlassen wurde. Und ich bin immer noch schockiert, weil ich es jetzt gerade erst erfahren habe", so eine Passantin.
Auch anderen ist die Schwere der Nachricht anzumerken: "Ich arbeite für ihn. Er war eine große Inspiration für mich, er war ein toller Mann. Das war ein totaler Schock." Über den Fußabdruck, den Grote hinterlässt, ist man sich unter den Ahausern einig: "Er hat sehr viel getan für Ahaus, für die Kinder, für die Jugend. Da war man schon ziemlich geschockt, als man das hörte", so ein weiterer Passant.
Heimatstadt Ahaus als digitales Reallabor
Die Firmenzentrale der Tobit Software AG im münsterländischen Ahaus.
Das münsterländische Ahaus war sein digitales Reallabor. Supermärkte, Verwaltung, Hotels, Taxis und Bars wurden dank ihm in der kleinen Stadt digitalisiert. Tobias Groten, der aus Ahaus kommt, wollte seine Heimatstadt für seine Mitarbeitenden attraktiv halten.
Von den Medien wurde der Visionär, der für die Gründung seiner Firma in den 80er-Jahren auch die Schule abbrach, gerne als "Bill Gates von Westfalen" bezeichnet.
Unternehmen prägt die Stadt im Münsterland
In Ahaus ist Groten mit seinem Unternehmen Tobit Software AG darum auch immer geblieben. 40 Jahre lang baute er "Smart-City"-Lösungen und entwickelte Ideen für KI. Die mehr als 200 Mitarbeitenden der westfälischen Software-Schmiede waren so etwas wie seine zweite Familie. Die futuristische Firmenzentrale mit eigenem Campus, auf dem unter anderem Ingenieure ausgebildet werden, prägen die Stadt Ahaus.
Unsere Quellen:
- WDR-Informationen
- Gespräch mit Unternehmenssprecher Dieter van Acken
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Münsterland, 04.05.2026, 19:30 Uhr