In Nordrhein-Westfalen wird der meiste Strom weiter aus Kohle gemacht. Klimafreundlichen Ökostrom gibt es aber immer häufiger. Das hat das Statistische Landesamt IT-NRW am Donnerstag bekannt gegeben.
Erneuerbare zweitwichtigste Stromquelle
Vergangenes Jahr machte die Kohle noch knapp die Hälfte der Stromerzeugung in NRW aus. Aber ihr Anteil sinkt seit Jahren deutlich. Dafür ist Strom aus NRW immer häufiger klimafreundlich: Erneuerbare Energien, vor allem aus Wind und Sonne, sind inzwischen die zweitwichtigste Stromquelle. Gut ein Viertel des Stroms wird so erzeugt.
Kohle sank laut IT-NRW gegenüber dem Vorjahr um 7,2 Prozent. Erdgas und erneuerbare Energien legten demnach weiter zu: Gegenüber dem Vorjahr stieg die 2025 eingespeiste Menge aus Erdgas nach Angaben der Landesstatistiker um 9 Prozent und aus erneuerbaren Energien um 3,4 Prozent an.
Kohlestrom in NRW weiter vor Erneuerbaren
WDR Studios NRW. 09.04.2026. 00:35 Min.. Verfügbar bis 08.04.2028. WDR Online.
Diese Entwicklungen wurden laut Statistischem Landesamt durch "politische Maßnahmen" wie zum Beispiel den Ausstieg aus dem subventionierten Steinkohlebergbau im Jahr 2018, den für 2030 angekündigten Braunkohleausstieg im Rheinischen Revier sowie Ausbau und Förderung unter anderem von Windanlagen beeinflusst.
Wo NRW im Bundestrend liegt
Insgesamt wurden im Jahr 2025 in Nordrhein-Westfalen 87.475 Gigawattstunden Strom erzeugt und in das Netz zur allgemeinen Versorgung eingespeist. Das war geringfügig (0,2 Prozent) weniger als 2024. Im Vergleich zu 2018 ging die Stromeinspeisung in NRW um 36,6 Prozent zurück.
Damit liegt NRW im bundesweiten Trend: Die Stromerzeugung geht seit Jahren zurück. Das Bundeswirtschaftsministerium rechnet damit, dass der gesamte Energiebedarf in Deutschland bis 2050 um etwa 30 Prozent schrumpft - weil die Energie immer effizienter genutzt wird.
Traditionelles Kohleland mit Aufholbedarf
Die Zahlen machen aber auch klar, dass NRW als traditionelles Kohleland noch besonders viel zu tun hat. Denn der Rest von Deutschland ist schon weiter: Im Schnitt ist der erzeugte Ökostrom-Anteil in anderen Bundesländer mehr als doppelt so hoch wie in NRW.
Bundesweit deckte Strom aus Sonne, Wind und anderen regenerativen Quellen im ersten Quartal 2026 vorläufigen Zahlen zufolge 53 Prozent des deutschen Stromverbrauchs ab. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein Anstieg um fast sechs Prozentpunkte, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) Anfang April mitteilte. Allerdings lag der Anstieg auch daran, dass das Vergleichsquartal 2025 sehr windarm ausgefallen war.
Sonstige Energieträger umfassen nach Angaben des Statistischen Landesamts Dieselkraftstoffe, leichtes und schweres Heizöl, Flüssig-, Raffinerie-, Gruben-, Kokerei-, Hochofen- und Konvertergas, Wasserstoff, Pumpspeicher ohne natürlichen Zufluss, Industrieabfall, Wärme sowie sonstige hergestellte Gase und andere Mineralölprodukte oder andere Speicher.
Mitarbeit: Lena Berghaus und Rebekka Köpf (Grafiken)
Unsere Quellen:
- Mitteilung Statistisches Landesamt
- Nachrichtenagentur AFP
Sendung: WDR.de, Kohlestrom in NRW weiter vor Erneuerbaren, 09.04.2026, 13:37 Uhr
Kommentare zum Thema
Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast, fällt mir dazu nur ein. Hier fehlen ganz klar die privaten Solaranlagen. Ich denke der insgesamtenStrimvedarf ist seit 2021 nicht gesunken, sondern eher gestiegen. Demnach hat sich die Erneuerbaren Energie Erzeugung denke ich eher mehr als VERDOPPELT.
Wann kommt die Solardach Pflicht? Städte wie Augsburg haben jetzt ein Solardach Kataster wo jeder den zukünftigen Ertrag seines Dacha einschätzen kann. Dann noch ordentlich Speicher Bauen und schon wird die Abhängigkeit von Kohle und Gas geringer
Danke ihr (Politik und Wirtschaft) Bremser, jetzt sind wir hinten dran (spätestens seit Hormus eine Katastrophe). Erneuerbare verteufeln verteuern verhindern über Jahre und sich dafür feiern lassen und als Ergebnis sind wir Bürger*innen die Verlierenden. Das jetzt auszulöffeln und wieder richtig zu machen wird nicht einfach.