Mit dem Zug durch Tschechien
Wunderschön! . 22.06.2025. 01:28:35 Std.. UT. Verfügbar bis 22.06.2030. WDR.
Mit dem Zug durch Tschechien
Stand:
Märchenhafte Burgen, dichte Wälder und imposante Flusstäler – wunderschön ist es in Tschechien! André Gatzke macht eine Tour durch unser Nachbarland und ist dabei hauptsächlich auf Schienen unterwegs. Er startet im beeindruckenden Elbsandsteingebirge im Norden des Landes. Die schroffen Felsen und spektakulären Schluchten des "Grand Canyon des Ostens" bieten ideale Bedingungen zum Wandern und Klettern.
- Sendehinweis: Wunderschön | 22. Juni 2025, 20.15 - 21.45 Uhr | WDR
Ebenso die Schäferwand in Děčín: André Gatzke stellt sich dem Nervenkitzel bei einer Klettertour in über 260 Meter Höhe. Weiter geht es nach Kutná Hora mit seiner pittoresken Altstadt und zum traditionsreichen Nationalgestüt in Kladruby. Über Brünn führt seine Reise in die Bierstadt Pilsen und ins mondäne Karlsbad mit seinen berühmten Heilquellen. Bei einer Kanutour auf der Berounka wird es nochmal aufregend: André Gatzke und seine Reisebegleiter werden mitten auf dem Wasser von einem Unwetter überrascht. Zuletzt stattet er der "goldenen Hauptstadt" Prag noch einen Besuch ab.
Informationen über die Region
Tschechien besteht aus den historischen Ländern Böhmen, Mähren und einem Teil Schlesiens. Im Mittelalter war das Königreich Böhmen eine bedeutende europäische Macht. Im 14. Jahrhundert erlebte es unter Kaiser Karl IV. seine Blütezeit – Prag wurde zur kaiserlichen Residenzstadt und ein Zentrum der Wissenschaft und Kunst. Nach der Niederlage in der Schlacht am Weißen Berg im Jahr 1620 wurde das Land stark rekatholisiert und war lange Teil der Habsburgermonarchie. Nach dem Ersten Weltkrieg entstand 1918 die Tschechoslowakei – ein unabhängiger Staat, der jedoch im 20. Jahrhundert mehrfach politisch erschüttert wurde: durch die Besetzung durch das nationalsozialistische Deutschland, die kommunistische Machtübernahme und die Niederschlagung des Prager Frühlings durch Truppen des Warschauer Pakts. 1993 trennte sich die Tschechoslowakei in zwei Staaten: die Tschechische Republik und die Slowakei. Heute ist Tschechien Mitglied der EU, gehört aber nicht zur Eurozone. Die offizielle Währung ist die Tschechische Krone (CZK).
Bahn fahren in Tschechien
Der größte Teil des tschechischen Bahnverkehrs wird von der staatlichen Eisenbahngesellschaft České dráhy (ČD) betrieben. Ihre Züge sind an der typischen blauen Lackierung erkennbar und bedienen sowohl regionale Verbindungen als auch Fernstrecken innerhalb des Landes und ins Ausland. In den letzten Jahren sind auch einige private Anbieter auf dem Markt aktiv, dennoch bleibt České dráhy mit Abstand der wichtigste Anbieter im tschechischen Eisenbahnnetz. Nach Erfahrungsberichten erweisen sich die Züge in der Regel als zuverlässig und überraschend pünktlich. Das Bahnfahren in Tschechien ist zudem vergleichsweise günstig und bietet eine gute Möglichkeit, das Land bequem und umweltfreundlich zu erkunden.
Die Züge der Eisenbahngesellschaft České dráhy sind an den blauen Waggons zu erkennen.
Rad fahren in Tschechien
Tschechien ist ein fahrradfreundliches Land mit einem weit verzweigten Radwegenetz. Besonders beliebt sind die touristisch ausgeschilderten Routen, die an gelben Wegweisern zu erkennen sind. Sie führen durch abwechslungsreiche Landschaften, kleine Ortschaften und historische Städte – oft abseits der Hauptverkehrsstraßen. Ein Klassiker unter den grenzüberschreitenden Radrouten ist der Elbe-Radweg (Labská stezka). Er verläuft über mehrere Hundert Kilometer entlang der Elbe – zunächst durch Deutschland und dann weiter durch die Tschechische Republik. Der Weg ist insgesamt gut ausgebaut und in weiten Teilen asphaltiert. Auch die Beschilderung ist in der Regel zuverlässig, sodass eine Orientierung leicht fällt. Ein weiterer bekannter Fernradweg ist der Eger-Radweg (Ohře-Radweg), der sich über rund 300 Kilometer erstreckt. Er verbindet das westböhmische Cheb (Eger) mit Litoměřice (Leitmeritz) und führt dabei durch eine reizvolle Flusslandschaft mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke.
André Gatzke ist bei seiner Tour durch Tschechien auch mit dem Fahrrad unterwegs.
Nationalgestüt Kladruby
Das Nationalgestüt Kladruby nad Labem gilt als eines der ältesten Gestüte der Welt. Es wurde 1579 als kaiserliches Hofgestüt gegründet und gehört seit 2019 zum UNESCO Weltkulturerbe. Seit über 400 Jahren werden hier Kladruber-Pferde gezüchtet – eine traditionsreiche Rasse, die ursprünglich für den Einsatz vor kaiserlichen und kirchlichen Prunkkutschen bestimmt war. Heute leben etwa 750 der weltweit rund 1.500 Kladruber auf dem Gestüt. Die Tiere zählen zu den ältesten erhaltenen Pferderassen Europas. Anfangs in verschiedenen Farben gezüchtet, unterscheidet man seit dem 19. Jahrhundert zwei Linien: Schimmel (weiß) für den kaiserlichen Hof und Rappen (schwarz) für kirchliche Würdenträger. Auffällig ist, dass auch die weißen Tiere zunächst schwarz geboren werden – ihre Fellfarbe verändert sich erst im Laufe der Jahre. Aufgrund ihres ruhigen Wesens eignen sich Kladruber-Pferde heute auch für das therapeutische Reiten. Besucher können das Gestüt im Rahmen von Führungen erkunden oder eine geführte Kutschfahrt durch den Landschaftspark Mošnice unternehmen, der 1895 angelegt wurde. Auch das barocke Schloss auf dem Gelände ist zugänglich: In seinen Gemächern verbrachten unter anderem Kaiser Franz Joseph I. und seine Gemahlin Elisabeth ("Sisi") ihre Ferien – beide waren begeisterte Pferdeliebhaber. Kladruby ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer erreichbar. Die Anreise erfolgt am besten mit dem Auto.
Die Kladruber Pferde zählen zu den ältesten erhaltenen Pferderassen Europas.
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Moderation: André Gatzke
Redaktion: Iris Möller-Grätz
Autor: Dieter Schug
Internettext: Lina Engelhardt