Ostseeinsel Usedom
Wunderschön! . 01.06.2025. 01:29:00 Std.. UT. Verfügbar bis 01.06.2030. WDR.
Ostseeinsel Usedom
Stand:
Kaiserbäder und Kaiserwetter! Die Ostseeinsel Usedom kann fast 2.000 Sonnenstunden pro Jahr nachweisen. André Gatzke steigt zunächst in ein historisches Flugzeug und schaut sich das langgezogene Eiland aus der Luft an. Zurück am Boden besichtigt er die prachtvolle weiße Bäderarchitektur in Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin und schlendert über deren legendäre Seebrücken. Er fährt auch nach Swinemünde, in den polnischen Teil von Usedom. Im Nordwesten befindet sich das Historisch-Technische Museum Peenemünde, wo im Zweiten Weltkrieg Wernher von Braun die Raketentechnik entwickelte.
- Sendehinweis: Wunderschön | 1. Juni 2025, 20.15 - 21.45 Uhr | WDR
Usedom ist mit 445 Quadratkilometern Deutschlands zweitgrößte Insel und liegt im Nordosten des Landes an der Grenze zu Polen. Im Norden hat die Insel an ihrer Ostseeseite lange Sandstrände, im Süden trennen Achterwasser und Stettiner Haff die Insel vom Festland. Seit 1945 gehört der östliche Teil mit der Hafenstadt Swinemünde zu Polen.
Informationen über die Region
Im 19. Jahrhundert verwandelten sich die kleinen Fischerdörfer auf Usedom zu mondänen Seebädern. Adelige und wohlhabende Berliner entdeckten die Insel für ihre Sommerfrische und ließen sich prachtvolle Villen als Sommerresidenzen errichten. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstanden die "Kaiserbäder" Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin, deren prächtige Bäderarchitektur bis heute das Bild der Insel prägt. Mit den zahlungskräftigen Gästen kamen auch Kulturschaffende: Die Ostseeküste zog Künstler wie Lyonel Feininger und den Schriftsteller Theodor Fontane an. Maxim Gorki verbrachte 1922 sogar mehrere Monate in einer Jugendstilvilla in Heringsdorf, und Thomas Mann vollendete 1924 in Ahlbeck seinen Roman "Der Zauberberg". Auch Kaiser Wilhelm II. zählte zu den Stammgästen auf der Insel.
Die Insel Usedom ist für die sogenannte Bäderarchitektur bekannt
Die beiden Weltkriege und die anschließende deutsche Teilung veränderten das Leben auf Usedom. Während der DDR-Zeit wurden die Seebäder im Rahmen des staatlich organisierten Ferientourismus weiter genutzt – viele Villen wurden zu Urlaubsheimen für Werktätige umgebaut. In Westdeutschland bedauerte man damals den Verlust der beliebten Urlaubsinsel durch den "Eisernen Vorhang". Erst seit der Wiedervereinigung 1990 sind Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin für alle wieder frei zugänglich. Die historische Bäderarchitektur wurde seitdem aufwändig restauriert, und die Seebäder erstrahlen heute wieder in ihrem alten, historischen Glanz. Die Usedomer Bäderbahn verbindet die Kaiserbäder und bietet sich in der Hochsaison als staufreie Alternative zum Auto an. Insgesamt 14 Seen befinden sich auf Usedom, an einigen wie in Neppermin ist auch das Baden erlaubt.
Seit dem Beitritt Polens zur Europäischen Union (2004) und zum Schengener Abkommen (2007) können alle Touristen auch den polnischen Teil Usedoms problemlos besuchen – zum Beispiel zu Fuß entlang der grenzüberschreitenden Strandpromenade bis Swinemünde.
André Gatzke (r) steigt in ein historisches Flugzeug und schaut sich das langgezogene Eiland aus der Luft an.
André Gatzke fotografiert Usedom
Andrés schönste Fotos von Usedom
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Moderation: André Gatzke
Redaktion: Christiane Möllers
Autorin: Alice Tschöke
Internettext: Lina Engelhardt