Roland Emmerich – Der Meister der Spezialeffekte

Schon während seines Studiums an der Münchener Hochschule für Film und Fernsehen setzt Roland Emmerich Anfang der 80er neue Maßstäbe. Den Höhepunkt seines kreativen Schaffens erreicht er in den 90ern und 2000ern mit Action- und Katastrophenfilmen wie "Godzilla", "Independence Day" oder "The Day After Tomorrow". Am 10.11.2025 wird der Star-Regisseur 70 Jahre alt.

Szene aus "Das Arche Noah Prinzip": Schauspieler Richy Müller neben Piloten und Hubschrauber am Boden, 1983

1,2 Millionen DM lässt sich Roland Emmerich seinen Abschlussfilm an der Hochschule kosten. Das ist Rekord. Eigentlich liegt das Rahmenbudget für Abschlussfilme bei 20.000 Euro. Um "Das Arche Noah Prinzip" dennoch auf die Leinwand zu bringen, gründet Roland Emmerich eine Produktionsfirma. Mit dem Science-Fiction-Spektakel landet der damalige Nachwuchsregisseur 1984 einen Überraschungserfolg auf der Berlinale.

Bereits sein erster Übungsfilm, den er mit alten Freunden aus dem Schülertheater dreht, wird bei den Internationalen Hofer Filmtagen gezeigt. Mit seinem Abschlussfilm aber sprengt Roland Emmerich Rekorde.

1,2 Millionen DM lässt sich Roland Emmerich seinen Abschlussfilm an der Hochschule kosten. Das ist Rekord. Eigentlich liegt das Rahmenbudget für Abschlussfilme bei 20.000 Euro. Um "Das Arche Noah Prinzip" dennoch auf die Leinwand zu bringen, gründet Roland Emmerich eine Produktionsfirma. Mit dem Science-Fiction-Spektakel landet der damalige Nachwuchsregisseur 1984 einen Überraschungserfolg auf der Berlinale.

Aller Anfang ist schwer. Zwar führt Roland Emmerich weiter fleißig Regie – u. a. für den Film "JOEY" oder auch "Hollywood Monster" – doch der große Durchbruch gelingt ihm noch nicht.

Lisa Eichhorn und Dean Devlin in Roland Emmerichs "Moon 44" im Jahr 1989. Auch dieser Film ist noch kein großer Erfolg an den Kinokassen, aber Roland Emmerich und Dean Devlin werden Freunde. Der Schauspieler beschließt fortan als Drehbuchautor und Produzent Roland Emmerich zu unterstützen. Ein Plan, der von Erfolg gekrönt werden sollte …

Mit "Universal Soldier" gelingt Roland Emmerich 1992 der Durchbruch in Hollywood. Die Zusammenarbeit mit Dean Devlin zahlt sich aus. Das Budget des Films liegt damals bei 23 Millionen Dollar. Eingespielt hat der Science-Fiction-Film 36 Millionen Dollar. Die Hauptrolle in "Universal Soldier" spielt Jean-Claude van Damme.

Dieser Film ist der wohl wichtigste von Roland Emmerich. Noch heute zählt "Independence Day" zu den TOP 50 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. Will Smith wehrt darin in letzter Sekunde den Angriff von Außerirdischen ab und rettet so die Erde.

1998 wagt sich Roland Emmerich an die Neuauflage von "Godzilla". Für den Blockbuster verpflichtet er Jean Reno und Matthew Broderick. Erstmals steht Roland Emmerich für einen Film ein Budget in dreistelliger Millionenhöhe – nämlich 125 Millionen Dollar – zur Verfügung.

Geld, das Roland Emmerich für "Godzilla" auch dringend braucht. Denn um die Riesenechse zum Leben zu erwecken, setzt er neue Maßstäbe in der Tricktechnik und Computeranimation.

Dass er nicht "nur" Science-Fiction kann, beweist Roland Emmerich im Jahr 2000. "The Patriot" ist ein US-Heldenepos, das im Jahr 1776 zur Zeit der amerikanischen Revolution spielt, Mitwirkende sind Heath Ledger, Mel Gibson und Jason Isaacs. Weltweit hat der Film übrigens rund 215 Millionen Dollar eingespielt.

Ein Schreckensszenario: Die Erde erlebt eine neue Eiszeit und tausende Menschen erfrieren. Die Spezialeffekte in "The Day After Tomorrow" werden mehrfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem BAFTA-Award. Roland Emmerich wird 2005 auch mit dem Euronatur-Umweltpreis ausgezeichnet. Der Regisseur habe den Mut bewiesen, die gerade in weiten Kreisen der amerikanischen Politik ignorierten Gefahren der Erderwärmung zu thematisieren, so die Begründung der Jury.

Die NASA kürt "2012" zum "absurdesten Science-Fiction-Film". Eine Kritik, mit der Roland Emmerich wohl leben kann. Schließlich wird der Katastrophenfilm mit einem Einspielergebnis von rund 760 Millionen Dollar zum zweiterfolgreichsten Film seiner Karriere.

Ihre Namen kennt in der Filmfabrik jeder. Dafür werden die Regisseure Oliver Hirschbiegel, Roland Emmerich, Caroline Link, Florian Henckel von Donnersmarck und der Kameramann Michael Ballhaus 2009 mit dem Bambi in der Kategorie "Deutsche in Hollywood" ausgezeichnet. Die Freude darüber ist ihnen ins Gesicht geschrieben.

In "White House Down" sprengt Roland Emmerich den Amtssitz des amerikanischen Präsidenten in die Luft – bereits das dritte Mal in seiner Karriere. Von dieser Idee ist auch der Meister selbst nicht sofort begeistert: "Im Falle von 'White House Down' brauchte ich nur den Titel zu hören, um zu wissen: Ohne mich, jetzt wird es langsam absurd. Aber das Drehbuch war einfach zu gut." Das sehen 2013 auch Hauptdarsteller Jamie Foxx und Channing Tatum so. Nur an den Kinokassen ist der Film am Ende doch ein Flop.

Roland Emmerich lebt mit seinem Mann in den USA. Dass er schwul ist, hat er lange nicht verraten. Der Grund: Er wollte Filme wie Steven Spielberg oder George Lucas machen und nicht als schwuler Regisseur abgestempelt werden. Mit seinem Lebensgefährten Omar de Santo ist Roland Emmerich sehr glücklich. Sein Film "Stonewall" ist für ihn eine Herzensangelegenheit, "Stonewall'' thematisiert den Aufstand von Homosexuellen 1969 in New York.

Grund zur Freude für alle Fans von ''Independence Day'': 2016 bringt Roland Emmerich die erfolgreiche Fortsetzung in die Kinos.

Und auch danach ist noch lange nicht Schluss. 2019 verfilmt Emmerich die Schlacht von Midway im Zweiten Weltkrieg. Und 2022 folgt mit "Moonfall" der nächste Katastrophenfilm. Der ist leider auch im Hinblick auf die Einspielergebnisse katastrophal.

Doch der gebürtige Schwabe lässt sich nicht beirren – und hat noch immer Freude an seinem Job. "Ich mache so lange Filme, bis ich umfalle", gab er jüngst in einer ARD-Doku zu Protokoll. Und so können wir uns auch jenseits der 70 noch viel Action von Roland Emmerich erhoffen.

Stand: 10.11.2025, 00:00 Uhr