Grit Boettcher - Mehr als eine Ulknudel

Von Valentin Mayr

Wer ihren Namen hört, hat sofort eine Fernsehserie vor Augen. Grit Boettcher steht einfach für die Sendung "Ein verrücktes Paar" mit Harald Juhnke. Nun jährt sich dieses Fernsehevent: 1977 erschien die erste Folge.

Grit Boettcher

Es läuft nicht immer rund: Weniger gut kommt Grit Boettcher Anfang der 90er Jahre mit ihrer eigenen Sendung "Spaß mit Grit" bei Publikum und Kritikern an. Ihr Haus wird bei einem Hochwasser beschädigt und sie verliert Ende der 90er viel Geld bei einem Immobiliengeschäft. Im November 2017 muss sie notoperiert werden. Doch Boettcher steckt das alles weg.

Sie singt, schauspielert, tanzt, schreibt, hatte schon immer eine besondere Liebe für das Showbiz und auch den Glauben an sich selbst. "Ich hatte innerlich den Drang, das schaffe ich, das mache ich, das werde ich tun", so Grit Boettcher.

1938 in Berlin geboren, versucht sich Grit Boettcher als junges Mädchen als Balletttänzerin, wird als Model und dann als Schauspielerin entdeckt. Der Regisseur Victor de Kowa nimmt sich ihrer an. "Da habe ich gelernt, Pointen zu setzen, richtig zu atmen. Und, oh Gott, ich war auch verknallt, weil – er war für mich der Größte", erinnert sich Boettcher.

Auf die ersten Bühnenrollen folgen Film- und Fernsehangebote. Sie spielt in Edgar-Wallace-Streifen an der Seite von Joachim Fuchsberger (im Bild eine Szene aus "Der schwarze Abt"), dreht mit Heinz Rühmann, Götz George, spielt mit fast allen Stars ihrer Zeit – und wird 1977 selber zum Star...

Vier Jahre lang begeistern Grit Boettcher und Harald Juhnke das Publikum als "Ein verrücktes Paar". Die ZDF-Serie läuft bis 1980 und ist ein Riesenerfolg. Einige ihrer Sketche sind heute Klassiker der Sketch-Comedy im deutschsprachigen Fernsehen und werden immer wieder adaptiert.

Boettcher sagt, sie seien so populär gewesen, dass sie nicht mehr einkaufen konnte. Mit Juhnke sei es wie Yin und Yang gewesen. Der Klamauk brachte ihr eine Goldene Kamera, aber auch ein ungeliebtes Ulknudel‑Image, das sie als "Körperverletzung" empfindet, weil ihr künstlerisches Repertoire weit darüber hinausgeht.

Es läuft nicht immer rund: Weniger gut kommt Grit Boettcher Anfang der 90er Jahre mit ihrer eigenen Sendung "Spaß mit Grit" bei Publikum und Kritikern an. Ihr Haus wird bei einem Hochwasser beschädigt und sie verliert Ende der 90er viel Geld bei einem Immobiliengeschäft. Im November 2017 muss sie notoperiert werden. Doch Boettcher steckt das alles weg.

Den Humor nicht verlieren, immer wieder aufstehen ist Grit Boettchers Lebensmotto (hier mit Tochter Nicole Belstler-Boettcher): "Ich sage immer, wenn ich ein Blümchen wäre, wäre ich ein Gänseblümchen. Das steht da, du gehst über die Wiese, dann liegt das Gänseblümchen, die Schritte sind vorbei – und plötzlich macht's 'schtttt' und es steht wieder da!"

Grit Boettcher veröffentlichte 2018 ihre Memoiren. Und immer noch schauspielert sie: 2020 war sie in der Filmkomödie "Nightlife" zu sehen. Ein bisschen macht ihr das Alter zu schaffen: "Es ist die Angst um das Nicht-mehr-da-sein. Es ist endlich, das Leben. Mein Sohn hat gesagt, du musst 110 werden, damit jemand da ist, auf den man sich verlassen kann!"

Stand: 11.02.2026, 10:00 Uhr