Margarita Kolosov ärgert sich

Margarita Kolosov ärgert sich

University Games - Kein Freifahrtschein für Favoriten

Stand:

Bei den World University Games ist die deutsche Mannschaft in der Rhythmischen Sportgymnastik extrem prominent besetzt. Im Mehrkampf aber zeigte sich direkt, dass alte Erfolge sich nicht so einfach wiederholen lassen.

Von Oliver Riedel

Viele Menschen waren gekommen, um Margarita Kolosov anzufeuern am frühen Samstagnachmittag des zweiten Wettkampftages in Essen. Schließlich wurde die Olympia-Vierte von Paris auch als große Favoritin im Feld der Starterinnen bei den Hochschulspielen gehandelt. Im Gegensatz zu der lautstarken Unterstützung fällt das sportliche Ergebnis der Deutschen weniger zufriedenstellend aus: "Leider lief es nicht wie gewünscht. Ich persönlich finde es schade, hier in Deutschland, was mein großes Ziel war nach Olympia, so geturnt zu haben", sagte sie am WDR-Mikrofon.

Kein erfolgreiches Wettkampf-Comeback für Kolosov

Denn Margarita Kolosov hatte sich sehr auf den Heimwettkampf gefreut: "Zu Hause ist es immer etwas anderes, das ist ganz besonders". Dazu war es überhaupt der erste Wettkampf für die Potsdamerin in diesem Jahr, die nach den Olympischen Spielen auch über ein mentales Loch berichtete, aus dem sie sich mühsam herauskämpfen musste.

World University Games - Tag 2 - Rhythmische Sportgymnastik im Re-Live

Sport 18.07.2025 03:38:52 Std. Verfügbar bis 18.07.2026 WDR

Dazu kommt, dass sie komplett mit neuen Choreografien auftritt - und nicht überall greifen ihre Elemente schon reibungslos ineinander. Das wurde auch dem Publikum bewusst, das die Deutsche dennoch bedingungslos mit Applaus überschüttete. Problematisch waren laut Kolosov eher "Kleinigkeiten", an denen könne sie gut arbeiten. "Im Endeffekt lernt man daraus, dass man trotzdem immer von vorne anfangen muss", zieht sie ihr persönliches Fazit.

Sportlich betrachtet aber bleibt Kolosov am Ende knapp unter der 100-Punkte-Marke und damit gute 15 Punkte hinter der Siegerin Alina Harnasko (Belarus). Auch sie ist ein bekanntes Gesicht der Olympischen Spiele, gewann 2021 in Tokio Bronze und trat genau wie russische Athleten und Athletinnen bei den Rhein-Ruhr Games unter neutraler Flagge an.

Simakova macht auf sich aufmerksam

Wenn Favoriten vergeblich ihre Bestform suchen, dann verhilft das Rampenlicht nicht selten anderen Talenten zu Ruhm, so auch bei diesen World University Games. Das zeigte sich schon am ersten Wettkampftag, als das deutsche Synchronspringer-Duo Lena Hentschel und Luis Avila Sanchez völlig ungläubig eine Goldmedaille bejubeln durfte.

In der Rhythmischen Sportgymnastik blühte derweil eine andere deutsche Athletin auf: Anastasia Simakova. Die 20-Jährige machte bei der EM 2025 schon mit einer Silbermedaille am Ball auf sich aufmerksam, bei den World University Games startete sie nach einem starken Auftakt als Zweitbeste der Gesamtwertung in den zweiten Wettkampftag.

Dort allerdings vergingen ihre Medaillenhoffnungen schnell wieder. Die Kür mit den Keulen gelang Simakova weniger gut als vielen ihrer Konkurrentinnen, sodass ihr – mit auffälliger Ähnlichkeit zu Kolosovs viertem Platz in Paris – nach allen Disziplinen weniger als zwei Punkte zum Bronzeplatz fehlten. Ein kleines Wettkampfdrama in der Rhythmischen Sportgymnastik, erneut mit dem schlechteren Ausgang für die deutsche Athletin.

World University Games - Zusammenfassung des zweiten Tages

Sport 18.07.2025 05:02 Min. Verfügbar bis 18.07.2026 WDR Von Andreas Ahn

Chance auf versöhnlichen Abschluss

Immerhin aber dürfen die Teilnehmerinnen bei den "kleinen" Olympischen Spielen der Studierenden, im Gegensatz zu den "großen" Spielen, noch um eine Einzelmedaille kämpfen. Insbesondere für Anastasia Simakova ist das noch einmal die Chance, sich auf der großen Bühne zu empfehlen. In gleich drei von vier Disziplinen ist sie in den Einzelfinals vertreten, mit dem Ball sogar gemeinsam mit Teamkameradin Kolosov.

Unsere Quellen:

  • Interview Margarita Kolosov
  • Ergebnisseiten der World University Games

Weitere Beiträge

1 / 2