Das ist die neue Mannschaft für den Deutschland-Achter
Die Erleichterung steht ihm ins Gesicht geschrieben. Der 25-Jährige hat es erneut in den Kader des Deutschland-Achters geschafft. Auf der wichtigen Position des Schlagmanns. Er gehört damit das zweite Jahr in Folge zum Aufgebot des Flagschiffes des Deutschen Ruderverbandes (DRV). "Es ist immer eine Belohnung, aber auch eine Erwartung an mich selbst, dass ich das schaffe", sagt Sönke Kruse.
Es bestätigt mich, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Sönke Kruse, Deutschland-Achter
Sönke Kruse hat es erneut in den Kader des Deutschland-Achters geschafft.
Der Blick zurück: Das Debakel von Shanghai
Das zweite Jahr im "Mythos" Deutschland-Achter soll deutlich besser laufen als Kruses erstes. Die Saison 2025 war für das Team wie eine Achterbahnfahrt, voller Aufs und Abs. Tiefpunkt: Bei der Weltmeisterschaft in Shanghai verpasste das Team das Finale und schied bereits im Vorlauf aus.
Statt eines Angriffs auf die Weltspitze gab es einen herben Rückschlag. "Den Erwartungen an den Deutschland-Achter und auch meinen Erwartungen an mich selbst nicht gerecht zu werden, das hat schon viele Selbstzweifel in mir ausgelöst", sagt Kruse über das bittere WM-Erlebnis.
Aus den Fehlern von Shanghai habe das Team seine Schlüsse gezogen. Die Fehler wurden analysiert, das Selbstvertrauen scheint wiederhergestellt.
Sturm-Drama im Trainingslager von Portugal
Doch auch der Start ins aktuelle Jahr verlief alles andere als nach Plan. Die Ruderer des DRV bereiteten sich in einem Trainingslager in Portugal im Januar auf die neue Saison vor. Ein Unwetter traf das deutsche Team heftig. 20 Boote wurden beschädigt, die Situation vor Ort schwierig.
Während des Trainingslagers der Ruderer in Portugal wurden zwanzig Boote beschädigt.
Ein Schaden in Höhe einer knappen halben Million Euro. "Zum Glück sind wir ohne größere Schäden davongekommen, aber das war schon ein Schock", sagt Sönke Kruse.
Das Boot des Deutschland-Achters wurde beim Sturm nicht zerstört. Trotzdem geht das Team mit einem neuen Boot in die Saison. Das sei am Heck runder, wodurch die Sportler mehr "Feedback" vom Boot bekommen würden. Die Ruderer scheinen mit der neuen Variante zufriden zu sein.
Weltmeisterschaft im August: Angriff auf die Medaillen
All das muss jetzt abgehakt werden. Den Blick richtet Sönke Kruse nach vorn. Denn auch in diesem Jahr ist das große Highlight der Saison die Weltmeisterschaft. Die findet in Amsterdam im August statt.
Kruses Ziel: "Wie fast jedes Jahr, möchte ich Weltmeister werden." Hoffnung gebe ihm, dass das Team aus dem letzten Jahr gelernt habe, sich verbessert habe. Und: "wir sind persönlich gewachsen", sagt der 25-Jährige.
Das Team des neuformierten Deutschland-Achters bei einer Trainingseinheit auf dem Dortmund-Ems-Kanal.
Bei dem Angriff auf eine WM-Medaille setzen die Bundestrainer Sabine Tschäge und Mark Emke vor allem auf Kontinuität. Im Vergleich zum letzten Jahr wurde nur eine Personalie verändert. Neu im Boot ist Tassilo von Müller, der Benedict Eggeling ersetzt.
Der Deutschland-Achter im Überblick:
- Jonas Wiesen, Steuermann
- Sönke Kruse, Schlagmann
- Julius Christ
- Tassilo von Müller
- Tobias Strangemann
- Olaf Roggensack
- Mattes Schönherr
- Paul Klapperich
- Theis Hagemeister
Unsere Quellen:
- WDR-Reporter vor Ort
- Interview mit Sönke Kruse
- DRV (Deutschen Ruderverband)
Sendung: WDR 2 Ruhrgebiet, Lokalzeit, 21.05.2026, 6:31 Uhr