Die Faustball-Spieler vom TSV Hagen 1860 jubeln über ihren Finalsieg gegen den TSV Pfungstad bei den Finals

Hagener Faustballern gelingt "historischer" Sieg

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Die Faustballer des TSV Hagen haben die Sensation geschafft und den TSV Pfungstadt als Seriensieger bei den Deutschen Meisterschaften abgelöst. Die nachhaltige Jugendarbeit der Westfalen zahlt sich bei den Finals in Dresden aus.

Von Jörg Strohschein

Am Tag danach war die Freude immer noch riesig: Schließlich war der Erfolg des Männer-Teams des TSV Hagen 1860 am Vortag - im Finale der Deutschen Meisterschaften im Feld-Faustball - kein alltäglicher. Die Westfalen haben überraschend Seriensieger TSV Pfungstadt nach sechs Sätzen mit 4:2 (7:11, 11:9, 11:9, 14:15) geschlagen und sich selbst die Meisterkrone aufgesetzt.

Nach elf Titeln in Folge hatten die Südhessen dieses Mal das Nachsehen. Es war bereits das vierte Finale in der jüngeren Vergangenheit, dass Hagen gegen Pfungstadt gespielt hat, drei davon gingen verloren.

"Es ist für uns ein historisches Ereignis, aber auch für den gesamten Faustballsport. Dass die Pfungstädter Serie irgendwann mal zu Ende geht, war klar. Aber dass wir das geschafft haben, ist natürlich umso schöner", sagt Hagens Faustball-Trainer Dirk Schachtsiek dem WDR.

Erfolg wird wahrgenommen

Ein Erfolg, der dem ganzen Klub einen neuen Schub geben dürfte, auch wenn die Hagener in der deutschen Faustballszene alles andere als ein unbeschriebenes Blatt sind. Mit nun elf Meistertiteln im Feld, gewonnen vor allem in den 80er und 90er-Jahren, gehören die Hagener zum deutschen Establishment und waren ebenfalls mal Seriensieger. Sieben Titel sind es bereits in der Halle. Der Klub spielt derzeit sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen in der Bundesliga.

Obwohl Faustball in Deutschland eine traditionsreiche Sportart ist, die jetzt bei den Finals in Dresden ihr 100-jähriges Bestehen feierte, ist sie in der öffentlichen Wahrnehmung weitgehend aus dem Fokus verschwunden. "Wir sind ganz klar eine Randsportart", sagt Schachtsiek. Umso schöner sei es, dass Faustball derzeit mal wieder in den größeren Blickpunkt rücke.

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Endlich im Blickpunkt

65 Mitglieder hat die Faustball-Sparte des Klubs derzeit, davon sind 25 Jugendliche aktiv. "So ein Erfolg wird natürlich bei uns im Hagener Umfeld wahrgenommen. Und wir hoffen natürlich, dass wir dadurch unsere Jugendarbeit weiter ausbauen können", sagt Schachtsiek.

Aber natürlich haben auch die Hagener Mühe, männlichen und weiblichen Nachwuchs zu finden. "Das ist natürlich schwieriger geworden in den letzten Jahren, aber da sind wir ja nicht alleine. Viele Jugendliche wollen mittlerweile zu einem Zeitpunkt Sport machen, wann sie es wollen und nicht am Sonntagmorgen auf irgendeinem Platz stehen", sagt Schachtsiek.

Enthusiasmus ist gefragt

Zudem gibt es im Faustball auch so gut wie keine Möglichkeiten, irgendwann mal seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Über geringe Aufwandsentschädigungen oder Förderung von der Deutschen Sporthilfe geht eine finanzielle Unterstützung in den meisten Fällen nicht hinaus.

"Reich kann man davon sicher nicht werden. Es gehört schon eine große Portion Enthusiasmus dazu", so der 59-Jährige, der selbst einige Meistertitel in seiner aktiven Zeit gewinnen konnte. Dennoch: In Hagen sind sie zufrieden, wie sie derzeit aufgestellt sind.

Dass es sich für die Jugendlichen und den Verein lohnen kann, sich zu engagieren und mindestens drei Mal in der Woche intensiv zu trainieren sowie zusätzliches Individualtraining zu absolvieren, dafür steht auch das aktuelle Meisterteam. Vier Spieler im erfolgreichen Herren-Neuner-Kader sind 2014 bereits Deutscher A-Jugendmeister mit Hagen geworden.

Nun ist aber erst einmal ein paar Wochen Pause für die neuen Meister, ehe es Anfang Oktober in der Halle weitergeht. "Das haben wir uns verdient", sagt Schachtsiek.

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