CHIO-Auftakt in Aachen | Aktuelle Stunde

02:22 Min. Verfügbar bis 01.07.2027

Bis zu 37 Grad - Was die Hitze für die Pferde beim CHIO bedeutet

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Wegen der hohen Temperaturen hat der CHIO in Aachen Maßnahmen ergriffen. Besonders schwüle Hitze kann für die Pferde problematisch werden.

Von Volker Schulte, Aachen

Wenn beim CHIO in Aachen über das Wetter gesprochen wird, geht es meist um den Regen. Meteorologen bestätigen den Ruf der Aachener Soers als "Regenloch" zumindest teilweise. Dort regnet es überdurchschnittlich oft – wenn auch insgesamt nicht mehr als im bundesdeutschen Schnitt. Regenschirme sind beim größten Pferdesportturnier der Welt (27. Juni bis 6. Juli) jedenfalls ein wichtiges Utensil.

Doch in diesem Jahr würden sich die allermeisten Beteiligten wohl darüber freuen, wenn der für die Nacht zum Donnerstag angekündigte kurze Regen tatsächlich kommt, denn vorher wird es brütend heiß. Am wolkenlosen Dienstag, dem Tag der Eröffnungsfeier um 20.15 Uhr (live im WDR), sollen die Temperaturen bis auf 35 Grad klettern, am Mittwoch sogar auf 37 Grad.

An beiden Tagen stehen Springreitwettbewerbe an, am Mittwoch zudem die ersten Dressurprüfungen - jeweils in der prallen Sonne und auch zur Mittagszeit und am frühen Nachmittag.

Frühere Anreise und mehr Schatten

Der veranstaltende Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) hat das Thema auf dem Schirm. "Bei diesen hohen Temperaturen steht natürlich das Tierwohl im Fokus", sagte Vorstandsmitglied Birgit Rosenberg am Montag dem WDR. Man habe bereits Maßnahmen ergriffen. "Dazu gehört, dass die Pferde früher anreisen, um sie nicht im LKW der Mittagshitze aussetzen zu müssen. Dazu gehört auch, dass wir an allen Trainingsplätzen Wasser und Eis zur Verfügung stellen zum Herunterkühlen der Pferde."

Zudem werde man alle Reithallen und alle überdachten Plätze zum Trainieren öffnen, "um den Pferden und Reitern Schatten zu bieten", sagte Rosenberg.

Thieme und die "Topathleten"

Die zahlreichen kühlen Trainingsmöglichkeiten in Aachen hebt auch Springreiter André Thieme hervor. Der Vorjahressieger im Großen Preis macht sich um seine beiden mitgebrachten Pferde keine Sorgen. "Wenn sie eines genug haben, dann ist das Energie und Ehrgeiz. Ich bin ehrlich gesagt fast ein bisschen froh, dass es hier nicht kalt und windig ist, denn dann würden sie mir wieder den ganzen Tag durch die Gegend springen."

Springreiter André Thieme triumphierte im vergangenen Jahr im Großen Preis beim CHIO.

Springreiter André Thieme triumphierte im vergangenen Jahr im Großen Preis beim CHIO.

Thieme verweist im WDR-Interview darauf, dass die in Aachen startenden Pferde "Topathleten" seien. "Ich glaube, sie sind so trainiert, dass es hier keinen geben wird, der hier richtig Probleme hat."

Auch Pferde schwitzen

Laut Deutscher Reiterlicher Vereinigung (FN) vertragen gesunde Pferde trockene Hitze in der Regel besser als Menschen, die FN rät aber trotzdem zu Schutzmaßnahmen. Besonders bei schwüler Hitze, wie sie auch für den späten Mittwochnachmittag in Aachen vorausgesagt ist, könnte es zu einer Überhitzung kommen.

Pferde gehören zu den wenigen Tieren, die sich – wie der Mensch – durch Schweißbildung gegen Hitze schützen. Die Schweißflüssigkeit verdunstet und sorgt so für Abkühlung. Dieser Mechanismus ist bei hoher Luftfeuchtigkeit abgeschwächt.

Ähnliche Tipps wie beim Menschen

Die FN gibt in einem Ratgeber Tipps, wie man Pferde schützen kann. Wichtig sind demnach, wie beim Menschen, Belüftung, Abkühlung, Schatten, Trinken, Elektrolyte, Pausen und an hellen Hautpartien auch Sonnencreme. Wie gut ein Pferd Hitze grundsätzlich verträgt, hängt stark mit der Rasse zusammen.  

Der ALRV will in den kommenden Tagen auch die Besucher adressieren. "Wir werden sie durch regelmäßige Durchsagen darauf hinweisen, auch mal ein schattiges Plätzen aufzusuchen und das Trinken nicht zu vernachlässigen", sagte Vorstandsmitglied Philip Erbers dem WDR. "Dazu haben wir extra an allen festen WC-Anlagen an den Stadien und auf dem Gelände Wasserentnahmestellen mit Trinkwasserqualität eingerichtet."

Abkühlung am Donnerstag

Mannschaftsspringen beim CHIO

Mannschaftsspringen beim CHIO

Auch wenn die Zuverlässigkeit von Wetterprognosen mit jedem zusätzlichen Tag abnimmt, dürfte sich die Lage ab Donnerstag deutlich entspannen. Die Temperatur soll über Nacht um satte 14 Grad sinken. Für den Rest des CHIO sind angenehme 22 bis 25 Grad angekündigt - und für den Abschluss am Sonntag dann auch der typische Soerser Regen.

Unsere Quellen:

  • WDR-Reporter vor Ort
  • Interview mit André Thieme
  • ALRV-Vorstandsmitglied Birgit Rosenberg
  • ALRV-Vorstandsmitglied Philip Erbers
  • Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN)

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