In dieser Woche haben sich die Handballer des Bergischen HC mal rausgeputzt: Es ging ins Rathaus der Stadt Solingen - das Team durfte sich nach dem Wiederaufstieg in die Bundesliga ins Goldene Buch der Stadt eintragen. Eine Ehre für den BHC, der nach dem Aufstieg in die wohl beste Handball-Liga der Welt mit viel Euphorie in die Saison startet.
Befeuert werden dürfte diese Euphorie durch eine gute Nachricht, die der Verein am Mittwoch bekanntgab: Das Team behält seine Trainingshalle. Nachdem der Vertrag mit dem Besitzer des Trainingszentrums an der Kanalstraße in Solingen abgelaufen war, wurde dieser zunächst nicht verlängert - zu teuer. Nun die überraschende Wendung: Verein und Vermieter haben sich doch noch geeinigt. Über die Details der Einigung vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Das Trainingshallenproblem ist mit der Einigung aber zumindest für diese Saison gelöst.
Die beste Handball-Liga der Welt geht in ihre 60. Saison
Sport. 27.08.2025. 01:42 Min.. Verfügbar bis 27.08.2026. WDR.
Kein gewöhnlicher Aufsteiger
Und auch ansonsten läuft's. Der Bergische HC kehrte nach nur einem Jahr zurück in die Handball-Bundesliga, wo der Klub - ein gemeinschaftlicher Verein der bergischen Städte Solingen und Wuppertal - zuvor sechs Jahre lang spielte. Die Meisterschaft in der 2. Liga gelang eindrucksvoll.
Und dem Team, das beinahe komplett zusammenblieb und punktuell sehr sinnvoll verstärkt wurde, wird durchaus zugetraut, als Aufsteiger die Klasse halten zu können. Das ist beileibe nicht selbstverständlich - in der Regel gelten die Aufsteiger in der extrem stark besetzten deutschen Beletage als erste Kandidaten auf die letzten Tabellenplätze.
"Hälfte des Weges geschafft"
"Wir haben die Hälfte des Weges geschafft", erklärt Torhüter Christopher Rudeck in der "Handballwoche". Was er meint: "Wir haben den Abstieg korrigiert, aber wir müssen uns mit dem Kader jetzt in der 1. Bundesliga etablieren."
Und klar: Das Trainergepann Arnor Gunnarsson und Markus Pütz, das einzige gleichberechtigte Trainergespann der Liga, stapelt nicht allzu tief, wenn es das Saisonziel niedrig ansetzt: Klassenerhalt. Dabei werden die Löwen erst einmal wieder lernen müssen, als Verlierer von der Platte zu gehen. Die letzten 17 Spiele in der 2. Liga wurden allesamt gewonnen.
Eingespieltes Team
Die Veränderungen im Kader sind übersichtlich: Zwei Abgängen (Tjörvi Gislason und Djibril M'Bengue) stehen drei Neuverpflichtungen gegenüber: Nico Schöttle, Lars Kooij und Sören Steinhaus werden voraussichtlich tragende Rollen im System des BHC spielen. Ihnen wird enorm viel zugetraut, ihre Erstliga-Tauglichkeit müssen aber jene drei ebenso erst noch beweisen wie die im Zweitligajahr überragend auftrumpfenden Gerdars Babarskas und Johannes Wasielewski.
Im Blickpunkt wird mutmaßlich vor allem Steinhaus stehen. Der erst 21-jährige Rückraum-Rechtshänder gilt als eines der größten Talente in Deutschland. Mit seiner Wurfgewalt verhalf er schon der deutschen U21-Nationalmannschaft zum WM-Titel, mit der U19 wurde er seinerzeit Europameister.
Es fehlt etwas an Erfahrung
Die fehlende Erstligaerfahrung könnte durchaus zum Problem werden. Selbst Eloy Motante Maldonado (27) - der Torschützenkönig der vergangenen Zweitligasaison - hat in seiner Karriere erst zwei Spielzeiten im Handball-Oberhaus absolviert.
"Für uns wird es wichtig sein, dass wir vor allem zu Hause ganz schwer zu schlagen sind", sagt Trainer Markus Pütz in der "Handballwoche". "Mit unseren Fans im Rücken müssen wir da sein, wenn es daheim die Chance auf Punkte gibt." Und sein Kollege Gunnarsson prophezeit: "Die 1. Liga ist noch einmal ein ganz anderes Monster als die 2. Liga. Wir wissen, dass nur der Klassenerhalt das Ziel sein kann, zumal wir eine der jüngsten Mannschaften der Liga stellen."
Zum Auftakt hätten es die Bergischen allerdings kaum schwerer erwischen können: Am Sonntag geht's zu den Füchsen Berlin. Die sind amtierender Deutscher Meister.
Unsere Quellen:
- Webseite des Bergischen HC
- Handballworld
- Handballwoche